The Secret World im Test: PC Games trifft Templer, Illuminaten und einen komplexen Skilltree

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Nach langer Entwicklungszeit wird Funcoms MMORPG The Secret World veröffentlicht. Die PC Games-Redaktion stürzt sich in den Secret World-Test und zerpflückt das Online-Rollenspiel gewohnt gründlich. Heute geht es los mit dem Einstieg ins Spiel für alle, die sich noch nicht intensiv mit dem reizvollen Setting in einer düsteren Zukunft beschäftigt haben. In regelmäßigen Updates schildern wir unsere Testerlebnisse und bewerten das Gespielte.

Templer, Illuminaten, Verschwörungstheorien und eine verborgene Welt, die nicht länger damit zufrieden ist, verborgen zu bleiben: Über fünf Jahre nach seiner Ankündigung öffnet Funcoms neustes MMORPG endlich die Pforten! Was The Secret World mitbringt? Ein modernes Setting, eingefasst in einer alternativen Version unserer eigenen Welt und Gegenwart. Eine rätselhafte Bedrohung zwischen Dämonen, Magie, wahr gewordenen Mythen, tatsächlich existierenden Geheimbünden und der Technologie des 21. Jahrhunderts. Eine Storyline, die aktuelles Zeitgeschehen ebenso aufgreift wie Sagen und Legenden längst vergangener Kulturen. Eine Abkehr von den genretypischen Charakterklassen hin zu einem freien Talentsystem.

Und vor allen Dingen auch einen Headstart-Event: Eigentlich beginnt The Secret World erst am 3. Juli, alle Vorbesteller dürfen aber bereits seit dem 29. Juni ran – natürlich sind wir mit dabei! Statt eines schnellen Abtauchens hinein in eine bedrohliche Schattenwelt bekommen wir allerdings zunächst nur eine Auffrischung der Lektion, die uns Funcom bereits mit Age of Conan ungefragt spendiert hat: Wartung heißt Wartung, weil man als Spieler erst mal wartet. Die Server sind offline, der Content wird gepatcht – doch die Auszeit dauert nur kurz und erfreulicherweise hält sich Funcom auf die Minute genau an die angekündigten Updatezeiten. Das haben wir bei anderen MMO-Starts schon weitaus schlimmer erlebt.

Und so begrüßt uns The Secret World relativ reibungslos in seinem Charakter-Workshop: Ein Klassensystem sucht man vergebens, ebenso eine Hintergrundgeschichte; beides entsteht in Funcoms Kompendium der Weltmythologien durch eure Handlungen und eure bevorzugte Spielweise. Hier geht es zunächst fast nur ums Design – bis auf eine "Kleinigkeit": die Entscheidung für eine Organisation, der ihr euch verpflichten wollt! Zur Wahl stehen die amerikanischen Illuminaten, die Templer Großbritanniens und die im asiatischen Raum angesiedelten Drachen. Praktisch für den ahnungslosen Neuling: In kurzen Videos stellen sich die drei Fraktionen schön übersichtlich vor. Unser Weg führt an dieser Stelle zu den Templern, hauptsächlich weil wir uns wünschen, dass unsere junge Kriegerin in London eine Menge Verbündete mit charmantem britischem Akzent abbekommt.

Diese Hoffnung wird jedoch sogleich zerstört: Die Charaktere, denen wir auf unserer Reise begegnen, beherrschen allesamt deutsche Spracheausgabe – und das gar nicht mal so schlecht. Unsere Protagonistin bleibt dagegen auffällig schweigsam: kein Wort kommt ihr über die Lippen. Vielleicht hat sie inmitten der unheimlichen Ereignisse, die ihr Leben auf den Kopf gestellt haben, die Stimme verloren? Schließlich durften wir in der kompakten Film-Introsequenz des Spiels mit ansehen, wie unsere Heldin nach einem verstörenden Alptraum am nächsten Morgen mit pyrokinetischen Kräften aufwacht und im Laufe eines tagelangen Do-it-yourself-Trainings ihrer neuen Talente zunächst das eigene Apartment abfackelt.

