Dragon Age 2 im Test: Das kontrovers diskutierte Rollenspiel erhitzt die Gemüter

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Test Stefan Weiß - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Pro und Kontra prallen aufeinander: Dragon Age 2 trumpft mit actionreichen Kämpfen auf. Aber geht das auf Kosten klassischer Rollenspielelemente? Wir sagen Ihnen, was Biowares neues Rollenspiel-Epos bietet und wo Sie Abstriche in Kauf nehmen müssen.

Das kontrovers diskutierte Dragon Age 2 im PC Games-Test! Erwarten Sie nicht, dass sich mit Dragon Age 2 das klassische Rollenspielkonzept des Vorgängers Dragon Age: Origins nahtlos fortsetzt. Aber auch die von vielen Spielern im Vorfeld getroffene Befürchtung, es würde ein "nur auf Action getrimmtes Mass Effect 2 im Fantasy-Gewand" werden, trifft den Nagel nicht auf den Kopf. Wieso der Vergleich mit Biowares erfolgreichem Science-Fiction Abenteuer als Nemesis in vielen Köpfen herumspukt, sei kurz erklärt: Mass Effect 2 bot etlichen Spielern viel zu wenig klassisches Rollenspiel im Vergleich zum Vorgänger. Als Bioware schließlich kurz nach der Veröffentlichung von Dragon Age: Origins verkündete, man wolle etliche Elemente für den zweiten Teil überarbeiten, war die Angst vor dem "Mass Effect-Effekt" geboren.

Wie viel Action darf nun ein modernes Rollenspiel überhaupt haben? Welche Zutaten sind generell wichtig, um es dem Spieler schmackhaft zu machen? Um diese zwei Fragen kreisen unsere Gedanken, nachdem wir in Dragon Age 2 über 40 Stunden lang Quests gelöst, Dialogen gelauscht und Charaktere entwickelt haben. Stunden, in denen wir den anfänglichen Flüchtling Hawke in einen strahlenden Recken verwandeln und in denen wir zusammen mit seinen Begleitern die wildesten Kämpfe bestreiten und spannende Geschichten erleben. Nicht alle im Test beleuchteten Features lassen sich als simple "Pro"- oder "Kontra"-Argumentation klassifizieren, denn in Dragon Age 2 prallen einfach zwei Welten aufeinander. Was klassischen Rollenspielern wichtig ist, wird von Actionfans vielleicht müde belächelt und umgekehrt. Daher haben wir versucht, zu möglichst vielen Punkten unterschiedliche Sichtweisen zu berücksichtigen. Was sich an dieser Stelle schon festhalten lässt: Auch wenn wir all den klassischen Rollenspielelementen, die Origins noch besaß, nachtrauern: Die hervorragend inszenierte, actionreiche Story, die packenden Gefechte, die coolen Bossgegner, die kernigen Dialoge – das alles passt sehr gut zusammen und bietet einfach viel Spaß.

Pro - Das hat uns an Dragon Age 2 gefallen:

Dragon Age 2: Zum Glück konnten wir den riesigen Oger einfrieren. Quelle: PC Games Dragon Age 2: Zum Glück konnten wir den riesigen Oger einfrieren. Eine gut erzählte Geschichte mit starken Charakteren ist das Salz in der Suppe!
"Wir wollen gute Storys bieten", lautet das Motto der Entwickler. Darin war Bioware schon immer gut und ist es in vielen Punkten auch in Dragon Age 2. In Rückblenden erzählt, erfährt die Familiengeschichte rund um die Hauptfigur Hawke viele Wendungen. Nach dem jedoch recht kurz geratenen Abriss der Ereignisse des Vorgängers sorgt Hawkes Flucht aus seiner Heimat Lothering für erste Auswirkungen im Spiel. Wie das? Ihre Wahl der Charakterklasse bestimmt schon, welcher von Hawkes beiden Geschwistern – Carver (Krieger) oder Bethany (Magierin) – Sie weiter durch das Spiel begleitet. Das Ziel der spielbaren Fluchtsequenz, geschickt als Tutorial genutzt, führt Sie zur Stadt Kirkwall, dem Hauptschauplatz und leider auch der einzigen Stadt von Dragon Age 2. Innerhalb der Stadtmauern findet Ihre Flüchtlingsgruppe zunächst nur eine schäbige Unterkunft bei Hawkes Onkel. Das prächtige Familienanwesen der Familie: von ebenjenem Onkel verkauft; die Lage: aussichtslos. Der Plan lautet, Geld zu beschaffen, um schnell wieder zu Besitz und Wohlstand zu gelangen, schließlich ist man ja von edlem Geblüt.

