Electronic Arts: Der angeblich schlechteste Konzern Amerikas - Hintergründe, Fakten und mehr

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Als Trip Hawkins Electronic Arts im Jahr 1982 gründete, war ihm nicht bewusst, dass er damit den Grundstein für den schlechtesten Konzern Amerikas im Jahr 2012 legte. Ob das 30-jährige Jubiläum mit dieser Auszeichnung an Glanz verliert, muss sich erst zeigen. PC Games blickt zurück auf 30 Jahre Electronic Arts.

Die Gründung von Electronic Arts liegt nunmehr 30 Jahre zurück. Ein stolzes Jubiläum für einen Videospielehersteller, der zwischenzeitlich mehrere Rollen einnahm. Mal galt der Konzern als Pionier, mal war man Marktführer, dann Publikumsliebling und plötzlich die schlechteste amerikanische Firma 2012, ausgezeichnet von tausenden Lesern der Internetseite The Consumerist. Im Jahr 1982, dem Gründungsjahr von Electronic Arts, war das kaum vorstellbar. Was allerdings kaum einer weiß, 1982 hieß Electronic Arts noch Amazin' Software. Erst im Oktober desselben Jahres wurde der Name gewechselt. Gegründet wurde das Unternehmen von Trip Hawkins, dem damaligen Director of Product Marketing bei Apple. Schnell wuchs die Mitarbeiterzahl und bis 1983 waren vor allem ehemalige Mitarbeiter von Apple, Atari oder Xerox an Bord. Selbst Steve Wozniak, einer der Mitgründer von Apple, saß im Aufsichtsrat.

Hier das Cover von M.U.L.E., das eher an ein Album- als an ein Spiele-Cover erinnert. Hawkins Philosophie war es, Entwickler als Rockstars zu präsentieren. Dementsprechend waren Teil des Teams auch auf dem Cover selbst vertreten (unten rechts). Quelle: Electronic Arts Hier das Cover von M.U.L.E., das eher an ein Album- als an ein Spiele-Cover erinnert. Hawkins Philosophie war es, Entwickler als Rockstars zu präsentieren. Dementsprechend waren Teil des Teams auch auf dem Cover selbst vertreten (unten rechts). In den frühen Jahren nach der Gründung stand Electronic Arts bei zahlreichen Entwicklern hoch im Kurs, denn eine von Hawkins Absichten war es, die Verantwortlichen für die Spiele wie Rockstars erscheinen zu lassen. Daraus resultierten auch die quadratischen Cover der Spiele, die gewollt an die Verpackungen von Musikalben erinnerten. Zwei der populärsten Beispiele sind M.U.L.E. oder Pinball Construction Set. Darüber hinaus bezeichnete Electronic Arts die Entwickler stets als Künstler und ließ diese sogar auf Anzeigen in Heften erscheinen. Im Bereich der Heimcomputer konnte sich Electronic Arts so schnell zu einem bei Spielern und Entwicklern gleichermaßen beliebten Publisher hocharbeiten. Erst Anfang der 1990er Jahre streckte der Konzern die Fühler auch in Richtung Konsolen aus. Es war die Zeit, in der Trip Hawkins das Unternehmen verließ und Larry Probst die Führung überließ. Hawkins gründete 3DO Company. Nachdem die Konsole, der 3DO, floppte, konzentrierte man sich dort auf die Entwicklung von Videospielen. Im Mai 2003 ging die Firma Pleite und Hawkins gründete Digital Chocolate, einen Hersteller für Mobile-Games.

Nach Hawkins Weggang ging die Erfolgsgeschichte von Electronic Arts allerdings erst so richtig los. Während der 1990er-Jahre mauserte sich der Konzern zum unangefochtenen Marktführer in Sachen Unterhaltungssoftware. Dazu zählen nicht nur PC-Spiele sondern auch Games für Konsolen oder Handhelds. Bis 2000 war man in über 75 Ländern vertreten und veröffentlichte jährlich mehr als 100 Spiele. Doch bereits Ende der 1990er Jahre begann das Image des Herstellers vor allem bei Spielern zu bröckeln.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Electronic Arts-Portrait: Die Anfänge und der erste Image-Schaden
  2. Seite 2 Electronic Arts-Portrait: Die Akte Westwood und miese Arbeitsbedingungen
  3. Seite 3 Electronic Arts-Portrait: Die Ära des John Riccitiello Verluste trotz Mut
  4. Seite 4 Electronic Arts-Portrait: Der Origin-Skandal und die fragwürdige Auszeichnung
    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Enisra Mitglied
        Kommt schon wieder einer mit dem Blödsinn von wegen Werbung und keine Kritik?
        also langsam nervt das und wird auch langweilig, läßt eucht gefälligst mal was neue und intelligenteres einfallen als dieses Ding das noch mehr Logiclücken als die Mondlandungslüge-Lüge hat