The Secret World: Die ersten Schritte

Screenshots (DirectX 11) aus Funcoms Online-Rollenspiel The Secret World. Sie zeigen den Einstieg ins Spiel. (25) Quelle: PC Games Screenshots (DirectX 11) aus Funcoms Online-Rollenspiel The Secret World. Sie zeigen den Einstieg ins Spiel. (25) Wahrscheinlicher ist es wohl, dass Funcom euch nicht durch eine fremde Stimme die Illusion rauben möchte, eure ganz eigene Figur durch eine persönliche Geschichte zu steuern – die Identifikation mit eurem Charakter ist ein Kernelement von The Secret World, durch das realitätsnahe Setting kommt die Frage "Was würdest Du in dieser Situation tun" sehr glaubwürdig beim Spieler an. Da passt der insgesamt wuchtige Einstieg eigentlich ganz gut ins Bild: Wir bekommen zum Start unseres Abenteuers mit der Londoner Innenstadt direkt eine umfangreiche Location präsentiert, machen innerhalb der ersten Stunde überwältigende Ereignisse durch und lernen auch ohne die vielen anderen Mitspieler um uns herum eine Menge wichtiger Figuren kennen.

Zum Glück bringt The Secret World eine elegante Minimap samt Benutzerführung mit, die unaufdringlich, aber verlässlich Infos und Routenplanung für uns bereithält. So fällt es nicht schwer, im Laufe unserer ersten Missionen einigermaßen wohlbehalten in der Zentrale der Templer anzukommen. Dort führen alle Wege zu einem mit (noch) harmlosen Dämonen bestückten Trainingsraum – und hier bleiben wir zunächst mal und nutzen die reichhaltigen Angebote, um uns ausgiebig mit Waffen, Zauberei, Zielsystemen, dem Interface und dem doch etwas komplexen Skilltree zu beschäftigen. Sicher keine schlechte Idee, dass wir zuvor unsere erste Konfrontation mit den Kreaturen der Finsternis überlebt haben, verdanken wir nämlich (ebenfalls noch) nicht unserem eigenen Geschick, sondern eher ein paar taktisch gut platzierten Säulen, hinter denen wir in Deckung hechten konnten. Bei der nächsten Begegnung werden wir sehen, was das Üben bringt!

The Secret World: Erstes Fazit

Wie lautet also unser Fazit zum Spielstart? Kurzum: Technisch erfreulich problemlos, inhaltlich zunächst etwas überfrachtet: The Secret World schlägt eine eigentlich unnötige Hektik an, quetscht eine Menge Inhalt, Tutorials, Figuren, umfangreiche Spielbezirke und ziemlich dicke Brocken der Hintergrundgeschichte gleichzeitig in die ersten ein, zwei Stunden. Funcom sollte die Sache vielleicht einfach etwas gemächlicher angehen, vor allem den Einstieg in das Konzept einer Spielwelt, deren unerwartet vielschichtige, weil den meisten Menschen unbekannte Realität von verborgenen Geheimbünden gelenkt wird, hätte man deutlich ausbauen können. Filme wie "The Matrix" und Games wie Deus Ex wirken deswegen so intensiv und authentisch, weil man den Protagonisten dabei beobachtet, wie er ganz langsam von seinem Alltag in eine wesentlich bedeutsamere, alternative Existenz versetzt wird.

