Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Gamescom in der Krise? Eine Ferndiagnose für das Jahr 2016
    Quelle: PC Games

    Gamescom 2016: Trotz Warteschlangen und fehlender Neuigkeiten - dabei sein ist alles! Messe-Kommentar

    Die große deutsche Spielemesse Gamescom hat für den Betrachter aus der Ferne an Strahlkraft verloren. Auch Redakteur Peter Bathge war dieses Jahr nicht vor Ort - und doch sieht er in seinem Kommentar eine Zukunft für das Massen-Event in Köln.

    Für viele ist sie ein Highlight des Jahres, Szene-Treffpunkt, Demo-Event. Jedes Jahr pilgern im Lauf einer Woche mehrere hunderttausend Besucher aus ganz Deutschland, aus Europa und dem Rest der Welt nach Köln. Hier gibt es für Otto-Normalspieler eine der seltenen Möglichkeiten, kommende PC- und Konsolen-Hits Monate vor Verkaufsstart auszuprobieren. Auch fast 15 Jahre nach ihrer Geburtsstunde in Leipzig ist die inzwischen ins Rheinland umgezogene Spielemesse Gamescom ein Publikumsmagnet. Einzig ihre Bedeutung in der Branche stagniert seit Jahren, für Presseorgane wie PC Games lohnt sich die Berichterstattung kaum noch.

    Zu viele Spiele gab es schon zwei Monate zuvor auf der E3 in Los Angeles zu sehen, zu wenige Publisher haben Neuigkeiten im Gepäck. Ankündigungen brandneuer Spiele kann man auf der Gamescom gerade in diesem Jahr an einer Hand abzählen, für den zu Hause gebliebenen Spiele-Fan liefern selbst Live-Streams und Trailer kaum neue Erkenntnisse. Dazu gab es im Licht der schrecklichen Amokläufe und Attentate in den Sommermonaten neue Sicherheitsbestimmungen: Rucksackkontrolle am Eingang, keine Waffen-Nachbildungen für Cosplayer. Grund genug, um zu fragen:

    Quo vadis, Gamescom? Videospiele vor Release spielen - mit diesem Versprechen lockt die Gamescom immer noch etliche Besucher an. Videospiele vor Release spielen - mit diesem Versprechen lockt die Gamescom immer noch etliche Besucher an. Quelle: Gamescom

    Alles schon bekannt

    Mass Effect: Andromeda? Nirgends zu sehen. Große Ankündigungen von Ubisoft, Bethesda oder Activision? Fehlanzeige! Die neuen Konsolen Playstation 4 Neo, Xbox Scorpio und Nintendo NX? Nicht auf der Gamescom! Große Hersteller wie Sony, Microsoft und Nintendo verzichteten dieses Jahr auf eine Pressekonferenz und konzentrierten sich darauf, ihre auf der E3 vorgestellten Spiele erneut zu zeigen und möglichst vielen Spieler das Gamepad am Stand in die Hand zu drücken. Gute Nachrichten für alle Köln-Pilger, schlecht für Journalisten und die News-Lage. Ein halbherziger Livestream-Versuch von Electronic Arts führte schließlich zu folgender Aussage von EA-Veteran Peter Moore: "Ich bin mir nicht sicher, dass Videospiel-Pressekonferenzen eine Zukunft haben".

    02:49
    gamescom: Sicherheitskontrollen am Einlass - das sagen die Besucher

    Sicherheitsempfinden nach dem Amoklauf


    Ich war bei einem Live-Tournament von Heroes of The Storm. Die Kulisse war total mitreißend.
    Justin Z. aus Heidelberg
    Justin Z. Justin Z. Quelle: PC Games Die Gamescom und ihre Vorgängerin, die Games Convention, waren freilich schon immer als Besuchermessen konzipiert. Bislang stellten lange Schlangen, schlecht gelüftete Hallen und überfüllte Korridore, speziell am Wochenende, die größten Ärgernisse für all jene dar, die den Trip nach Köln auf sich nahmen. Dieses Jahr jedoch kamen verschärfte Sicherheitskontrollen hinzu. In der Praxis zeigten sich die Maßnahmen aber wenig effektiv, wie unsere Messe-Reporter am eigenen Leib erfuhren.

