Wirklichkeit gegen Fiktion: Hier nähert sich Spielgrafik der Realität an
Videospiele haben oft mehr mit der Wirklichkeit gemein, als man zunächst vermuten könnte. Bei der Konzeption und Kreation virtueller Spielwelten orientierten sich die Grafikdesigner nicht selten real existierenden Schauplätzen. Mit zunehmendem Fortschritt im Bereich 3D-Grafik verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Illusion zusehends. Wir haben für euch echte Fotos mit Screenshots aktueller Titel verglichen.
Spielwelten haben in den letzten Jahrzehnten deutlich an Größe und Komplexität gewonnen. Setzte man früher aufgrund überschaubarer Zahl an Pixel und Farben noch eine gewisse Fähigkeit zur Abstraktion voraus, ähneln die heutigen virtuellen Spielwiesen bedingt durch den technologischen Fortschritt nicht selten der Realität. Als Schauplätze für Abenteuer dienen dabei nicht selten Städte oder Landstriche mit gewissem Symbolcharakter. Im aktuellen Bombast-Shooter Crysis 2 versucht der Spieler New York vor den Klauen außerirdischer Wesen zu befreien. Die Millionenmetropole wurde dabei mithilfe der CryEngine 3 so authentisch wie nur irgend möglich nachgebildet. Bekannte Sehenswürdigkeiten wie der Time Square, Central Park und Roosevelt Island sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich.
Nahezu fotorealistisch muten auch die Screenshots aus Gran Turismo 5 an. Nicht nur die Rennkurse werden maßstabgetreu auf dem Bildschirm rekonstruiert, auch der Fuhrpark mitsamt Innenraum wurde originalgetreu nachgebildet. Das Streben nach Perfektion hat jedoch seine Tücken. Die Veröffentlichung von Gran Turismo 5 hat sich über fünf Jahre hingezogen, die Arbeiten schienen einfach kein Ende zu nehmen. Ein gerechtfertigtes Opfer? Die Meinungen über die Motorsport-Simulation waren jedenfalls gespalten. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch den ukrainischen Ego-Shooter Stalker. Der Aufwand für die Recherchen in dem Gebiet rund um Unglücksreaktor Tschernobyl war immens: Reisen mussten geplant, Besuchsgenehmigungen eingeholt, zahlreiche Fotos (von wichtigen Orten und Oberflächen / Texturen) geschossen und ausgewertet werden. Das Resultat fiel zwiespältig aus. Grafisch tummelte sich Stalker zwar in der Referenzliga, in puncto Gameplay konnte der Open-World-Shooter allerdings nicht hundertprozentig überzeugen.
Nun stellt sich die Frage, ob fotorealistische Grafik überhaupt erstrebenswert ist. Epic Games und Crytek arbeiten offensichtlich darauf hin, doch in der Branche gibt es auch ganz andere Meinungen. Entwickler-Urgestein Ken Levine (BioShock Infinite) ist beispielsweise der Ansicht, dass die Annäherung zum Fotorealismus Computer – und Videospiele keineswegs besser macht. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis rechne sich einfach nicht. Er persönlich würde eher Spiele zocken, die einen eigenwilligen Stil haben. Und was denkt ihr? Ist das Streben nach realistischerer Grafik sinnvoll oder sollten sich die Entwickler auf andere Aspekte konzentrieren? Eure Meinungen sehen wir gerne unter den Kommentaren. Nachfolgend findet ihr in unserer Bilderstrecke zahlreiche Real Life vs. Videospiel-Vergleiche. Vorschläge sind willkommen und werden für künftige Updates berücksichtigt.

Ich erinnere mich, dass ich als Kind ende der 90er total baff war, als ich in einem Kaufhaus erstmals irgendein Motorradspiel für die Dreamcast sah. Ich war N64 gewohnt und hielt das einen Moment für Realität.
Es ist wohl Gewohnheitssache. Wer wenig mit Videospielen zu tun hat, dem fällt heutzutage auf den ersten (paar!) Blicken kein Unterschied zur Realität auf.
Als geübter Spieler kann ich zwar auch sagen, dass noch so einiges bis zum Fotorealismus fehlt, allerdings erinnere ich gerne daran, dass Videospiele einst mehr mit Brettspielen als mit der Realität gemein hatten
Über tatsächlichen Fotorealismus kann man aber wohl erst reden, wenn sich gewisse Techniken etabliert haben. Allem voran Raytracing für fotorealistische Beleuchtung und Tesselation (o. Ä.) oder "Unlimited Detail" für eine detaillierte Geometrie. Sollte sich "Unlimited Detail" oder eine ähnliche Technik gegenüber der Polygontechnik nicht durchsetzen, was ich schade fände, wären gestochen scharfe Texturen wünschenswert.
Wenn diese Ziele erreicht sind, sollte nur noch an einer möglichst realistischen Physik gefeilt werden. Die Anzahl physikalisch aktiver Objekte soll nahezu unbegrenzt und Zerstörung 100% dynamisch und exakt sein.
Bspw. sollen bei einem virtuellen Autounfall jegliche Krafteinwirkungen auf jeden Quadratmillimeter, die Dichte und Widerstandsfähigkeit des Materials, Oberflächenbeschaffenheit, Hitzeentwicklung, Luftwiderstand usw. berücksichtigt werden. Zusätzlich würde ich mir die Berechnung chemischer Eigenschaften wünschen, durch die im Zusammenspiel mit Physik bspw. ein Automotor vollständig simuliert werden kann. So kann ein Unfall samt seiner Folgen vollständig simuliert und in der Spielewelt unendlich herumexperimentiert werden.
Ich kann mir gut vorstellen, dass eines Tages die Hardware dafür leistungsfähig genug ist und eine (open source?) Engine entwickelt wird, die die Realität vollständig simuliert, beliebig erweitert werden kann und somit eine andere Engine für Spiele nicht mehr nötig ist.
Da werden wir uns aber wohl gedulden und überraschen lassen müssen. :)
noch sehr weit weg
Es zeigt das Halflife 2 das bisher immernoch fotorealistischste Spiel ist , durch seine bis heute ungeschlagene Physik und Interaktion was Crysis und Konsorten versucht haben aber nie erreichten.
Sagst du uns bitte was Fotorealismus mit Physik zu tuhen hat......eben nix....Dein kompleter Komentar ist ein wiederspruch was mich folglich dazu bringt dir nicht zu glauben was die Rüstungsindustrie angeht.Für mich bist nen schnacker der nicht weiss wovon er Redet