The Secret World verpackt diese entscheidenden Momente in eine einzige, zügige Filmsequenz und beraubt sich damit selbst eines potentiell genialen Prologs! Warum bekommen wir die so wichtige Verwandlung unserer Figur einfach nur gezeigt? Warum dürfen wir die Tage, in der sie zwischen beängstigenden Träumen und ihren neuentdeckten Fähigkeiten hin- und her wandert nicht selbst erleben und nachspielen? Warum besteht der erste Kontakt zu einem Geheimbund aus einem simplen Klingeln an unserer Haustüre? Schade drum – aber kein allzu großes Problem. Denn wer sich nicht von dem hohen Tempo des Secret World-Einstiegs anstecken lässt und die ersten Schritte im Spiel ruhig und ohne Hektik genießt, bekommt auf jeden Fall Lust auf mehr! Hinweis: Dieser Artikel wird regelmäßig mit Testergebnissen aus dem weiteren Spielverlauf ergänzt und schließlich mit einer Wertung abgeschlossen.

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    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Saybia Mitglied
        Wann kommen hier eigentlich mal eines der regelmäßigen Updates? Bin gespannt, was die PC Games so über das Spiel denkt. Ruft ja scheinbar sehr geteilte Meinungen hervor.
      • Von Saybia Mitglied
        Wann kommen hier eigentlich mal eines der regelmäßigen Updates? Bin gespannt, was die PC Games so über das Spiel denkt. Ruft ja scheinbar sehr geteilte Meinungen hervor.
      • Von MiLCHMAUSiE Mitglied
        Zitat von Rylah2
        Gott, wieder so eine gekünstelte Kritik. Wenn man nichts findet, dann wünscht man sich einfach ein anderes Spiel. Das ist ein MMO, kein Single-Player Game. Das Nachspielen der Verwandlung wäre tatächlich überfrachtet und nebenbei überföüssig wie ein Kropf. Kein Wunder, dass man Filme (nicht interaktiv) und ein SP Game wie Deus Ex zum Vergleich heranziehen muss.

        Und wieso müssen sich "MMO" und "gemächlicher, atmosphärischer Einstieg" immer gegenseitig ausschließen? Gerade deswegen, WEIL man ja wohl nicht "maxleveln" kann, hätte sich ein langsamerer Einstieg absolut angeboten.
        Und den Vergleich zum Single-Player-Game kann ich nicht nachvollziehen. Eine tiefe, lange und sich langsam aufbauende Geschichte steht auch einem Mehrspieler-Titel gut.

        Ein anderes Spiel hat sich niemand gewünscht, nur einen anderen, "genaueren" Einstieg in ein Spiel das eben nicht die gängigen MMO-Mechanismen (schnell, schnell, wegklicken, durchrushen, Boss legen) in den Vordergrund stellt.
        Ich für meinen Teil kann die Kritik daher gut nachvollziehen.

        Aber es läuft wie so oft auf das Thema Geschmackssache hinaus, was eine ernsthafte Diskussion sinnlos macht. ;-)
      • Von Rylah2 Stille/r Leser/in
        Gott, wieder so eine gekünstelte Kritik. Wenn man nichts findet, dann wünscht man sich einfach ein anderes Spiel. Das ist ein MMO, kein Single-Player Game. Das Nachspielen der Verwandlung wäre tatächlich überfrachtet und nebenbei überföüssig wie ein Kropf. Kein Wunder, dass man Filme (nicht interaktiv) und ein SP Game wie Deus Ex zum Vergleich heranziehen muss.
      • Von Mothman Mitglied
        Zitat von rednose
        ja, geht. Auf englisch war das unter der "gear manager" option im charakter-menü(c). Man hatte allerdings nur8(?) slots und musste zusätzliche bei einem der Händler in deinem Hub für 100000(?) zukaufen. Da wird dann auch gleich das equipment, dass du ausgerüstet hast mitgespeichert
        Man kann allerdings Decks NICHT im Kampf wechseln.
        Hah, sehr gut. Danke dir. Das hat geklappt.
      • Von rednose Anwärter/in
        ja, geht. Auf englisch war das unter der "gear manager" option im charakter-menü(c). Man hatte allerdings nur8(?) slots und musste zusätzliche bei einem der Händler in deinem Hub für 100000(?) zukaufen. Da wird dann auch gleich das equipment, dass du ausgerüstet hast mitgespeichert
        Man kann allerdings Decks NICHT im Kampf wechseln.
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