        Und nein, das muss man inzwischen nicht mehr zerlegen warum das Blödsinn ist, die 5 Male davor reichen jetzt auch mal als verweiß
      • Von Enisra Mitglied
        Kommt schon wieder einer mit dem Blödsinn von wegen Werbung und keine Kritik?
        also langsam nervt das und wird auch langweilig, läßt eucht gefälligst mal was neue und intelligenteres einfallen als dieses Ding das noch mehr Logiclücken als die Mondlandungslüge-Lüge hat

        Und nein, das muss man inzwischen nicht mehr zerlegen warum das Blödsinn ist, die 5 Male davor reichen jetzt auch mal als verweiß
      • Von redrobur NPC
        Mich interessiert ja hauptsächlich erst einmal, wie die PC Games-Redakteure über solche Dinge wie "EA-schlechtester Konzern" berichten. EA ist schließlich mittelbar einer der größten Kunden, der Werbung schaltet und damit letztendlich die Löhne der Redakteure bezahlt.

        Während z.B. die PC-Gemes -Redaktion bei den ersten Berichten über Origin völlig gefailt hat (...ist später dann aber besser geworden), finde ich diesen Beitrag gut gegelungen:

        Viele Hitergrundinformationen, Zusammenhänge werden aufgezeigt, eine Selbstzensur oder Stimmungsmache ist nicht zu erkennen. Gute Arbeit, Herr Thöing!

        Zur Sache:
        Die Moral und Ethik, die in einem Konzern herrscht (so auch bei EA), ist genau die Moral, die die Kunden des Konzerns haben, die die Produkte kaufen. Die Aktionäre spielen dabei gar keine Rolle, die interessiert nur die Netto-Rendite, vollkommen egal wo die herkommt. Sei es aus dem Verkauf von Anti-Personen-Minen in afrikanische Krisengebiete oder durch den Bau von Schulen und Krankenhäusern in genau den gleichen Gebieten.
        Oder eben durch den Verkauf von innovativen und kreativen Games einerseits oder schnell hingeklatschte Stangenware (FIFA Version 1283) andererseits, weil man damit rechnen kann, dass ein paar Vollverblödete immer noch Papis Taschengeld dafür hinblättern.

        Hauptsache, die Kasse stimmt und irgendjemand bezahlt dafür.
        Sobald keiner mehr bezahlt, gibt es auch ganz schnell Veränderungen.
      • Von Ash2X Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        Es wird mal wieder Zeit für einen richtigen Computer- und Videospielcrash. Möge der Sturm solche Firmen wegfegen und ihren DRM Kopierschutz samt DLC-Mist mitnehmen :-D
        Wir stehen mit der neuen Konsolengeneration kurz davor.Wie auch bei den vorigen Generationen wird wieder ein Entwickler nach dem anderen das Zeitliche segnen,der PC-Markt läuft (bis auf extrem wenige Ausnahmen) seit Jahren gegen die Wand und exestiert fast nur noch aufgrund von Indie-Games und Konsolenports (die dank PC-ähnlicher XBox360 wenig Aufwand kosten) und es gibt nur noch einen Bereich der gerade mächtig viel Geld verspricht mit minimalem Aufwand: Smartphones.
        Nachdem die neuen Handhelds sich auch eher schleppend verkaufen wird es noch deutlicher: Causal-Games für Smartphones sind günstig für die Kunden,bei dem Preis werden fast alle Fehler verziehen,die Entwicklung ist meistens sogar günstiger als bei einem SNES-Spiel und durch die Masse der verkauften Geräte haben sie eine Hardwarebasis von der andere Bereiche träumen können.Mag sein das es verfliegt wie der Jamba-Klingelton-Trend,aber bis dahin müssen sich die "Großen" etwas einfallen lassen um nicht nur die Produktionskosten zu decken sondern auch Gewinn zu erwirtschaften - dies ist meistens nur noch mit DLC möglich,

