Ab-gezockt?
Warcraft 3
Problematisch: Kleine Fachhändler haben an den hohen Preisen am meisten zu knabbern - sie können sich werbewirksame Sonderangebote nicht leisten.
, Neverwinter Nights, Mafia: drei brandaktuelle Top-Spiele, für die man jeweils locker mehr als 40 Euro hinlegen darf. Zum Beispiel bei Soundcheck in Offenbach.
Mafia gibt's hier für knapp 43 Euro, Neverwinter Nights ist für satte 47 Euro zu haben - umgerechnet rund 94 Mark. Kein Wunder, dass viele Kunden hinter den hohen Preisen den (T)Euro wittern: Im Jahr 2000 zahlte man für Baldur's Gate 2 vergleichsweise günstige 85 Mark.
Soundcheck-Inhaber Oskar Walter beteuert allerdings, dass er seine Gewinnmargen um keinen Cent erhöht hat - im Gegenteil: "Heute verdiene ich an einem PC-Spiel etwa 5,30, im Jahr 2001 waren es DM 11,20." Die Großhandelspreise belegen das. Dort wollte man für Baldur's Gate 2 im November 2000 DM 65,90 haben, heute sind es für Neverwinter Nights 39,90. Denselben Preis zahlt Oskar Walter für Warcraft 3 - und die Käufer, die bei dem Sonderangebot einer bekannten Großmarkt-Kette zuschlugen. Mit solchen Aktionspreisen kann ein kleiner Laden wie Soundcheck nicht konkurrieren. Warcraft 3 stand dort wie Blei in den Regalen: "Nach der ersten Woche musste ich die Notbremse ziehen und das Spiel zu meinem Einkaufspreis verkaufen", resümiert Walter.
Infogrames Deutschland will sich den Teuro-Schuh auch nicht anziehen. "Die empfohlenen Verkaufspreise sind zum Jahreswechsel im Verhältnis zum Umrechnungskurs übernommen worden", so Thomas Huber, Verkaufsdirektor bei Infogrames. "Neverwinter Nights kostete in der Entwicklung mehrere Millionen US-Dollar, so dass hier ein empfohlener Verkaufspreis von 49 Euro gerechtfertigt ist. Die Kosten sind im Spiele-Bereich deutlich gestiegen - durch geringere Verkaufszahlen, Raubkopierer, günstige Flatrates." Tragen also Software-Piraten die Schuld an den hohen Spiele-Preisen? Fest steht, dass es Verkaufspreise von umgerechnet annähernd 100 Mark - von ganz wenigen Ausnahmen wie Command & Conquer 3, das 1999 für DM 99,95 angeboten wurde, einmal abgesehen - schon seit Mitte der 90er-Jahre nicht mehr gab.
Fest steht allerdings auch, dass es in Zeiten von DSL und Internet-Tauschbörsen noch nie so einfach war, ein Spiel für lau zu bekommen. Bei Vivendi Universal sieht man das ähnlich: "Wir unternehmen alle Anstrengungen, um der Problematik Herr zu werden. Der Battle.Net-Key ist beispielsweise ein bewährtes Instrument, um trotz existierender Cracks immer noch hervorragende Verkaufszahlen zu erzielen", sagt Miriam Nau, Marketing Managerin von Vivendi. Es ist kein Wunder, dass die Hersteller immer öfter auf findige und für den legalen Nutzer lästige Kopierschutz-Mechanismen zurückgreifen müssen - angesichts der explosionsartig gestiegenen Produktionskosten (siehe Tabelle) tut jede Raubkopie doppelt weh.
