Lego Pirates of the Caribbean im Test: Ein Piraten-Abenteuer mit viel Rückenwind
Lego Pirates of the Caribbean zeigt im Test, dass der Lego-Reihe die Puste noch längst nicht ausgegangen ist. Hisst die Segel, denn das neue Piraten-Abenteuer von Traveller's Tales hat ordentlich Rückenwind! Nur die Steuerung sorgt hin und wieder für eine Flaute.
Das gemeine Hausschwein hat es schwer: Die Gesellschaft akzeptiert es wegen seiner Vorliebe für Schlammbäder nur in Form von Schinken, Steak oder Wurst auf dem Teller der Menschen. Lego Pirates of the Caribbean findet jedoch noch andere Beschäftigungsfelder für die Spezies Sus scrofa domestica: Als Tanzpartner in Tavernen, Kanonenkugelersatz und Wurfgeschoss. Klingt abgedreht? Ist es auch. Und unheimlich unterhaltsam. Wie fast alles an dem Spiel rund um Korsaren, Karibik und Kannibalen. Das Action-Adventure von Entwickler Traveller's Tales basiert auf der hierzulande unter dem Titel Fluch der Karibik bekannten Filmreihe. Dabei führen euch die 20 Missionen der Kampagne sowohl durch die drei ersten Leinwandabenteuer als auch den im Mai angelaufenen Nachfolger Fremde Gezeiten.
Quelle: Disney Interactive
Die vier Filme bieten abwechslungsreiche Szenarien. So seid ihr etwa während der Handlung von Am Ende der Welt in einer asiatischen Siedlung unterwegs - inklusive Dampfbad.
Ihr braucht euch aber nicht zu sorgen, dass euch Lego PotC die Handlung des neuen Films verrät. Wie schon in Lego Star Wars 3 bekommt ihr im gesamten Spiel kein einziges gesprochenes Wort zu hören; die Geschichte wird mittels einer Mischung aus Pantomime, Bildern und Puppentheater erzählt. Ohne exakte Kenntnis der Filme ist es nahezu unmöglich, den Ereignissen zu folgen. Das haben auch die Macher erkannt: Die Zwischensequenzen dienen wie für die Reihe üblich mehr der Belustigung mittels etlicher Slapstick-Momente (Stichwort: Hausschwein) als zur Information des Spielers. Besonders der berüchtigte Captain Jack Sparrow ist ein Quell ständiger Erheiterung; erst recht, wenn er in einer herrlich abstrusen Szene in vierfacher Ausführung auftritt.
Während der Kampagne kommt ihr in der Welt herum: Ihr erklimmt die Takelage von Schiffen, erforscht Höhlen, lauft über Strände abgeschiedener Inseln und liefert euch auf den Dächern Londons eine Verfolgungsjagd. Dabei kontrolliert ihr stets mindestens zwei aus der Vorlage bekannte Seeräuber wie Sparrow, Barbossa oder Will Turner, zwischen denen ihr hin- und herschaltet. Im Koop-Modus schlüpft ein anderer menschlicher Spieler am selben PC in die Haut der zweiten Person.
Oft folgt eurem Hauptcharakter eine ganze Reihe von KI-Begleitern. Dann kommt das neue Kreismenü zum Einsatz, mit dem ihr fix die gewünschte Figur auswählt. Jeder Charakter besitzt spezielle Fähigkeiten: Der eine repariert zerbrochene Mechanismen, der andere kann schwere Gegenstände anheben und ein dritter besitzt ein Gewehr, mit dem er ansonsten unzerstörbare, silberne Legosteine sprengt. Eine Sonderstellung nimmt dabei Jack Sparrows Kompass ein, der euch zu versteckten Bauteilen führt. Wenn ihr die ausbuddelt, kommt echte Goldgräberstimmung auf.
Quelle: Disney Interactive
Solche Puzzles wechseln sich mit Kombinationsrätseln ab.
