Starcraft 2 im Test: Ein neues Blizzard-Meisterwerk nach rund 7 Jahren Entwicklungszeit?
Starcraft 2 ist endlich erhältlich, nach rund sieben Jahren Entwicklungszeit, und wir haben Gewissheit: Es entpuppt sich als ein exzellent spielbares, dramatisch inszeniertes und im Mehrspielermodus wunderbar forderndes Spiel - nicht weniger als das, aber eben auch nicht mehr.
Blizzard kennt wenig Bescheidenheit: Über Jahre hinweg schürte die kalifornische Kult-Schmiede eine riesige Erwartungshaltung an Starcraft 2: Wings of Liberty. Dieser erste Teil einer Trilogie von Echtzeitstrategiespielen sollte das Genre bewegen, verändern, revolutionieren.Mit einem unfehlbaren Mix aus bewährtem Gameplay, hochprofessionellen Multiplayermodi und einer vielseitigen Kampagne versprach Starcraft 2 nichts weniger zu werden als ein Meisterwerk.
Jetzt zeigt sich: Während man über die Kampagne mit all ihren Neuerungen und Besonderheiten sicherlich streiten kann, scheint der Mehrspielermodus tatsächlich als würdiger Nachfolger des ersten Starcraft durchzugehen – und das will was heißen, denn immerhin ist der Klassiker von 1998 bis heute das meistgespielte und wichtigste E-Sport-Strategiespiel überhaupt! In Korea ist das originale Starcraft gar so beliebt, dass es dort als eine der wichtigsten Sportarten des Landes gilt – inklusive hochdekorierter Turniere und Live-Übertragung der Matches im Fernsehen. Ist Starcraft 2 die erhoffte Revolution? Wir finden: nicht ganz. Und trotzdem ist es eines der wichtigsten Strategiespiele seit vielen Jahren. Unser Test klärt auf!
- von Felix Schütz und Christian Schlütter -
Die Kampagne
Für ein klassisches Echtzeitstrategiespiel kommt der Solo-Modus von Starcraft 2 ziemlich ungewöhnlich daher. Denn anders als noch im Vorgänger oder in Warcraft 3 gibt‘s diesmal nicht nur eine sture Missionsabfolge, sondern man hat auch zwischen den Missionen etwas zu tun. Der Großteil der 29 Missionen folgt nämlich nicht streng aufeinander, oft hat der Spieler vielmehr die Wahl, welchen Einsatz er als nächstes angehen will. Für die meisten Aufträge gibt‘s Credits, Forschungspunkte und neue Einheiten als Belohnung, mit denen man seine Armee aufrüsten darf. Das Planen ganzer Feldzüge – etwa wie in Empire: Total War – ist allerdings nicht möglich, das Gefühl von Freiheit kommt daher niemals auf. Nur an drei Stellen in der Kampagne muss der Spieler zwischen zwei folgenschweren Aufträgen wählen, was sich jedoch nicht auf die Haupthandlung auswirkt. Somit verläuft auch die Starcraft 2-Kampagne ähnlich linear wie in vergleichbaren Spielen – sie kaschiert es nur besser.
Quelle: PC Games
Dialoge führen
Vor fast jedem Einsatz findet Raynor sich an Bord seines Raumschiffs wieder. Dort kann er vier Räume besuchen: Die Schiffsmesse, das Arsenal, die Brücke und das Labor. In allen Räumen halten sich Charaktere auf, die sich per Klick auf kurze, oft spannende Dialoge einlassen – so erhalten interessierte Spieler viele coole Zusatzinfos zur Story und zu den Charakteren.
Quelle: PC Games
Mission auswählen
Die Missionsabfolge ist nicht streng vorgegeben: Oft darf der Spieler wählen, welchen Auftrag er zunächst angehen will. Generell darf so man alle verfügbaren Missionen im Kampagnenverlauf spielen, bis auf drei Ausnahmen: An diesen Stellen in der Story muss man sich zwischen jeweils zwei Aufträgen und ihren Folgen entscheiden, das beeinflusst etwa das Schicksal mancher Nebenfiguren.
Quelle: PC Games
Hauptmissionen
Nicht alle, aber doch die meisten Einsätze tragen etwas zur Haupthandlung bei und sind daher unumgänglich. Die Missionsziele sind dabei sehr unterschiedlich und können von Diebstählen über Verteidigungen und Sabotage bis hin zu Invasionen reichen. Viele Missionen muss man in einer bestimmten Zeitspanne meistern.
