PC-Spiele Light: Wenn große Spiele zu Browsergames werden - Siedler, Need for Speed und Co.
Würde man einen PC-Spieler aus dem Jahre 2000 in eine Zeitkapsel setzen und ins heutige 2010 schicken, würde er seinen Augen nicht trauen. Neue große Titel wie Age of Empires, Siedler oder Need for Speed sind (fast) gratis spielbar, sehen teilweise schlechter aus als vorher und lassen sich mit dem Namens-Anhängsel "Online" im Internet-Browser spielen. PC Games zeigt, welche Marken bereits in den Browser portiert wurden.
Die neuesten Ankündigungen vor und während der gamescom 2010 in Köln zeigen einen klaren Trend auf: Große Marken wie Age of Empires, Die Siedler, FIFA, Need for Speed oder Jagged Alliance wandern auf den Browser - oder zumindest in den Online-Bereich - aus. Hatte man sich jene Games in der Vergangenheit noch teuer im Laden besorgt, in aller Vorfreude ausgepackt und ausgiebig gespielt, scheint dies in Zukunft nicht mehr ganz so einfach möglich zu sein.
Stattdessen fordern Webseiten in Zukunft zur Anmeldung und zum Download der nächsten Ableger großer PC-Spiele-Reihen auf. Das nächste Siedler wird ein Browsergame. Es wurde lange vor der gamescom 2010 angekündigt und geht in Kürze in die Beta. Es gibt zwar bisher nur wenige Bilder – eins lässt sich aber bereits sagen. Die Grafik im Browser wird den Detailreichtum von Siedler 7 sicher nicht erreichen können.
Ein Need for Speed World ist bereits verfügbar. Die Grafik dümpelt 2010 auf dem Niveau von Need for Speed: Most Wanted – dem EA-Rennspiel von 2005. Es lässt sich kostenlos herunterladen und genauso auch spielen. Aber eingeschränkt, da es auch eine kostenpflichtige Ausgabe mit Premium-Inhalten gibt. Nichtsdestotrotz läuft es browserbasiert über einen Client. Glücklicherweise sind mit Hot Pursuit und Shift 2 bereits kommende Vollpreis-Ableger angekündigt.
Es stellt sich die Frage, warum Spiele-Entwickler nun (fast) alles als Massively-Multiplayer-Online-Game in den Browser verlagern möchten. Ist es der Zahn der Zeit, der dank Facebook und 80 Millionen Farmville-Spielern genau danach verlangt? Oder ist es eine Langzeitfolge der Wirtschaftskrise? Immerhin ist die Entwicklung eines Browserspiels um einiges günstiger als die eines AAA-Titels, der mal eben bis zu 100 Millionen US-Dollar verschlingen kann.
Weiter anzumerken ist, dass Browserspiele gerne auch als Beta auf den Markt gebracht werden können. Der Entwickler setzt sich daraufhin mit der Community an sein Spiel und kann es Schritt für Schritt fertigstellen. Lange Entwicklungs- und Wartezeiten – wie etwa bei Starcraft 2 oder Diablo 3 – bleiben somit aus. Werfen Sie einen Blick in unsere alphabetisch sortierte Bildergalerie. Diese zeigt große PC-Marken, die künftig – wenn auch nicht gänzlich – auf den Browser auswandern. Was halten Sie von dieser Entwicklung? Kennen Sie weitere große PC-Spiele, die bald Ihr Debüt in Firefox, Internet Explorer, Opera, Safari und Co. feiern? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.
Sollten Sie allerdings Gefallen an den kostenlosen Mini-Games finden, empfehlen wir Ihnen unser Sonderheft zu Browsergames mit Gutscheinen im Wert von über 50 Euro für Premium-Inhalte.

Entwicklungen können ja in verschiedene Richtungen gehen. Muss ja nicht immer nur bessere Grafik, verbesserte Steuerung etc. bedeuten.
Als Beispiel sehe ich etwa Ultima. In Ultima 7 war die Interaktion enorm hoch. Man konnte z.B. Brot backen, sich hinsetzen, die NPCs hatten einen Tagesablauf etc. Dann kam Ultima 8 und entwickelte die Serie und auch das Genre in eine andere Richtung weiter. Die Interaktion wurde "zugunsten" von intesiverer Action und besserer Grafik zurückgeschraubt. Es war eine Weiterentwicklung, wenn auch in eine Richtung, die vielen Fans der Serie nicht gefallen hat.
Aber die Zeit, die man denn doch am PC privat verbringt will man ja auch möglichst spaßintensiv genutzt sehen. Abo-Spiele hab ich auch shcon immer ausgeschlossen; wenn man dann nicht zockt hat man ja fast ein schlechtes Gewissen (hat ja Geld gekostet...). Auch wenn sich die Prioritäten verschieben (kann ich sehr gut nachfühlen, dass man nach einem PC-lastigem Arbeitsplatz abends nicht noch weiter vor dem PC hocken will) möchte man doch diese Zeit nutzen. Gute Grafik ist super! Wenn der PC es al wieder nicht mehr packt hat man bei einem vollwerigem Produkt die Möglichkeit selbige herabzusetzen. Ein Browserspiel bietet diese Möglichkeit invers nicht. Ich spiele lieber 1,2 Partien PES als mich mit Maussteuerung durch ein Online FIFA zu klicken, wo schlichtweg alles schlechter ist, als der Preis. Ähnlich verhält es sich mit allen anderen Spielen. Auch wenn man nicht mehr so oft wie früher zu seinem Hobby kommt, kaufe ich mir entsprechend weniger Spiele und genieße diese dafür aber in voller Pracht.
