Airline Tycoon 2 im Test: Wertungsabsturz für die Wirtschaftssimulation - Nicht lustig, nicht überzeugend
Airline Tycoon 2 erleidet einen Turbinenschaden auf der Startbahn: Kalypsos Wirtschaftssimulation erweist sich als flügellahm und fällt im Test durch. Öde, langsam und humorlos - das Sequel zum einstigen Klassiker kann nicht überzeugen.
Airline Tycoon 2 im Test: Leichenfledderei ist ein Konzept, das PC-Spielern vertraut ist, ob aus Action-Rollenspielen, wo bei gefallenen Feinden Ausrüstungsgegenstände zu finden sind, oder am Beispiel von Publishern wie Take 2 und Electronic Arts, die mit X-Com und Syndicate alte Marken zu neuem Leben erwecken. Dementsprechend dürfte es kaum Aufsehen erregen, dass Kalypso Media für Airline Tycoon 2 ein elf Jahre altes Spiel ausbuddelt. Das Problem dabei: Dieser Simulationszombie wäre besser in seinem Grab geblieben. Airline Tycoon 2 beauftragt euch mit der Führung einer Fluggesellschaft: Als einer von vier austauschbaren Charakteren wie der püppchenhaften Hilton-… Verzeihung, Hotelerbin oder dem afrikanischen Ex-General, bestreitet ihr das Freie Spiel oder eine sechs Missionen lange Kampagne, die euch zu einigen der über 80 enthaltenen Flughäfen führt. Durch die flaniert ihr mit eurer Spielfigur, indem ihr dieser per Mausklick aus der Vogelperspektive die Richtung vorgebt. Die Umgebungen unterscheiden sich nur in Details wie Flaggen und Topfpflanzen, egal ob ihr euch in Reykjavík oder Tripolis befindet.
Quelle: Kalypso Media
Informationen über euren Erfolg müsst ihr euch aus trockenen Statistiken herauspicken.
Euer Tagesgeschäft erledigt ihr, indem ihr in Büros mit Angestellten, Vorgesetzten und Dienstleistern redet. Statt per pedes dorthin zu latschen, wählt ihr die Räume mit Tastenkürzeln direkt an; das spart Zeit. Die Figuren verwickeln euch dabei in belanglose Gespräche, bevor ihr Zugriff auf verschachtelte Menüs erhaltet, in denen ihr Piloten und Stewardessen einstellt oder neue Flugrouten für euer Unternehmen mietet. Die Dialoge wiederholen sich bei jedem Besuch aufs Neue und sind allesamt grausig vertont. Besonders der tuntige Detlef und die sächselnde Frau Selig werden uns in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Ihre Dialekte sind Teil des Humors von Airline Tycoon 2, der sich auf albernen Klamauk und das Ausweiden peinlicher Klischees beschränkt.
Viel zu lachen habt ihr ohnehin nicht, denn der Einstieg des Spiels gibt sich knallhart: Das Tutorial verschweigt Feinheiten der Simulation und führt euch mangelhaft in das komplexe Geflecht aus Treibstoffmengen und Abnutzungsraten ein. Gerade Einsteiger dürften sich wundern, warum euer Unternehmen rote Zahlen schreibt oder es in den Augen der Passagiere einen schlechten Ruf genießt. Die Antworten auf solche Fragen verbirgt Airline Tycoon 2 in trockenen Statistiken; ein optisches Feedback, etwa durch die Länge der Warteschlangen am Check-in-Schalter, existiert nicht. Optional angeheuerte Berater helfen bei der Routenwahl, melden sich aber nur in schnöden Textfenstern zu Wort.
Quelle: Kalypso Media
Zwei schnarchtütige Angestellte helfen euch dabei, Mitarbeiter anzuwerben und zu verwalten.
Wenn ihr euch erst einmal eingearbeitet habt, macht die Jagd auf lukrative Flugrouten und profitable Aufträge eine Weile Spaß. Im Tourismusbüro erhaltet ihr Charterflüge, für die ihr bis zu einem vorgegebenen Termin mit euren gekauften und im Editor modifizierten Flugzeugen eine bestimmte Passagiermenge befördert. Dafür gibt es Bares als Belohnung. Mit dem Zaster erhöht ihr die Service-Qualität eurer Luftlinie durch besseres Catering oder tauscht die unbequemen Sitze in eurem Urlaubsflieger gegen gepolsterte Sessel der Business-Klasse aus. Euer Image steigert ihr durch Werbekampagnen – oder aber ihr sabotiert die Konkurrenz. Denn die drei anderen Charaktere versuchen ebenfalls, die ideenlosen Missionsziele wie das Erreichen eines vorgegebenen Kontostands zu erfüllen.
Euer wichtigstes Werkzeug ist der Routenplaner. Dort schiebt ihr die als Zeitblöcke dargestellten Flüge auf einen Wochenkalender und müsst dabei auch Pausen für Wartungsarbeiten an den ansonsten rostenden Flugzeugen einplanen. Bewährte Flugpläne lassen sich wiederholen; eine Speichermöglichkeit für verschiedene Routen fehlt jedoch. Habt ihr erst einmal die Eckdaten eures Flugangebots festgelegt, gibt es nur noch wenig zu tun; die Abläufe wiederholen sich schnell. Die in Arbeitstage von acht Stunden eingeteilte Spielzeit verstreicht dabei quälend langsam, selbst auf der höchsten Tempostufe. Wenn ihr jedoch vorzeitig Feierabend macht, verpasst ihr unter Umständen Zufallsereignisse wie die Notlandung eines eurer Flugzeuge.

Allein die Onlineregistrierung ist ein Witz für dieses Spiel. Ich sehe ja ein das es Kopierschutz geben muss aber hier sollten sie froh sein wenn es einer kopiert. Ich hoffe das es noch Updates gibt das die Ausgabe nicht ganz umsonst war kann es ja leider nicht zurückschicken da es von gamesload ist.
Langsam hab ich die schnautze voll von AT 2
was ist denn jetzt genau neu? außer die Grafik? Anscheinend gibts ja keine Neuerungen...