A Golden Wake im Test: Retro-Adventure mit tollem Zeitgeist

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Test Marc Brehme - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die meisten Schauplätze sind abwechslungsreich und mit Fahrzeugen sowie NPCs belebt gestaltet
Quelle: PC Games

Mit A Golden Wake bringt Wadjet Eye Games erneut ein klassisches Adventure im Retro-Pixel-Look. Warum der erste kommerzielle Titel von Gamedesigner Franciso Gonzales (aka Gundislav Games) zwar gut ist, aber nicht mit Pixelart-Genre-Größen á la Resonance & Co. mithalten kann, erklären wir in unserem Test.

In den sogenannten Goldenen Zwanziger Jahren lagen lagen Armut und Reichtum in Amerika eng beieinander. Es war die Zeit von Prohibition, Schmuggel, Flüsterkneipen und Glücksspiel. Zu dieser Zeit verdient sich Alfred "Alfie" Banks seinen Lebensunterhalt als Immobilienmakler. Eines Tages wird der strebsame junge Mann, der immer die Verkaufslisten anführt, zu seinem Chef gerufen und soll diesem bei der Entscheidung helfen, welcher seiner beiden Kollegen aus wirtschaftlichen Gründen entlassen werden soll. Doch plötzlich entwickeln sich die Dinge anders als gedacht. Unterkriegen lässt sich der junge Banks davon natürlich nicht; schließlich ist er ein Kämpfertyp. So zieht er kurzerhand nach Florida, um sein Glück beim gerade einsetzenden Boom des Immobiliengeschäfts dort am Schopfe zu packen.

Retro allerorten

Den Großteil des Spiels erlebt ihr in der real existierenden Stadt Coral Gables... Quelle: PC Games Den Großteil des Spiels erlebt ihr in der real existierenden Stadt Coral Gables... Ihr steuert Alfie klassisch per Point&Click-Steuerung mit der Maus durch zahlreiche abwechslungsreiche Schauplätze, die ihr auf einer Übersichtskarte anklickt. Egal, ob ihr in den Sümpfen der Everglades unterwegs seid, dem Yachtclub, einem Hotel oder gar einem verschworenen Herrenclub: die Locations sind stimmungsvoll und häufig auch recht belebt in Szene gesetzt. Fußgänger laufen durch die Stadt, Autos fahren vorbei und Windböen wirbeln Blätter umher. Es sind liebevolle Details wie diese, die der grobpixeligen Grafik Leben und Atmosphäre einhauchen. Gepaart mit dem tollen Soundtrack, der vor allem aus schmissigen Jazz-Rhythmen besteht, und der gelungenen Sprachausgabe generiert das Spiel eine sehr glaubwürdige Atmosphäre der Goldenen Zwanziger.

Kein großes Rätselraten

In diesem kreativen Minispiel müsst ihr das Auto bei den Proben zu einer Flugshow steuern. Quelle: PC Games In diesem kreativen Minispiel müsst ihr das Auto bei den Proben zu einer Flugshow steuern. Das Gameplay setzt ebenso wie die Grafik auf klassisches Design. Ihr sucht die Umgebung nach Gegenständen ab, stopft sie in eure virtuellen Taschen und benutzt sie dann mit der Umgebung. Einige der Kopfnüsse im Spiel hätten allerdings gern etwas knackiger ausfallen dürfen. Neben den wenigen klassischen Kombinationsrätseln und Gesprächen, stechen einige kreative Minispiele heraus. Etwa, wenn ihr in einer dreiteiligen Rätselkette einer Dame in einer Actionsequenz helfen müsst, von einem Auto in ein abhebendes Flugzeug einzusteigen, um für eine Flugshow zu proben. Oder wenn ihr bei einem Hausbesitzer in einer Art Wimmelbildspiel zahlreiche Schäden und Fehler im Gebäude finden müsst, um ihm nachzuweisen, dass es sich um einem Schwarzbau handelt. Kreativ ja, fordernd nein. Etwas mehr Denksport gibt es, wenn Alfie bei einer Art Schnitzeljagd in den berühmten Everglades eine illegale Schnapsbrennerei zunächst ausfindig machen und danach durch eine fingierte Explosion unschädlich machen muss.

Durch Gespräche zum Erfolg

Bei einem Banküberfall müsst ihr euch entscheiden, ob ihr das Geld Geld heraus rückt oder versucht, den Täter zur Aufgabe zu überreden. Quelle: PC Games Bei einem Banküberfall müsst ihr euch entscheiden, ob ihr das Geld Geld heraus rückt oder versucht, den Täter zur Aufgabe zu überreden. In Gesprächen mit NPCs setzt ihr manchmal auch euer sogenanntes Verkaufstalent ein. Anfangs verkauft ihr damit noch Land und die passenden Häuser an bauwillige Menschen. Später geht es eher darum, Menschen zu manipulieren. Könnt ihr einen Charakter in Multiple-Choice-Dialogen vielleicht noch mit Argumenten überzeugen, etwas Bestimmtes zu tun, müsst ihr einen anderen vielleicht schon mit dem Tode drohen, um ihn beispielsweise dazu zu bringen, das noch ausstehende Schutzgeld an euren Boss zu zahlen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Im Lauf des Spiels erlebt ihr die Wandlung des Protagonisten von einem rechtschaffenen jungen Mann zum zwar erfolgreichen, aber auch skrupellosen Geschäftsmann. Kein Wunder, wenn man es gegen Ende der Goldenen Zwanzigern auch im Spiel mit schmierigen Geschäftemachern, Schmugglern und korrupten Politikern zu tun hat.

Meinung

Wertung zu A Golden Wake (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Tolle Atmosphäre und ZeitgeistStimmiger Soundtrack aus zeitgenössischer Musik (Jazz, Blues)Gut recherchierte Hintergrundgeschichte auf Basis tatsächlicher Orte, Ereignisse und PersonenZahlreiche liebevoll gestaltete SchauplätzeGut geschriebene DialogeExzellente SprachausgabeAbwechslungsreiche Rätsel …
… deren Qualität aber schwankt und die häufig zu simpel sindOptisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit – Retrografik hin oder herTechnisch verbesserungswürdige AnimationenEinige Orte zu karg und unbelebt

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