Die Sehnsucht nach dem ersten Mal: Wünschen wir uns die Klassiker wirklich zurück?
Fortsetzungen, Remakes und auf alt getrimmte Neuheiten zaubern uns nicht nur ein Lächeln auf die Lippen, sondern auch das Geld aus der Tasche. Denn Nostalgie ist inzwischen längst ein Kassenschlager. Aber warum kehren wir so gerne zu den Klassikern zurück? Und - war früher wirklich alles besser?
Mit Starcraft 2 ist kürzlich ein Spielgigant nach mehr als 10 Jahren seinem Grab entstiegen. Mit Erfolg. Dabei begeistern nicht nur Missionsdesign, mitreißende Story und schöne Optik, sondern auch die Erinnerung an seinen Vorläufer Starcraft, den Klassiker, der schon 1998 die Massen in seinen Bann schlug. Und nicht nur bei Fortsetzungen brummt das Geschäft mit den wehmütigen Erinnerungen. Remakes wie Monkey Island werden umjubelt und für neue 8-Bit Jump and Runs wie Chzo Mythos und Spelunky fahren viele von uns den roten Teppich aus. Bisweilen scheinen einige mit Volldampf ins letzte Jahrhundert fahren zu wollen. Zumindest sind im richtigen Rahmen niedrige Auflösungen und blecherner Sound kein Totkriterium mehr, sondern ein Qualitätsmerkmal. Denn was vor mehr als zehn Jahren schön und gut war, scheint inzwischen noch viel schöner und besser zu sein.
Harte Zeiten
Aber was macht ihn letztlich aus, den Reiz der Zeiten, als wir uns fern von Multiplayer-Modi allein durch grob-pixelige Welten schlagen mussten, unser Spielerlebnis noch vom lauten Rattern des Rechners begleitet wurde und mobile Konsolen tonnenschwer in unseren Taschen lasteten? Das eine ist gewiss: In den harten Pioniertagen war Gaming kein Ausflug auf den Ponyhof. Beim Blick in die Arbeitszimmer der Ü30er sehen wir die Relikte wirklich schweißtreibender Abenteuer. Gemalte Karten, hingeworfene Koordinatenlisten und selbst geschriebene Walkthroughs legen Zeugnis ab von durchgespielten Nächten, in denen Gamer noch über Missionen schwitzen mussten, als Internet und sofortiger Informationsaustausch noch Zukunftsmusik waren. Die Herausforderung war da, das Gameplay frisch und der Sieg unvergleichlich schöner, weil so hart errungen. Aber wünschen wir uns deshalb wirklich zurück zu 18-Bit-Speichern und Klötzchengrafik? Hätten wir Christopher Blair vor 15 Jahren nicht doch kaltlächelnd den Kilrathi zum Frass vorgeworfen, nur um einen Blick auf die feinmodellierte Landschaft Arcanias zu werfen, uns an den grafisch schönen Stränden von Just Cause 2 zu aalen oder uns im Starcraft 2-Universum zur derzeit größten Multiplayer-Party zu treffen?
Innovationen: Aus, vorbei – nie wieder?
Wenn wir uns in nostalgischen Seufzern über die wunderbaren Momente in Eternal Darkness und Thief verlieren, dürfen wir nicht vergessen, mit welcher Begeisterung wir heute 3D-Effekte und wohlklingenden Surround Sound ans Herz drücken. Reaktionen auf Spiele wie Bioshock 2, deren Grafik nicht hundert Prozent modernen Standards entspricht, beweisen sehr gut: Wir wollen moderne Grafik! Wir wollen Komfort! Wir wollen Multiplayer, kurze Ladezeiten und automatische Zielerfassungen! Wir wollen Fortschritt! Ist Nostalgie also lediglich ein Zeichen, dass es im Land der Neuheiten krankt? Reicht der Spielspaß aktueller Titel tatsächlich nicht an Klassiker wie Pacman, Civilization oder Turrican heran? Sieht man sich in Deutschlands Foren um, stellt man Paradoxes fest: Fehlende Innovationen lassen uns immer wieder zu den Wurzeln zurückkehren, der Reiz des (ehemals) Neuen hält die Klassiker am Leben. Unvergessen bleiben Spiele wie Wing Commander, das uns erstmals mit richtigen Zwischensequenzen verwöhnte oder die Ultima-Reihe, die als erste den Sprung in die 3D-Grafik machte. Das war neu, das war fesselnd, das wollen wir wieder. Oder nicht?