    Bereits am Donnerstag und Freitag wirkte das Personal im Eingangsbereich unterbesetzt und konnte sich pro Besucher nur wenige Sekunden Zeit nehmen, um Rucksäcke und Umhängetaschen zu kontrollieren. Ohnehin wurden lediglich mitgebrachte Behälter durchsucht, Taschen an Hose und Jacke dagegen komplett ausgelassen. Mehrere Hersteller gaben uns gegenüber an, bereits zusätzliches eigenes Sicherheitspersonal für das Wochenende engagiert zu haben, da sich die Situation dort noch verschärfte.

    Das Beste an der Gamescom ist die Vorfreude.
    Maxi M. aus Rosenheim
    Maxi M. Maxi M. Quelle: PC Games Das im Vorfeld stark kritisierte Verbot von Cosplay-Waffen scheint ebenfalls nicht vollständig durchgesetzt worden zu sein. Viele Kostümierte liefen mit großen Metallwaffen, Fake-Granaten, etc. herum. Ob es sich dabei zu 100% um Besucher handelte, war nicht ganz klar. So konnten Aussteller für ihr Standpersonal eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Allerdings solidarisierten sich viele dieser bezahlten Models mit den Cosplayern und verzichteten freiwillig auf allzu realistische Nachbildungen von Sturmgewehren & Co.

    Eine von uns befragte Cosplayerin, erzählte, dass ihre Schauwaffe akzeptiert wurde, da sich keine beweglichen Elemente daran befanden. Wiederum andere Attrappen waren aus Pappe oder Styropor, was ebenfalls offenbar kein Problem darstellte. Ein weiterer von uns befragter Besucher mit Schwert aus Schaumstoff erzählte, dass er die Attrappe am Rücken trug und ohne Probleme durch die Kontrollen kam.

    Wer in Verkleidung auftrat durfte keine realistischen Nachbildungen echter Waffen als Teil seines Kostüms tragen. Wer in Verkleidung auftrat durfte keine realistischen Nachbildungen echter Waffen als Teil seines Kostüms tragen. Quelle: PC Games Der Einlass selbst erfolgte schubweise. Es wurden immer Ansammlungen von größeren Gruppen vorgelassen, während die Menge dahinter in großem Abstand (oder gar im Außenbereich) warten musste. Zwei Schlangen (eine für Besucher mit Rucksack oder Tasche und eine ohne) verteilten den Druck auf die Sicherheitskontrollen weiter. Zudem wurden wieder mehrere Eingänge genutzt, um die Massen ein wenig aufzuteilen. Hier sorgten Sicherheitskräfte hinter den Schranken dafür, dass es zu keinem Gedränge kam. Bereits am Donnerstag waren so gut wie keine Gassen mehr vorhanden, der Besucher benötigten bis zu einer Stunde, nur um die Halle zu wechseln. Am Donnertagnachmittag erkannten die Sicherheitskräfte die Lage und ließen die Rolltreppen zwischen Eingang und Ausstellerhallen nur noch in eine Richtung laufen. Der Strom an Besuchern wurde dabei an diesem Nadelöhr vorbei in die hinteren Hallen umgeleitet. Der Nachteil waren deutlich längere Laufwege und Gedränge an den Zwischenstationen. Bereits am Donnerstag standen Besucher geschlagene acht Stunden an, um Battlefield 1 zu spielen. Bereits am Donnerstag standen Besucher geschlagene acht Stunden an, um Battlefield 1 zu spielen. Quelle: PC Games

    Verpasst: neuer Besucherrekord

    Überhaupt: Die Gamescom war auch dieses Jahr brechend voll, obwohl die 2015-Rekordmarke von 350.000 Besuchern nicht übertroffen werden konnte. Von einem abflauenden Interesse wie es online auf PCGames.de und anderen News-Seiten zu beobachten ist, war vor Ort in Köln dennoch nichts zu sehen. Viel Kritik gab es in den Vorjahren für das Messekonzept und das Management der Menschenmassen, die sich weiterhin durch mehrere Engstellen pressen müssen, bevor sie in die großen Ausstellerhallen gelangen. Die einzelnen Hersteller schienen dem Ansturm erneut nicht gewachsen zu sein, so gab es bereits am Donnerstag Meldungen über stundenlange Schlangen.

