Lost Horizon: Das PC-Adventure im Test - Sympathisch, aber etwas zu einfach
Lost Horizon, das neue Adventure der Geheimakte-Macher, verknüpft erneut Fiktion mit realen historischen Begebenheiten. PC Games testet das Abenteuer auf Herz und Nieren.
Eigentlich ist das sympathische Rauhbein Fenton Paddock einiges gewöhnt. Der Ex-Soldat bestreitet seinen Lebensunterhalt seit seinem unrühmlichen Abgang aus der britischen Armee mit Frachtflügen und kleinen Schmuggeleien. Doch dass aus Reibereien mit anderen Kleinganoven jetzt eine Seebestattung – lebendig in einer Holzkiste – auf dem Grund des Hafenbeckens wird, ist eine neue Dimension der Revierkämpfe mit Konkurrenten. Und dass die lokale Triade (Verbrecherbande) im Auftrag eines Dritten handelt, weiß Fenton anfangs noch nicht …
Quelle: Deep Silver
Den windigen Hütchenspieler in Marrakesch schlagen Sie mit seinen eigenen Waffen, um Geld für die Kaution von Professor Hayes aufzutreiben.
Das neue Adventure der Geheimakte-Macher Animation Arts soll eine Hommage an Actionstreifen wie die Indiana Jones-Reihe sein. „Der Spieler soll denken, er spiele in einem Abenteuerfilm mit“, erklärte Geschäftsführer Marco Zeugner vor einigen Wochen gegenüber PC Games. Und er hat nicht zu viel versprochen. Für das eher behäbige Genre der Point&Click-Adventures bietet Lost Horizon jede Menge Action, die sich natürlich vor allem in den häufigen gerenderten Zwischensequenzen abspielt. Das beginnt schon beim stürmischen Intro, das 1936 im tibetischen Khembalungtal spielt. Nazis überfallen ein Kloster und alle Bewohner segnen dabei das Zeitliche. Nun ja, fast alle. Mit letzter Kraft übergibt ein sterbender Mönch einem britischen Soldaten ein geheimnisvolles Amulett und erteilt ihm den Auftrag, es mit seinem Leben zu schützen. Später verschwindet der Tommy durch die Macht dieses sogenannten Drachenauges spurlos.
Kurz darauf klebt Ihnen Fenton Paddock am Mauszeiger, der Hauptcharakter des Spiels. Die nahezu perfekte Steuerung übernahmen die Entwickler von Geheimakte 2. Der Mauszeiger ist „clever“ und zeigt mit kleinen Icons Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung und Inventargegenständen an. Per Linksklick scheuchen Sie Ihren Helden durch die schön gezeichneten Schauplätze überall auf der Welt. Ist der Weg etwas weiter, wechselt Ihr Charakter automatisch von gemütlichem Gehen zum Sprint. Das gilt für alle Charaktere, die Sie steuern dürfen, denn Fenton ist nicht der Einzige, dessen Geschicke Sie übernehmen. Kurz nach Ihrer anfänglichen Auseinandersetzung mit der Triade bittet die britische Regierung den Schmuggler, eine in Tibet verschollene Expedition zu suchen. Und seinen guten Freund Richard gleich mit, denn auch dieser ist verschwunden. Als Sie Landkarten für Ihren neuen Job organisieren, treffen Sie auf die Chinesin Kim Wuang, die Sie, ebenso wie am Ende des Spiels Richard, auch für kurze Zeit steuern dürfen.
Quelle: Deep Silver
Bei den Dialogszenen zoomt die Kamera näher an die Protagonisten heran. Allerdings sind die Plaudereien sehr ausufernd.