Ein Hardcore-Spieler bin ich aber dabei nun wirklich nicht. Dafür ist die Zeit definitiv viel zu knapp; vor 10 Jahren war dank CS & Co eher solch eine Beschreibung passend :) ;)
BTW: (Zwinkermodus an)
"Ich finde den derzeitigen Trend der Browser- und Free2Play-Games gut. weil die Games-Industrie sich so weiterentwickelt."
ist eine interessante These: der Entwickung wegen ;)
Ich finde den derzeitigen Trend der Browser- und Free2Play-Games gut. Zum einen, weil sie denjenigen mit wenig Zeit fürs Spielen die Möglichkeit geben, ihrem Hobby treu zu bleiben und zum anderen, weil die Games-Industrie sich so weiterentwickelt.
Es mag vielen Hardcore-Spielern nicht gefallen, wie die Entwicklung derzeit abläuft, aber war das jemals anders? Strategen haben sich aufgeregt, als die ersten Echtzeit-Strategiespiele erschienen sind. (Hardcore-)Rollenspieler haben sich aufgerecht, als immer mehr MMORPGs auf den Markt kamen und jetzt regt man sich eben auf, dass Browsergames und Free2Play so stark im Kommen ist.
Ich sehe es an mir selbst. Familie und Arbeit lassen es kaum zu, sich intensiver mit Spielen auseinanderzusetzen. An ein MMORPG mit Abo-Modell ist überhaupt nicht zu denken, da ich hier einen monatlichen Betrag zahlen müsste, dafür, dass ich kaum dazu komme, es zu spielen. Bei Free2Play entscheide ich selbst, ob, wie lange und wann ich spiele. Daher würde ich ein AOE Online, ein COH Online und andere Spiele links liegen lassen (müssen), hätten sie ein Abomodell, weil ich einfach nicht dafür zahlen wollte, für die wenige Zeit, die ich spielen könnte. Und was Browsergames angeht: die lassen sich eben einfach schnell zwischendurch auch auf älteren Rechnern spielen, ohne, dass man sich groß Gedanken darüber machen muss, seinen PC evtl. aufrüsten zu müssen. Da stecke ich mein Geld lieber in Dinge, die meinen Kindern zugute kommen.
So ändern sich die Prioritäten, wenn man älter wird und Dinge mit anderen Augen sieht. Und daher bin ich froh, dass mir Browser- und Free2Play-Games weiter die Möglichkeit geben, in meiner Freizeit ab und zu etwas zu spielen.
Der Markt richtet sich nach den Trends und wie man am Beispiel D&D Online sehen kann, kommt Free2Play einfach sehr gut an derzeit. Das mag den Hardcore-Spielern missfallen, aber die Unternehmen sehen, wo Geld zu holen ist und müssen sich danach richten.
Es heißt ja auch nicht, dass der Retail- bzw. Hardcore-Games-Markt tot ist. Wie man sieht, erscheinen weiterhin Top-Titel. Lasst die beiden Märkte doch koexistieren.
Ich bin schon auf den nächsten großen Trend gespannt und darauf, wer sich dann wieder darüber aufregt ;)
mir gehen diese Spiele am Allerwertesten vorbei. Solche Spiele sind vllt gut für Entwickler die ihr erstes oder zweites Spiel entwickeln. Aber dafür ist auch nicht unbedingt ein Brwoser notwendig.
Mit solchen Browsergames kann ich einfach nichts anfangen. Erst recht ist es eine Schande wenn aus tollen Spielen wie CoH oder AoE Browsergames gemacht werden. Für mich ist das Ausnutzng der Lizenz. Sollen sie lieber eine Fortsetzung von diesen Spielen machen, besonders über ein Remake von AoE2 würde ich mich freuen.
Eine Entwicklung, die - obgleich schade - verständlich ist. Dank kostenlosem Einstieg werden viele potentielle Kunden angelockt und die Versuchung mag dann groß sein zu investieren. Ferner vermag die schlechte Grafik auch auf unterklassigen PCs zu laufen was zudem die Verbreitung steigert. Den Trend, weg vom Vollspiel hin zum Stückwerk, dass peu a peu erweitert wird, ist grausam. Kostenpflichtige DLCs werden von mir stringent ignoriert (ot: ebenso wie Spiele mit Ubisoft-KS...). Spiele, die daurauf ausgelegt sind ebenso. Mir passt es nicht ein Spiel zwar ggf günstiger zu erwerben dann aber immer weiter geschröpft zu werden. Ich habe sehr gern CODMW2 gespielt; dank kostenpflichtigen Karten wirds aber gekonnt ignoriert. Nicht zuletzt durch das hervorragende BFBC2, bei dem communityfreundlich (EA hat seinen Ruf gebessert) kostenlos neue Karten hinzugefügt werden. Bei einem großen Mappack bin ich gerne bereit ein AddOn (EINS nicht zig Boosters) zu kaufen, wenn auch spielspaßfördernde Komponenten neu integriert wurden (Waffen, Spielmodus etc). Aber das Stückerk, das in MP-Partien abgeliefert wird: Nein danke.
Auch wenn ich jetzt etwas vom Thema abgekommen bin, das Fazit ist das selbige:
Spiel auf Raten: Nein danke!