Und gerade diese Kosten bringen den Stein ins Rollen: Wenn etwa Sunflowers drei Millionen Euro in die Entwicklung von Anno 1503 (empfohlener Verkaufspreis: rund 50 Euro) investiert, muss das Geld schließlich irgendwie wieder reingeholt werden - 100.000 verkaufte Exemplare, vor ein paar Jahren noch ein Erfolg, würden inzwischen noch nicht mal einen Bruchteil der Kosten decken. Die Prognose vieler Hersteller: Die Preise für Spitzenspiele werden sich mittelfristig bei rund 50 Euro einpendeln. Bittere Erfahrungen in der Vergangenheit hätten nämlich gezeigt, dass selbst eine massive Preissenkung (das Rollenspiel-Epos Das Schwarze Auge 3: Schatten über Riva wurde von Topware Interactive vom Start weg für umgerechnet 25 Euro angeboten) nur wenige zusätzliche Exemplare verkauft - zu wenige. Das musste auch Topware, ein Verfechter des Kein-Spiel-darf-mehr-als-50-Mark-kosten-Credos, feststellen: Die Firma existiert heute nicht mehr.
Warum Top-Spiele 45 Euro kosten:
T-Day: Command & Conquer: Tiberian Sun wurde 1999 für stolze 99,95 DM verkauft und löste heftige Proteste aus.
- Rasant gestiegene Personalkosten durch immer größere Teams
- Gesunkene Verkaufszahlen durch Raubkopier-Problematik
- Immer längere Entwicklungszeiten (mind. 2 Jahre für Top-Spiele)
- Enorme Kosten für die Lizenzierung von 3D-Engines
- Gestiegener Aufwand für Sprachaufnahmen sowie Übersetzungen
- Höheres Qualitätsbewusstsein der Käufer
- Konkurrenzkampf erfordert verstärkte Marketing-Anstrengungen
- Erhöhter Testaufwand in der Qualitätssicherung

Ciao
Holger
WAS SOLL DENN DIESER KOMMENTAR? WENN EIN SPIEL AM ANFANG 50 EURO KOSTET ABER ES NIEMAND KAUFT, WEIL ES ZU TEUER IST, SO HAT DIE SPIELEINDUSTRIE JA WOHL AUCH KEIN GELD VERDIENT. UND NACH EINEM JAHR ODER EINEM KUERZEREN ABSTAND WIRD DAS SPIEL FUER 30 EURO VERKAUFT, WEIL ES SICH HALT FUER DEN ANDEREN PREIS NICHT VERKAUFT HAT, SO HAT DIE INDUSTRIE HALT IN DIESER KEIN ODER NUR WENIG GELD VERDIENT. UND SO KANN ES SEIN DAS ES DEN SPIELEHERSTELLER NICHT MEHR GIBT, WEIL ER DEN PREIS ZU HOCH ANGESETZT HAT.
KURZES RECHENBEISPIEL
EIN SPIEL KOSTET 20 EURO IM EINKAUF
1 SPIELER KAUFT ES FUER 50 EURO (HANDEL VERDIENT 30 EURO)
2 SPIELER WUERDEN ABER NUR 40 EURO DAFUER AUSGEN (HANDEL HAETTE 40 EURO VERDIENT)
3 ODER MEHR WUERDEN NUR 35 EURO DAFUER AUSGEBEN (HANDEL HAETTE 45 EURO VERDIENT)
JE MEHR SPIELER EIN SPIEL FUER EINEN ANGEMESSENEN UND VERTRAEGLICHEN PREIS KAUFEN, DESTO MEHR VERDIENT DER HANDEL, DESTO MEHR VERDIENT DIE SPIELEINDUSTRIE, WEIL DIE ENTSPRECHENDE NACHFRAGE DA IST.
Ein Klugscheisserle ;-)
In anderen postings wird dann der Industrie vorgeworfen, daß sie doch die Brenner billig auf den Markt schmeißen und sich dann beschweren, daß immer mehr Spiele gebrannt werden. HALLO??? Sind wir hier in nem Kindergarten? Was hat denn z. B. Ubi Soft oder EA mit Brennern zu tun? Entwickeln und verkaufen die jetzt auch schon Brenner? Meine Fresse, die Argumente hier sind erbärmlich! So langsam wirds richtig albern.
Mit der Wirtschaft geht es halt bergab und das Geld in den Haushalten wird immer knapper, da wird halt als erstes an Artikel die nicht zum Leben notwendig sind, gespart. Da die Industrie das aber nicht wahrhaben will, steigert man kurzerhand die Preise und... fällt hoffentlich damit richtig auf die Schnauze.
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