        Das es für uns "echte Zocker" nicht gerade positiv ist liegt auf der Hand,aber je besser die Optik,je ausgereifter die Entwicklung desto weniger Konkurrenz gibt es auf den Spielemarkt weil sich kleinere Spielefirmen den Aufwand nicht leisten können.Egal für welche Plattform.Solange es keinen richtigen Konkurrenzkampf mehr gibt bekommt der Spieler weniger umsonst weil es sich die Firmen leisten können.
        Ich denke EA hat da eigentlich ein ganz cleveres System entwickelt: Man hat die Option sich Vorteile gegenüber der Normalsituation gegen Echtgeld/MS Points zu erkaufen wenn man selbst nicht lange spielen möchte.Keiner wird dazu gezwungen.Das Problem daran sind spiele wie Fight Night Champions bei dem ich auch Online mit einer Investition von ca 8€ meinen Mitsteitern zum Start deutlich überlegen bin.Je mehr Spieler es nutzen desto mehr wird es solche Optionen geben - also liegt es zum Teil auch in unserer Hand,das darf man nicht vergessen.
      • Von Daishi888 Gelegenheitsspieler/in
        Das ist ein wirklich sehr schweres Thema! Darüber könnte man locker 2-3 Doktor-Arbeiten schreiben. Da spielen viele Sachen eine Rolle; die allgemeine Marktwirtschaft, die Wirtschaftskrise, Finanzpolitik, diverse Gesetze, der Spielemarkt im Wandel der Zeit, Kunst, Risiken und Nebenwirkungen, dass Geld die Welt regiert, die Behandlung der Spieler bzw. Endverbraucher und und und.
        Das alles unter einen Hut zu bringen und dann eine schlüssige Begründung für den verliehenen Preis zu formulieren ist schier unmöglich für alle hier, denke ich.

        Ich als ganz kleiner Mann ganz unten möchte nur, dass meine "lieblings-Entwicklerstudios" weiterhin so arbeiten können wie zu dem Zeitpunkt als Sie noch eigenständig waren und durch Ihre tollen Spiele bekannt wurden. EA macht das Arbeiten so leider nur noch teilweise möglich und was hinten dabei raus kommt gefällt mir als Endverbrauchen nicht! Ganz einfach. Und deswegen geht aus meiner Sicht solch ein Preis in Ordnung um denen da oben einfach mal klar zu machen, dass viele Spieler sehr verärgert sind und dass wenn die so weiter machen es nur noch schlimmer werden kann.
        Ich als Spieler möchte "nur" Spaß beim zocken haben und mir nicht über die Geld-Politik oder Moralvorstellungen oder sonst was eines Milliarden schweren Unternehmens Gedanken machen müssen. Klar mache ich es mir damit sehr einfach, aber was sollen wir denn noch alles machen als sich täglich über Job, Freundin, Miete(Geld) etc. Gedanken zu machen!? Ich sehe leider nur; EA kauft Entwicklerstudios und als nächstes sinkt die Qualität des Spiels des gekauften Studios. Was will man jetzt als kleiner "Zocker" machen? Schreibe ich einen Brief an den Riccitiello, der Millionen auf dem Konto hat, jedes WE in seine Villa am Strand fährt, meinen Brief unter Ablage 'P' legt und sich ins Fäustchen lacht oder gebe ich meine Stimme AE für die schlechteste Firma? Liegt doch auf der Hand, oder?

        Aber wenn ich mir jetzt mal Gedanken machen würde, würde ich zu dem Schluss kommen, dass das Verhältnis der Gehälter zur Position einfach nicht mehr stimmt. Wenn ein Herr Riccitiello (z.B.) gerade mal so viel verdienen würde um über die Runden zu kommen, lege Ihm bestimmt auch mehr Wert an der Zufriedenheit der Kunden und das ist leider auf der ganzen Welt so. Geld verdirbt in den meisten Fällen schwerwiegend den Charakter. Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken.

        Ich bin kein Mensch der auf kommerzielle Sachen steht (bin auch nicht bei "Facepalm-Book"), aber irgendwas muss man ja machen und mit dem Preis kommen die Herrschaften da oben evtl mal auf andere Gedanken. Ich möchte natürlich auch nicht dass EA pleitegeht. Wenn ich mir überlege wie viele Schicksale das betreffen würde wird mir schlecht.

        Ergo; Ich finds gut, dass die den Preis bekommen haben, aber auch nur hinsichtlich der Spiele, die ich dann evtl. in Händen halte. Manch anderer Konzern hätte den viel mehr verdient! Viel mehr sogar!
      • Von lead341 Spiele-Novize/Novizin
        Die "Anschuldigungen" gegen EA (Zerschlagung von Spielestudios) sind zwar gerechtfertigt - ich sehe dies aber nicht als Differenzierungskriterium, denn viele andere Publisher haben ähnlich gehandelt. Was EA mit Westwood gemacht hat, hat m.E. Microsoft in noch extremerer Form mit den Ensemble Studios verbrochen. Beides Kapitalverbrechen der Computerspielegeschichte. Und wenn man dann noch bedenkt, dass im Gegenzug Casual-Studios gestärkt und aufgebaut wurden, kommt wahre Freude auf.
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