    03:50
    Waffenlos, sinnlos? Cosplay-Interview zu den Gamescom-Sicherheitsmaßnahmen

    Ich will unbedingt das neue Call of Duty anspielen.
    Isabel J. aus Hattingen
    Isabel J. Isabel J. Quelle: PC Games Vor allem Battlefield 1 war bei den Besuchern gefragt, bis zu acht Stunden warteten Interessierte auf einen Platz an PC oder Konsole - dabei startet am 31. August die Open Beta, bei der jedermann bequem von zu Hause aus die Messe-Maps ausprobieren kann. Der Ego-Shooter gehört aber auch zu den am sehnlichst erwarteten Spielen, was sich unter anderem im Gewinn zweier Siegestrophäen bei der Computec-eigenen Preisverleihung des BÄM! Awards niederschlug. Auch das PC-Prestigeprojekt Star Citizen erfreute sich trotz gleichzeitiger, weltweit gültiger Gratisphase in Köln großer Beliebtheit. An den Präsentationsrechnern brachen hunderte hunderte Spieler mit Flightstick und Schubregler zu einem Probeflug durch das persistente Online-Universum auf.

    Die Pläne für 2017 liegen bei der Messeleitung schon längst in der Schublade: Die Gamescom wird künftig auf den Sonntag verzichten und dafür verbindlich in der letzten Augustwoche stattfinden. Für Ticket-Käufer ist die Messe somit ab nächstem Jahr von Mittwoch bis Samstag geöffnet. Ob das für einen Besucherschwund sorgen wird? Wohl kaum.

    Persönliches Fazit eines Zu-Hause-Bleibers

    Arm an Überraschungen und kein zugkräftiges News-Thema: Die Gamescom hatte 2016 einen ganz schlechten Ruf bei uns Journalisten. Schließlich gab es alles Wichtige schon zwei Monate vorher auf der E3 zu sehen und mit den wirklich spannenden Infos (etwa zu Mass Effect: Andromeda) rücken die Hersteller erst im Laufe der nächsten Monate auf eigenen Events raus. Doch ich finde, dass die Presse die Wichtigkeit der Gamescom nicht unterschätzen darf. Für den Standort Deutschland ist es immer wieder ein sagenhafter Erfolg, dass ausgerechnet die in der Vergangenheit abwechselnd belächelten und verteufelten Videospiele derart viele Menschen nach Köln locken - 2016 waren es immerhin 345.000.

    Die Gamescom wird 2017 nicht mehr sonntags stattfinden. Ob das den Besucherandrang besser verteilt? Oder geht es dafür am Samstag noch chaotischer zu? Die Gamescom wird 2017 nicht mehr sonntags stattfinden. Ob das den Besucherandrang besser verteilt? Oder geht es dafür am Samstag noch chaotischer zu? Quelle: Gamescom Gerade in Zeiten von Terrorangst und den Amokläufen verirrter Einzeltäter setzt die Gamescom ein ungemein positives Zeichen: Hier kommen Menschen aus allen Bevölkerungsschichten zusammen, um ein gemeinsames Hobby zu zelebrieren. Wer einmal auf der Messe war, wird vielleicht angesichts der Flut der Leiber stöhnen, die sich durch die Hallen wälzen. Er wird sich über astronomische Essenspreise aufregen und die langen Wartezeiten in manchen Schlangen verfluchen. Aber er wird sich auch gerne an toll gestaltete Stände (das Mafia 3-Kino!) und interessante Gespräche mit anderen Spielern oder Entwicklern (bester Treffpunkt: der Indie Arena Booth) erinnern. Doch vor allem hat er die Chance, Spiele vor Release auszuprobieren und sich eine eigene Meinung vor dem Kauf zu bilden. Das ist auch in Zeiten von Let's Plays und User-Reviews immer noch unbezahlbar.

    Wenn es um die Bedeutung der Gamescom geht, passt ein Werbespruch zu Sonys Playstation 4 wie der Daumen aufs Thumbpad: This is for the players.

    06:16
    gamescom: Besuch bei der Indie-Arena - heiße Newcomer im Video-Rundgang
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1205251
gamescom
Gamescom 2016: Trotz Warteschlangen und fehlender Neuigkeiten - dabei sein ist alles! Messe-Kommentar
Die große deutsche Spielemesse Gamescom hat für den Betrachter aus der Ferne an Strahlkraft verloren. Auch Redakteur Peter Bathge war dieses Jahr nicht vor Ort - und doch sieht er in seinem Kommentar eine Zukunft für das Massen-Event in Köln.
http://www.pcgames.de/gamescom-Event-238739/Specials/2016-Krise-Quo-Vadis-Kommentar-Kolumne-Dabei-sein-ist-alles-1205251/
22.08.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/08/Gamescom-2016-Kommentar-Foto-06-pc-games_b2teaser_169.jpg
gamescom,e3,kolumne,köln
specials