Testbericht

26.09.2002 15:37 Uhr

Spiele-Umsetzung des bekannten Horrorfilms

Pünktlich zum zwanzigsten Geburtstag von John Carpenters Das Ding erscheint die Fortsetzung. Nicht im Kino, sondern an schummrig beleuchteten Arbeitsplätzen wird Premiere gefeiert.

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 10/2002)
83%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
83 %

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Der antarktische Winter. Ein Schneesturm tobt, die Temperaturen liegen bei minus 50 Grad, die Sicht bei Null. Eine Gruppe norwegischer Forscher verlässt dennoch die schützende Polarstation, steigt in einen Hubschrauber - und jagt einen Hund. Nur Sekunden später ist der Helikopter im Schneegestöber verschwunden. Während die Forscher niemals wiederkommen werden, ist der Hund schon nach wenigen Stunden wieder da. Er hat nichts Besseres zu tun, als andere Hunde zu beißen, sich in ein Monster zu verwandeln und auch noch den Rest des Personals anzufallen. Als sich herausstellt, dass hier eine außerirdische, auf Viren basierende Lebensform ihr Unwesen treibt, ist es zu spät: Da niemand weiß, wer schon infiziert ist, bricht der Teamgeist in sich zusammen. Im ewigen Eis ein für alle tödlicher Fehler.
Hier endet John Carpenters Remake des Horror-Klassikers Das Ding aus einer anderen Welt. Vivendis Actionspiel Das Ding hingegen fängt hier erst an: Ein aus Soldaten, Ärzten und Ingenieuren bestehender Suchtrupp soll herausfinden, warum sich die Forscher nicht mehr melden. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von Captain Blake, der den Grund sehr schnell herausfindet: Die Forscher sind tot, die technischen Einrichtungen zerstört. In den weitläufigen Anlagen findet er vor allem jede Menge Blut und abgetrennte Körperteile, und schon nach wenigen Minuten die ersten Außerirdischen. Da diese alles andere als kommunikationsfreudig, dafür aber extrem angriffslustig sind, arten die ersten Minuten des Spiels in ein wahres Gemetzel aus. Erst nachdem die akute Gefahr gebannt ist, treffen Blake und sein Team auf Überlebende.
Die außerirdische Lebensform verbreitet sich wie ein Virus. Nach einem allzu intensiven Kontakt übernimmt sie die Psyche des Opfers, der Körper mutiert erst nach einem gewissen Zeitraum in die Form eines ekligen Monsters. Der Spieler weiß daher nie, ob er den einzelnen Mitgliedern seines Teams oder den angetroffenen Menschen trauen kann. Umgekehrt gilt dies genauso: Das Vertrauen der zunächst argwöhnischen und verängstigten Personen muss erst gewonnen werden, damit sie den Spieler unterstützen.
Das Ding ist ein Action-Adventure mit sehr hohem Action- und recht geringem Rätselanteil. Alleine oder in einer maximal fünfköpfigen Gruppe rennt man über Eiswüsten, durch zerstörte Labors, riesige Lagerhäuser und labyrinthartig angelegte Militärstationen. Der Bewegungsfreiheit sind dabei enge Grenzen gesetzt, da immer nur wenige Türen geöffnet sind. Um zu neuen Gebieten vordringen zu können, müssen Schalter umgelegt oder Sicherungskästen repariert werden. Da Captain Blake aber nur wenig Ahnung von Technik hat, benötigt er dazu meist einen Ingenieur in seinem Team. Mit wenigen Mausklicks weist man ihn - so er denn ein ausreichend großes Vertrauen hat - zu den Reparaturarbeiten an, anschließend geht es in den nun zugänglichen Gebieten weiter. Je fünf Quadratmeter rennt dort durchschnittlich ein außerirdisches Monster herum und versucht, das Team anzugreifen. Doch glücklicherweise ließen die Opfer dieser Gestalten zahlreiche Waffen (Pistolen, Schrotflinten, Feuerwerfer, Scharfschützengewehre, Granaten, MGs) und unglaubliche Mengen an Munition zurück, so dass man nach Herzenslust ballern kann. Da man meist aus allen Richtungen angegriffen wird, besteht in solchen Situationen die größte Schwierigkeit darin, seine Teammitglieder nicht aus Versehen zu erschießen. Zwar geben diese ihr Bestes, aus der Schusslinie zu gehen, doch wenn sie selbst im Kampf mit den gruselig aussehenden Biestern sind, haben sie für so etwas keine Zeit.
Einen Streifschuss lassen die Mitstreiter meist klaglos durchgehen, bei mehreren Treffern werden sie aber ernsthaft sauer. Wenn sie den Spieler ohnehin schon in Verdacht haben, unter der Kontrolle der außerirdischen Viren zu stehen, beenden sie entweder ihre Mitarbeit oder schießen ihren vermeintlichen Gegner kurzerhand über den Haufen. Ersteres ist zwar ärgerlich, aber nur in Ausnahmefällen ein Grund zum Laden des letzten Spielstands. Schließlich hat man eigene Waffen sowie Medi-Packs, die Soldaten und Mediziner sind daher verzichtbar. Nur Ingenieure kann der Spieler nicht selbst ersetzen, weshalb man diese stets bei Laune halten sollte. Aber auch wenn der letzte Ingenieur zum Opfer der Monster geworden ist, muss man nicht unbedingt verzweifeln. Schließlich trifft man im Verlauf des Spiels auf rund 50 Personen, die man in sein Team aufnehmen kann.