Was zunächst nach einfallslosem Klischee klingt, entwickelt sich rasch zu einer Hauptgeschichte, die so ziemlich alle Register zieht, die gute Fantasy braucht. Verrat, Freundschaft, dunkle Magie, Mord, Krieg, Familienzwist, politische Querelen zwischen Magiern, Templern und der Kirche, Rassenhass, Banditen, Sklaverei, Drachen und Monster – Bioware peitscht den Spieler förmlich von einer Geschichte zur nächsten, ohne sich jedoch dabei zu verzetteln. Dafür sorgt die kluge Unterteilung all der Quests im schlicht gehaltenen Journal nach Haupt- und Sekundär-Quests, Gefährten- und Nebenaufgaben sowie Gerüchten.

Die beste Story nützt nichts, wenn die dazugehörigen Charaktere unglaubwürdig wirken. Sowohl Origins als auch Mass Effect 2 waren voll einzigartiger Figuren und diese Tradition setzt Bioware auch in Dragon Age 2 fort. Egal ob es der sympathische Zwerg Varric ist, der seine Armbrust liebevoll "Bianca" nennt, oder die kesse Piratenbraut Isabela, die Sie ein ums andere Mal an der Nase herumführt – sich mit den Gefährten zu beschäftigen und deren Freund- oder Feindschaft zu erlangen, ist eine der Stärken von Dragon Age 2. Je nachdem, welche der sieben verfügbaren Begleiter Sie in Ihre Vierergruppe für eine Quest mitnehmen, ergeben sich unterschiedliche Situationen. Sei es, dass sich die Begleiter zanken, miteinander diskutieren oder Sie ganz praktisch bei Questdialogen unterstützen. Um die Beziehungen zu Ihren Gefährten zu vertiefen, müssen Sie diese in ihren Behausungen in Kirkwall aufsuchen. Ein Gemeinschaftslager wie in Origins gibt es nicht.

Sämtliche Szenen in den Zwischensequenzen mit den Begleitern sind gut inszeniert, bannen einen förmlich an den PC. "Wie wird Isabela reagieren, wenn ich ihr nicht bei ihrem Anliegen helfe?" "Was geschieht, wenn ich versuche, mit Fenris anzubändeln?" Man ist stets neugierig, wie sich das Beziehungsgefüge zwischen den Figuren entwickelt. Schade nur, dass sich die Begleiter außerhalb der cineastischen Szenen nicht ihren Gesprächspartnern zuwenden. Stur geradeaus blickend, geben sie ihre Kommentare ab. Das dämpft die Atmosphäre. Insgesamt macht es jedoch sehr viel Spaß, sich mit den sehr unterhaltsamen Questreihen rund um die Begleitcharaktere zu beschäftigen, auch wenn es nicht ganz an die erzählerische Dramaturgie eines Mass Effect 2 herankommt.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Dragon Age 2 Test - Einleitung / Positive Aspekte Teil 1 (Story)
  2. Seite 2 Dragon Age 2 Test - Positive Aspekte Teil 2 (Talente, Crafting, Inventar)
  3. Seite 3 Dragon Age 2 Test - Positive Aspekte Teil 3 (Kampfsystem)
  4. Seite 4 Dragon Age 2 Test - Negative Aspekte
  5. Seite 5 Dragon Age 2 Test - Pro-/Contra-Argumente/Fazit
    • Kommentare (224)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Hui, ich zock das gerade. Nach dem ersten Dragon Age fühlt sich der Titel an wie die totale Luschenkost. Das ist ja noch schlimmer wie das abgespeckte Mass Effect 2. :D

        Total uninteressante Geschichte, total uninteressante Charakter (da interessieren mich auch Dialogoptionen nicht), gefühlt 4 Schauplätze, welche ständig wieder abgegrast werden. Gruppe nicht mehr ordentlich selbst ausrüstbar. Total ins grenzdebile abgleitendes Rumgeklicke anstatt Gruppen/Kampfmanagement. Heiler oder Tanks werden z.B. total entwertet, da alles ständig durch die Gegend rennt bzw. Heiltränke gespamt werden. Dazu Gegnerhorden bei denen gar kein Gefühl dafür hast warum der jetzt mehr HP hat und der wieder weniger. Und vieles mehr Bescheidenes.