Leider beschränken sich die Interaktionen zwischen den Charakteren meist auf den Austausch von Gegenständen. Da wäre mehr drin gewesen, liebe Entwickler! Etwa Rätsel, bei denen beide gleichzeitig Handlungen ausführen müssen, oder witzige Zwiegespräche mit Rätselhilfefunktion. Die mehr als 60 vertonten Charaktere im Spiel sind bis auf wenige Ausnahmen sehr gut besetzt, schaffen aber den Spagat zwischen angestrengtem Ablesen des Textes und einem an die Situation angepassten Redeverhalten nicht immer. Manchmal klingen die Texte übertrieben korrekt oder situationsneutral. Zudem verführt die Wortfülle der Dialoge oft dazu, diese mittels Mausklick abzukürzen oder zu überspringen.
Das Rätseldesign ist meist logisch und gelungen. Nur zweimal mussten wir auf systematisches Ausprobieren zurückgreifen, um weiterzukommen. Allerdings ist die Komplexität der Rätselketten gegenüber Geheimakte 2 sichtbar entschlackt und die Kopfnüsse sind nun deutlich zu leicht geworden. Egal ob in Indien, Marokko, Berlin oder Hongkong: Die gezeichneten Hintergründe in HD-Auflösung sind knackig scharf und entkommen dank vieler schicker Animationen wie Raucheffekten, herumwirbelnden Schneeflocken, Luftblasen unter Wasser oder durchs Bild kutschierenden Autos erfolgreich der Stillleben-Schublade. Einzig die Detailarmut und die steifen Animationen der Spielfiguren lassen Raum für Verbesserungen – gerade in Nahaufnahmen während der Dialoge.
Quelle: Deep Silver
Bei der Olympiade in Berlin manipuliert Fenton ein Ergebnis.
Das Abenteuer ist in den 1930er-Jahren angesiedelt und führt Fenton in sieben Kapiteln über mehrere Kontinente. Während in Berlin die Olympischen Spiele stattfinden, suchen die Nazis im Himalaja nach Shambala, einem sagenumwobenen Königreich, dessen Legende sich seit Jahrhunderten hält. Die Hakenkreuzträger sind an den angeblichen Wunderkräften dort interessiert und wollen damit ihre Welteroberungspläne durchsetzen. Den Verlauf der Story verraten wir natürlich nicht. Sie stammt aus der Feder von Romanautorin Claudia Kern, ist grundsätzlich spannend, hat aber auch ihre Längen. Dafür lässt der Sound keine Wünsche offen. Die Musik ist stimmig und die Soundeffekte sorgen für passende Atmosphäre.
Haben Sie Lost Horizon durchgespielt, wird ein Bonusbereich im Hauptmenü freigeschaltet. Dort können Sie den ersten lauffähigen Prototyp des Abenteuers und die Endsequenz des Spiels wiederholt spielen. Tolle Idee, da Ihre Entscheidungen dabei den Ablauf der Action beeinflussen!

Die haben (Achtung festhalten) 69 vergeben. :-o
Bei Gamersglobal dagegen gabs eine 9/10.
Nur weil dir die Wertung nicht gefällt, musst du nicht persönlich werden.
auf ner skala von 1 bis 10 liegt die kackheit des tests auf 10 (10 = test ist verkackt, 1 = test ist in ordnung). wer adventures liebt, sollte sich dieses spiel zulegen, punkt. und bitte: ANDERE TESTS LESESN
denn die vorlieben eines einzelnen interessieren nicht alle, genauso wie meine kritik von mir stammt und nicht für alle gelten müssen.
Die Demo fand ich sehr ansprechend; zwar waren die Rätsel dort noch relativ leicht durchschaubar (vorallem, wenn man bereits Baphomets Fluch gespielt hat, kommt einem eine Szene auf positive Weise sehr bekannt vor), aber das Abenteuerflair war einfach wunderbar.
Solange die Geschichte gut erzählt ist, was ja der Fall zu sein scheint und bei der großen Textmasse die Synchronsprecher ihren Job gut machen, dürfen die Rätsel auch ruhig mal etwas simpler gestrickt sein. :)
Nun muss ich nur noch mehr Zeit haben, um die Vollversion endlich anzugehen...