Schwache Tennis-Simulation mit Agassi-Lizenz
Nach vorn: Selbst wenn man am Netz steht und die Bälle platziert spielt, kommt der Computergegner viel zu oft heran.
Dass hinter einem großen Namen noch lange kein großes Spiel steht, beweist Agassi Tennis Generation 2002 in erschreckender Weise. Während die schwache Grafik, die nervige Musik sowie die träge, ungenaue Steuerung noch zu verschmerzen sind, versagt der Titel in dem entscheidenden Punkt: Das Gameplay ist einfach unter aller Kanone. Das Verhältnis zwischen der Geschwindigkeit des Balles und der Spieler stimmt hinten und vorne nicht, die Schlagarten (Gerader Schlag, Top Spin, Lob, Slice) entsprechen in Sachen Animation und Ausführung nur in Ansätzen der Realität, und das Verhalten der Computergegner ist so vorhersehbar wie unrealistisch. Wenn es im höchsten Schwierigkeitsgrad mal eng wird, kriegt man einfach einen unerreichbaren Ball vor den Latz geknallt, damit der Punkt an den PC-Spieler geht.
Außerdem bleibt die gelbe Filzkugel regelmäßig aus unerfindlichen Gründen am Netz hängen oder springt meterweit ins Aus. Dass da der Spielspaß bereits im Keim erstickt wird, ist klar. Verschlimmert wird das Ganze durch die kurzen Sequenzen zwischen den Ballwechseln: Da jubeln oder verzweifeln die Akteure theatralischer, als die realen Vorbilder nach dem Ende eines Spiels. Vielleicht gut gemeint, aber in dieser Form überflüssig wie das gesamte Produkt: Mit Virtua Tennis, Tennis Masters Series und Next Generation Tennis stehen gleich drei aktuelle, deutlich bessere Programme in den Verkaufsregalen.