        Es macht dafür Spaß, man klickt sich von einer Karten ständig in neue Kleinstabenteuer. Der Spaß ist allerdings auch begrenzt. Für den geistig und auch sonstig leicht zu erfreuenden Gesellen von nebenan eventuell (sehr) gut, für Kenner des epischen ersten Teils maximaler Durchschnitt.
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Hui, ich zock das gerade. Nach dem ersten Dragon Age fühlt sich der Titel an wie die totale Luschenkost. Das ist ja noch schlimmer wie das abgespeckte Mass Effect 2. :D

        Total uninteressante Geschichte, total uninteressante Charakter (da interessieren mich auch Dialogoptionen nicht), gefühlt 4 Schauplätze, welche ständig wieder abgegrast werden. Gruppe nicht mehr ordentlich selbst ausrüstbar. Total ins grenzdebile abgleitendes Rumgeklicke anstatt Gruppen/Kampfmanagement. Heiler oder Tanks werden z.B. total entwertet, da alles ständig durch die Gegend rennt bzw. Heiltränke gespamt werden. Dazu Gegnerhorden bei denen gar kein Gefühl dafür hast warum der jetzt mehr HP hat und der wieder weniger. Und vieles mehr Bescheidenes.

        Es macht dafür Spaß, man klickt sich von einer Karten ständig in neue Kleinstabenteuer. Der Spaß ist allerdings auch begrenzt. Für den geistig und auch sonstig leicht zu erfreuenden Gesellen von nebenan eventuell (sehr) gut, für Kenner des epischen ersten Teils maximaler Durchschnitt.
      • Von SteelTiger Mitglied
        AW: Spieletest - Dragon Age 2 im Test: Das kontrovers diskutierte Rollenspiel erhitzt die Gemüter

        Erinnert stark an Assassin's Creed mit der Steuerung, und Handhabung, ebenso wie die Linearität. Die Grafik scheint zwar nicht auf den neusten Stand, ist aber ausreichend.
        Schnell fallen die immer gleichen Karten auf, und eine wirkliche Abwechslung kommt nicht zu Stande. Auflösungen von Quests gehen leider zu schnell einher, sodass man kaum den Grund der Auswirkungen mitbekommt. Dies macht es schwierig die gesamte / die vielen einzelnen Geschichten zu verstehen. Zum Beispiel ist es mir vollständig unklar, warum ich jahrelang kein kontakt zu meiner Schwester hatte, nachdem Sie eingesperrt wurde, obwohl andere Sie besuchen. Der Grund / die Quelle wurde natürlich am Ende nicht aufgelöst, denn die Probleme mit der Blutmagie bestanden auch schon vor den Götzen. (Falls es in Teil 1 erzählt wurde, müsste ich diesen noch spielen). Leider ist das Rollenspiel eher Oberflächlich gehalten, so kann man jediglich Attribute vergeben, Fertigkeitsbäume erweitern, sowie den eigenen Char ausrüsten. Manchmal haben die eigenen Reaktionen Auswirkungen auf die Spielumgebung, aber nicht auf die Haupthandlung. Ach spielt es keine Rolle, ob Eure Begleiter Euch hassen, lieben oder egal sind. Stehlen wird von Wachen gar nicht beachtet. So kann man getrost die Truhe des Truchsess lehren während sich eine Wache neben Einen befindet.

        Fazit: die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, nach einigen Stunden aber kein Problem mehr. Das Spiel scheint oberflächlich gehalten, obwohl der vielen Quests und Sprachdialoge. Für wirkliche RPG-Gamer kein Muss. Wenn die Story etwas verständlicher und aufgeschlüsselter sein würde, würde das eine enorme Aufwertung bedeuten.
        Das Spiel ist zeitweilig, viel zu blutig. Man kann die Bluteffekte nur teilweise ausschalten.
      • Von KabraxisObliv Mitglied
        AW: Spieletest - Dragon Age 2 im Test: Actionreiche Kämpfe, weniger klassisches Rollenspiel

        Wer noch Fragen zum Spiel hat oder seine Meinung niederschreiben möchte, kann dies auch gerne im Sammelthread im Forum machen.
        Dort ist die Chance vielleicht höher eine Antwort bzw Kommentare zum Beitrag zu erhalten, da der Thread dort immer "aktuell" ist und der Test hier möglicherweise doch deutlich weniger aufgerufen wird als anfangs.

