Der weiße Wahnsinn: Realistischer Schnee in PC- und Videospielen - Noch nicht perfekt, aber auf dem richtigen Weg
Schnee in PC- und Videospielen wird aktuell vor allem dazu genutzt, Atmosphäre zu schaffen. Gameplay-Auswirkungen hat die weiße Pracht nur in den seltensten Fällen. PC Games zeigt euch heute verschneite Atmosphäre-Knüller und Spiele, in denen der Schnee tatsächlich etwas bewirkt.
Noch sind wir in PC- und Videospielen nicht beim Optimum der Wetter-Simulation angelangt. So kann zwar fast jede moderne Grafikengine mittlerweile Schnee darstellen, doch von einer Veränderung des Aggregatszustandes sind wir noch weit entfernt. So bietet beispielsweise noch kein Spiel die Möglichkeit, dass sich Schnee durch Einwirkung von Wärme in Wasser verwandelt – zumindest nicht global. Denn in manchen Spielen gibt es auslösbare Scripts, beispielsweise zugefrorene Schlösser, die durch Einwirkung von Zaubern oder Feuer freigelegt und benutzbar gemacht werden. Ebenfalls noch selten ist die Darstellung von dauerhaft vorhandenen Spuren im Schnee, die im Idealfall nur durch erneuten Schneefall oder Schneeverwehungen wieder geschlossen werden.
Auch die Auswirkungen von Schnee werden, zumindest in Action-Games, außen vor gelassen. Während in Rennspielen oft ein verändertes Fahrverhalten simuliert wird, ist es in Ego-Shootern beispielsweise egal, ob die Figur auf matschigem, trockenem oder gefrorenen Boden entlang läuft. Ausrutschen? In der virtuellen Welt gibt es sowas nicht. Matt Barton, assistierender Professor an der St. Cloud State University in Minnesota, dazu: "Der wohl größte Lapsus in der Entwicklung von Videospielen ist das Fehlen einer zufriedenstellenden Wettersimulation. Auch wenn manche Games, vor allem Flugsimulatoren, großartige Versuche unternehmen, das Wetter und seine Effekte zu simulieren, bleibt es meist bei einem atmosphärischen Einsatz von Wetter." Das habe aber meist keine Effekte auf den Charakter oder die Umgebung.
"Die meisten Entwickler und Kritiker gehen davon aus, dass die Immersion einfacher ist, wenn sich alles bekannt anfühlt […]Das ist der Grund für eines der ältesten Ziele der Games-Entwicklung: fotorealistische Grafik […]" Weiter sagt Barton: "In Kürze bedeutet das so viel wie: je eher es Entwickler schaffen, die virtuelle Welt wie die reale aussehen zu lassen, desto eher werden Spieler vergessen, dass sie ein Videogame spielen." Dementsprechend ist es durchaus fraglich, warum die Entwickler derzeit so wenig darauf geben, ein realistisches Wettermodell zu kreieren.
PC Games zeigt euch in der Galerie heute zahlreiche Games, die es mithilfe von Schnee geschafft haben, eine tolle Atmosphäre zu erzeugen – oder möglicherweise noch ein Stück weiter gehen. Laut Barton schaffen das heutzutage schließlich nur die wenigsten Spiele. Den englischsprachigen Aufsatz How's the Weather: Simulating Weather in Virtual Environments findet ihr unter diesem Link.

Sega Rally ist aber schon verdammt gut gewesen - ich hab bisher kein Spiel erlebt dem ich es so dermaßen abgekauft habe auf einem vereisten See zu fahren.