Fernab der technischen Entwicklung scheinen uns Spiele heute tatsächlich nicht viel Neues zu bieten. Allein die zahlreichen Diablo-Klone, wie Dungeon Siege und Torchlight führen uns immer wieder vor Augen: Kreativität ist längst kein Muss mehr -und Originalität bei weitem kein Erfolgsgarant. Statt uns wirklich Unkonventionelles zu bieten, bleiben Games heute gerne als Trittbrettfahrer den Chartstürmern auf den Fersen. Doch ist das wirklich etwas Schlechtes? Denn im Grunde sträuben wir uns doch gegen das Ungewöhnliche. So bleiben viele Spiele der Indie-Szene trotz origineller Ideen und skurriler Grafik ungespielt, vor allem, wenn ein neuer Toptitel am Start ist. Liefern uns die großen Entwickler einfach keine neuen Ideen mehr? Denkbar. Stagnieren wir? Möglich. Vielleicht hat die Spielkultur aber dank ihrer Pioniere heute auch einfach ihren Weg gefunden. Besonders in Hinblick auf die Klassiker-Verehrung, sollte uns der Gedanke gefallen, dass uns Altbekanntes nicht nur im Retro-Gewand von Spielepackungen entgegen lächelt. Stattdessen begegnen uns in heutigen Shootern die Urenkel von Doom und auch Black Mirror 3 ist mit Day of the Tentacle zumindest noch verwandt. Das Klassische ist immer noch da – nur eben in anderem Gewand.
Wir zeigen Ihnen in der folgenden Bildergalerie Remakes diverser Klassiker und Spiele, die ganz bewusst auf Retro getrimmt sind.
Bildergalerie
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Damals waren die Entwicklerteams viel kleiner, was dazu führt, daß man als Visionär seine Vision leichter realisieren kann, als wenn man mit zig bis hunderten Leute daran arbeiten muß, die alle die Vision verwässern können.
Die Entwickler selbst waren idealistischer und neue Ideen konnten sich ungehemmter austoben, weil noch keine Wirtschafts Theoretiker sich für die Nebensparte "PC Spiele" interessierten.
Demgegenüber steht die schiere Masse an Spielen die veröffentlicht werden: Da ist zwar jede Menge Seichtes dabei, das die Mehrheit der Käufer anspricht und ordentlich Kohle in die Kassen der Industrie pumpt - daraus finanzieren sich indes Projekte die eher dem Core-Segment zuzordnen sind, siehe EA mit den Sims (Causal) und Dead Space (non-Casual).
Es kommen also immer noch ambitionierte Projekte heraus, die trotz Aktionäre und Gewinnmaximierung eher die Minderheit der Core-Spieler ansprechen.
Lieber habe ich ein paar auserwählte Blockbuster im Fahrwasser der gutgehenden Casualgames, als gar keine Unterhaltung. :D :]
Für mich sind die Klassiker mehr als nur pure Nostalgie ... es gibt zwar Spiele, die man besser in Erinnerung hat, als sie tatsächlich waren, aber es gibt auch Spiele, die tatsächlich so gut waren, wie man sie in Erinnerung hat (die guten alten Lucas Arts Adventures, die Wing Commander Serie, die Ultima Serie, die X-Wing Serie etc.).
Klassiker aus den 90ern sind und bleiben für mich auf jeden Fall ein Teil des Zocker-Alltags ... und darum ärgere ich mich auch so über die ganzen Internetaktivierungen bei modernen Spielen. Wenn ich so ein Spiel nochmal in 10 Jahren aus dem Regal ziehen möchte, wer garantiert mir, dass es dann überhaupt noch die Aktivierungs-Server gibt?
Ich sage nicht, dass es für die alten Spiele Support gibt, aber man braucht schlichtweg keinen. Rein mit der CD, Serial dazu und gib ihm.
Mein persönlicher Liebling ist Siedler 2- Veni Vidi Vici...gezockt wie ein Holer^^
PS: Weils sooo schön ist: www.bluebyte.net/ger/products/siedler2/index.htm
zurück nicht aber ich spiele meine alten spiele aus den 90er noch heute lieber wie die neuen games
Früher war alles besser! Vor allem die Zukunft...! ;)
In letzter Zeit habe ich eher das Gefühl, dass alte Titel durch ihre Nachfolger einfach nur kommerzialisiert werden. Gerade bei Titeln mit großen Namen die zu ihrer Zeit entsprechende Wirkung hatten, wird bei Nachfolgern (ob offiziell oder inoffiziell) eher auf Kundenfang als auf die ehemaligen stärken des Titels eingegangen.
Aus diesem Grund hat man, vorrausgesetzt man kennt den Klassiker, schon eine ganz andere Erwartungshaltung als jemand der den Titel zum ersten mal spielt.
Zwangsläufig findet man die alten Titel immer (zu recht) als unerreicht. Wodurch diese dann nochmals in der persönlichen Bewertung aufsteigen.