Erfreulich ist der im Vergleich zu Lego Star Wars 3 stärkere Fokus auf Rätsel, die nahtlos in liebevoll animierte Kämpfe gegen Soldaten und gegnerische Freibeuter übergehen. Im Rahmen der einsteigerfreundlichen, stets logischen Kopfnüsse lenkt ihr unter anderem mit Spiegeln Lichtstrahlen um. Andernorts dreht ihr ein Labyrinth, um die darin befindliche Kugel zum Ausgang zu dirigieren. Oder ihr richtet Plattformen auf einer Schräge so aus, dass eure Charaktere hinaufgelangen.
Der Abwechslungsreichtum in den Missionen überzeugt: Einmal sucht ihr Teile für ein Katapult zusammen, um einen Affen durch den Sumpf zu schleudern. Ein anderes Mal rollt ihr in einem Knochenkäfig einen Berg hinunter und begrabt panisch flüchtende Kannibalen unter sich – ein grandioser Spaß! Dann wieder verteidigt ihr euer Schiff gegen ein Entermanöver und bringt dazu Kanonen in Stellung. Die Haubitzen dürft ihr aus der Ego-Perspektive abfeuern; ein Novum in der Reihe. Allerdings ist das ebenso belanglos wie der gelegentliche Blick durchs Fernrohr, um eine Figur zu bespitzeln. Andere Neuerungen sind wichtiger: Charaktere können jetzt tauchen, an Seilen entlangrutschen und Netze sowie Palmen hochklettern – die erhöhte Bewegungsfreiheit tut dem Spiel gut. Dazu kommen Bosskämpfe, die Grips verlangen: Dem im Mondlicht unverwundbaren Skelettpiraten versetzen Sie einen Hieb, wenn er sich gerade im Dunkeln befindet; dem eure Figur ansaugenden Riesenkraken verstopft ihr mit einem Wurfgeschoss die Speiseröhre.
Nach dem Ende der Kampagne zeigt Lego PotC überraschenderweise an, dass das Spiel zu weniger als 50 Prozent abgeschlossen ist. Die restlichen Inhalte findet ihr im Hafen, den ihr zwischen Missionen besucht. Durch den Abschluss von Aufträgen verdient ihr goldene Steine. Damit öffnet ihr weitere Hafenareale, in denen ihr etwa Charaktere mit neuen Fähigkeiten kauft – als Währung dienen im Spiel gesammelte Münzen. Mit den Figuren im Schlepptau stattet ihr im Freien Spiel den bekannten Levels einen erneuten Besuch ab. Plötzlich eröffnen sich gänzlich neue Wege, an deren Ende ihr Sammelgegenstände und geheime Räume entdeckt.

Ich finds einfach ziemlich ungeschickt, zwei Lego-Spiele innerhalb so kurzer Zeit auf den Markt zu bringen.
Klar ists wegen dem Launch des Films so gekommen. Tja, kommt davon, wenn sich Publisher in die Quere kommen.
Ich hab das Spiel schon gespielt, 1 Level ist sehr lustig!
Es sind 20 Levels mit je fünf Levels pro Film. Ich habe für jeden Filmhandlung ungefähr 2,5 Stunden gebraucht, sie sind also alle gleich gewichtet. Bei Indy 2 war das deswegen so, weil die ersten drei Teile ja bereits im Vorgänger abgehandelt wurden.
Frage zu der Story: Sind alle vier Teile gleich verteilt oder ist es wie bei Lego Indiana Jones 2, dass der neueste Teil 50% des Spiels ausmacht?
Für dieses Fazit hat sich Herr Bathge einen festen Platz in der tiefsten Wortspielhölle gesichert. (Augenzwinker).
Ansonsten ein guter Test. Leider wird auf die "nervigen Bugs" in der Online Version des Tests nicht eingegangen. Dann doch auf die PrintVersion warten...