A Star Is Born: Filmrezension zum Musik-Drama mit Lady Gaga
Bradley Cooper hatte schon immer den Traum Regisseur zu werden, lange schon vor seiner Karriere als Schauspieler. Dank seiner Hartnäckigkeit konnte dieser sich gegen Clint Eatwood und Steven Spielberg durchsetzen, beide hatten ihr Interesse an dem Film bekundet. Teile seine Regie-Debüts hat Cooper sogar selbst geschrieben.
Es klang zunächst nach einem unwahrscheinlichen Unterfangen: Komödienstar Bradley Cooper wechselt hinter die Kamera und nimmt sich dabei einen Stoff vor, den Regielegenden wie Georg Cukor (Die Nacht vor der Hochzeit) geprägt hatten. A Star is Born handelt von einem suchtgeplagten Star, der ein begabtes Mädchen unter seine Fittiche nimmt, sich in das Nachwuchstalent verliebt und ihm zur Karriere verhilft, bevor er selbst Opfer seiner eigenen Dämonen wird.
Wie schwer eine neue Adaption des Stoffes ist, mussten Barbra Streisand und Kris Kristofferson 1976 mit ihrem verrissenen Remake erleben, das die Handlung in die Rock- und Popwelt verlegte. Und Cooper, der das gleiche Milieu wählte, stand dabei keine legendäre Schauspielerin wie Judy Garland zur Verfügung (der Star der Cukor-Version von 1954), sondern er besetzte mit Lady Gaga eine Pop-Diva, die bis auf die Serie American Horror Story und dem Grindhouse-Streifen Machete Kills kaum Schauspielerfahrung hat. Und er ließ sie dabei auch noch ihre exzentrischen Bühnen-Masken ablegen und völlig ungeschminkt auftreten.
Doch Gaga bzw. Stefani Germanotta ist der Hauptgrund, weshalb sein Vorhaben glückte - und seit seiner Premiere sogar als Oscarkandidat gehandelt wird. Die Pop-Röhre bringt eine authentische Präsenz auf die Leinwand und wirkt in der klassischen Rolle des Entleins, das zum strahlenden Schwan avanciert, absolut glaubhaft. Gleichzeitig versteht sie es die dramatischen Zwischentöne zu vermitteln, die aus A Star is Born ein berührendes Drama machen. Bradley Cooper wiederum als vom Schicksal gebeutelter Countryrockstar beweist in den Gesangsnummern Talent zum Musiker, während er sich auch als Regisseur achtbar schlägt. Dabei sollte man nicht vergessen, dass hinter den Kulissen der Oscar-prämierte Drehbuchautor Eric Roth (Forrest Gump) mitwirkte, dessen differenzierte Dialoge den Film vor dem klischeehaften Rührstück bewahren. So ist der Titel nun auch für den Film Programm.
FAZIT:
Vor allem schauspielerisch überzeugende Neuversion des klassischen Hollywood-Stoffs: Lady Gaga erweist sich als schauspielerische Entdeckung. Bradley Cooper glückt sein Regiedebüt.