Im Vergleich mit vergleichbaren Action-Adventures verfügt Das Ding über eine stark erweiterte "Psycho-Engine". Nicht nur die Gesundheit beeinflusst das Handeln der computergesteuerten Figuren, auch Angst und Vertrauen spielen eine große Rolle. All diese Faktoren hängen miteinander zusammen: Je verängstigter eine Spielfigur ist, desto mehr Vertrauen fasst sie zu dem Spieler, wenn er sie mit einem Medi-Pack heilt. Auch die Übergabe von Waffen und Munition gehört zu den vertrauensbildenden Maßnahmen. Aber selbst ein gesunder, bestens ausgerüsteter Kämpfer ist nutzlos, wenn er sich wegen der in Blutseen liegenden Kadaver erbricht oder in Panik gerät. Um derlei Ungemach zu verhindern, kann der Spieler Adrenalinspritzen verabreichen, die in einigen Medizinschränken zu finden sind. Dort liegt auch der ultimative Zuverlässigkeitsbeweis herum: der Bluttest. Auf sich selbst angewandt, beweist er den Mitstreitern, dass man kerngesund und daher vertrauenswürdig ist. Der Test an einem der Teammitglieder hingegen zeigt, wer sich bald in ein fieses Monster verwandeln wird.
Leider macht das allmächtige Skriptsystem viele dieser an sich brillanten Ideen zunichte. Beweist man beispielsweise mit einem Test, dass ein Kamerad nicht infiziert ist, so kann er - weil das Drehbuch es so vorsieht - selbst dann wenige Sekunden später mutieren, wenn er definitiv keinen Kontakt zu Außerirdischen hatte. Auch das Vertrauenssystem wurde letztendlich verschenkt: Da man als Spieler zwangsläufig überleben will, bekämpft man seine Gegner, so gut es geht. Und weil dies im Team nun einmal besser geht, rüstet man seine Jungs mit Waffen aus und heilt ihre Wunden. So hat man schon nach wenigen Sekunden das Vertrauen der NPCs gewonnen und gerät so gut wie nie in Gefahr, es wieder zu verlieren. Zudem ist es völlig egal, ob einer der Kameraden infiziert ist. Denn so lange die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, ist er ein willkommener Mitstreiter. Wenn seine Verwandlung dann schließlich doch beginnt, kann man ihn immer noch erschießen.
Auch an anderen Stellen macht sich das Skript unangenehm bemerkbar. So muss man sinnloserweise über bestimmte Stellen laufen, um einen programminternen Schalter umzulegen und in der Handlung weiterkommen zu können. Und wenn das Drehbuch nur ein kleines Team vorsieht, steigen einige der mühsam am Leben erhaltenen Kameraden schlichtweg nicht mit in den Aufzug.
Technisch kommt Das Ding nicht über ein solides Mittelmaß hinaus. Die Grafik-Engine stellt die Umgebung selbst bei hektischen Bewegungen sehr flüssig dar, der Preis dafür sind aber sehr eckige und schlicht texturierte Räume. Auch akustisch wird verblüffend wenig geboten. Zwar fehlen mit dunklen Schritten und schrillen Schreien keine der beliebten Horrorfilmeffekte, auf eine Hintergrundmusik wurde hingegen komplett verzichtet. Gleichzeitig verfügen die Spielfiguren nur über ein recht eingeschränktes Bewegungsrepertoire und die Adventure-Elemente beschränken sich auf Such- und Schalterrätsel.
Erfreulicherweise schadet diese Schlichtheit der Horroratmosphäre kaum. Undurchsichtige Schneestürme, flackernde Lampen in dunklen Gängen und plötzlich auftauchende Gegner halten den Adrenalinspiegel auf ungeahnten Höhen. Die Tatsache, dass man nur an bestimmten Stellen den Spielstand abspeichern kann, mag aus ergonomischer Sicht ärgerlich sein, sie trägt jedoch einen wesentlichen Teil zur Spannung bei. Wirklich genial ist hingegen das Benutzerinterface gelungen: Mit maximal drei Mausklicks kann man den Teammitgliedern Anweisungen und Waffen geben, und selbst für die Bedienung der eigenen Spielfigur und deren Inventar benötigt man neben einer Maus lediglich vier Tasten. Ebenfalls erfreulich: Nur wenige Sekunden Video mussten für die deutsche Fassung herausgeschnitten werden. Da man ja ohnehin nur auf aggressive Monster schießt, konnte der Rest des Spiels unverändert bleiben.
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7 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
Wussler - 30.09.2002 11:47
und trotzdem hat mein fuck mediamarkt das teil noch net *g* muss ich nu in ne andere stadt fahren das is zum kotzen...



Bei meinem Anbieter hier in der CH wurde das Game von 20.9. auf 1.10 verschoben......mal abwarten...äh gibts das Spiel eigentlich schon oder verfügt PC Games über eine Vorabversion?
Gruss von mir aus der Arbeit
Andiblau - 28.09.2002 16:23
und trotzdem hat mein fuck mediamarkt das teil noch net *g* muss ich nu in ne andere stadt fahren das is zum kotzen...
Sacrificer - 27.09.2002 21:01
Huch... hier wurd ja schon alles gesagt...  

ulrichanton - 26.09.2002 17:40


.....genau das will ich ständig sagen, wenn über das Spiel berichtet wird.


mfg
UlrichAnton
Stargunner - 26.09.2002 17:08
Klugschxxßeri Nr. 3: die Hauptrolle spielte Kurt Russell  
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Allgemeine Infos

Name Das Ding
Genre Actionspiel
Webseite http://www.thethinggames....
Hersteller Computer Artworks
Anbieter Vivendi Universal
VÖ-Termin 20.09.2002 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
ps2.gif
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