        Feedback zum Test selbst ist hier natürlich besser aufgehoben. :)
      • Von Lagavulin NPC
        AW: Spieletest - Dragon Age 2 im Test: Das kontrovers diskutierte Rollenspiel erhitzt die Gemüter

        Als Antwort drauf sagte Herbboy, dass DA2 sich eher nicht so sehr an die "Old School" Gemeinde richtet. Darauf mein zweiter Post:

        Das ist ja genau das Problem, was ich habe. Das es eben nicht Old School vs. New School ist, sondern, dass die angeführten Kritikpunkte das Spiel alles andere als überdurchschnittlich machen. Über Levelscaling kann man streiten, über Inkonsistenzen in der Story hinwegsehen (mir macht's zumindest nicht so irre viel aus), aber ein Großteil der bemängelten Dinge machen dieses Spiel sozusagen "faktisch" schlecht. Sie sind objektivierbar und haben nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun.
        Du sagst, das Spiel sei trotzdem gut. Mich würde wirklich interessieren, was es denn denn dann so gut macht. So wie ich das sehe, bleibt nämlich nicht mehr viel, wo DA2 noch punkten kann...

        Edit: Was ich halt nicht verstehe, ist, wenn die PC-Games Wertungen von 90% und mehr nur für absolute Ausnahmespiele vergibt, die einem vielleicht alle Jubeljahre mal unterkommen und die in keiner Spielesammlung fehlen sollten, wie kann dann DA2, das ja anscheinend in nahezu jedem Aspekt mängelbehaftet ist (und zum Teil sogar kinnladen-auf-den-tisch-knall-mäßiger Murks), nur 2% weniger bekommen?
        Dass man das Spiel wegen der Inszenierung und der actionreichen, flotten Kämpfe "gut" finden kann, ist ja eine Sache. Aber 88%?
      • Von Lagavulin NPC
        AW: Spieletest - Dragon Age 2 im Test: Das kontrovers diskutierte Rollenspiel erhitzt die Gemüter

        Hallo allerseits. Ich habe diesen Beitrag bereits im Rollenspielforum gepostet, aber trotz der netten Versuche von Herbboy konnte ich keine Antwort auf meine Frage bekommen. Deswegen versuche ich es hier nochmal:

        Vor kurzem erwarb ich nach langen Jahren Computerspiele-Abstinenz die aktuelle PC-Games, hauptsächlich wegen des beigefügten HMM5. Da ich mal wieder ein bißchen Zeit mit meinen
        Lieblingsgenres (RPG und Rundenstrategie) verbringen wollte, guckte ich
        hier und da, was es zur Zeit so alles an Aktuellem gibt und stieß dabei
        auf Dragon Age 2, was ja auch nicht schwer war.

        Neben den zu erwartenden Lobeshymnen, gab es aber auch Reviews wie dieses hier: www.rpgcodex.net/content.php ,
        wo sich der Rezensent zwar um Objektivität bemüht, aber nicht umhin
        kann, dass Spiel mehr oder weniger in Grund und Boden zu verreißen.
        Einige seiner Hauptkritikpunkte:
        - Eine unlogische und von Inkonsistenzen bestimmte Story
        - Aus dem Nichts auftauchende Gegnerwellen
        - Copy+paste maps
        - Unausgereiftes Loot- und Itemsystem
        - MMO-typische, phantasielose Quests: "Kille 10 dies, hole 10 das"
        - Schlauchlevel
        - Levelscaling
        - LP-Blasen als Gegner
        Das alles führt er sehr nachvollziehbar anhand von Beispielen an, so daß
        man, auch ohne das Spiel gespielt zu haben, einen sehr guten Einblick
        bekommt, ob das Spiel was für einen ist oder nicht.

        Was mich jetzt ehrlich gesagt sehr verdutzt hat, ist wie die PC-Games, obwohl sie
        im Test im Prinzip dieselben Punkte bemängelten (und noch einige mehr),
        trotz allem auf eine Wertung von 88% kam. Auch bevor ich mich im Netz
        umsah, kam mir der Gedanke, dass die im Test angeführten Kritikpunkte
        normalerweise dazu ausreichen, eine Wertung erheblich zu drücken. Und
        was da an Postitivem erwähnt wurde: Reicht das wirklich aus, um das
        Spiel da noch rauszureißen?
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