Quelle: PC Games
Nebenmissionensziele
Auf vielen Karten werden nach einigen Minuten Nebenmissionsziele verfügbar – so soll man beispielsweise verbündete Einheiten, retten, ein übergroßes Zergmonster besiegen und sich auf die Suche nach Artefakten und Zerg-Proben machen, die für die Forschung wichtig sind.
Quelle: PC Games
Waffenarsenal ausbauen
Für die meisten Einsätze verdient der Spieler Credits; zurück an Bord von Raynors Raumschiff kann er sich davon neue, wichtige Upgrades für Einheiten und Gebäude kaufen. Auch Söldner werden mit Credits bezahlt. Mit Protoss- und Zerg-Punkten, die man meist über Nebenmissionsziele verdient, schaltet der Spieler im Labor weitere Technologien und Upgrades frei.
Die Story: Spannend erzählt, klasse inszeniert
Obwohl Blizzard bei seiner Handlung nicht restlos alle Register zieht, gibt es doch kaum ein zweites Strategiespiel, dass seine Geschichte so spannend inszeniert wie Starcraft 2. Ob die düstere Sci-Fi-Story nun besser oder schlechter als die von Warcraft 3 ist, sei dahingestellt – hier entscheidet eher der persönliche Geschmack. Doch nicht mal World in Conflict oder Company of Heroes bieten so ausgefeilte Charaktere und so dramatische Filmsequenzen wie dieses Spiel.Die Story wird aus Sicht der Terraner erzählt und setzt Jahre nach dem Starcraft-Add-on Brood War ein. In ihrem Zentrum steht der Held Jim Raynor, ein gebrochener, aber sympathischer Widerstandskämpfer, der sich gegen die terranische Regierung auflehnt. Es ist eine gute Geschichte, die anfangs aber noch etwas zäh wirkt und erst langsam in Fahrt kommt. Erst später spannt Blizzard einen interessanteren Handlungsbogen rund um eine unheilvolle Protoss-Prophezeihung und die Rückkehr der bösartigen Zerg.
Quelle: PC Games
Die in Echtzeit berechneten Dialoge und Filmsequenzen sind Blizzard großartig gelungen und tragen viel zur guten Atmosphäre bei.
Gerade dieser vielversprechende Part um die Prophezeiung wird in Wings of Liberty aber leider nur oberflächlich behandelt, viele Fragen bleiben unbeantwortet – das Spiel ist eben „nur“ der erste Teil einer Trilogie, und das merkt man einigen losen Handlungsfäden und dem etwas knappen Finale auch an. Deshalb wird Wings of Liberty dem Anspruch einer epischen Erfahrung zwar oftmals, aber eben nicht durchgängig gerecht – zuweilen beschlich uns eher das Gefühl, dass Blizzard sich viele Ideen für die nächsten beiden Spiele aufgehoben hat und sich zu stark auf die Terraner konzentriert.
Doch auch wenn dieser Trilogie-Auftat nicht rundum perfekt ist, so ist seine Präsentation doch außergewöhnlich gut: Zwischen den Einsätzen protzen die Entwickler mit reichlich mitreißenden Filmsequenzen und unterhaltsamen Gesprächen zwischen dem Helden Raynor und den vielfältigen Nebenfiguren. Klischeehaft raubeinige Dialoge und eine dicke Portion Pathos wechseln sich mit ruhigen und auch vielen witzigen Momenten ab – sowas gab‘s bislang im Genre noch nicht. Schade allerdings, dass die freie Missionswahl hin und wieder dafür sorgt, dass unpassende Dialoge aufeinander folgen können – etwa wenn zwei Charaktere eben noch im Streit auseinander gingen und ein paar Klicks später schon wieder ausgelassen miteinander scherzen, eben weil man den Dialog erst später gestartet hat.

Ich finde es witzig, dass, immer sobald ein Spiel von einigen Leuten geliebt wird, es automatisch sofort welche gibt, die es hassen. Das ist immer so. Aber wirklich immer.
Als würden einige Leute aus Prinzip gegen den Strom schwimmen müssen.
Und ich finde es witzig, dass, immer sobald ein
Spiel von einigen Leuten gehasst wird, es automatisch sofort welche
gibt, die es lieben. Das ist immer so. Aber wirklich immer.
Als würden einige Leute aus Prinzip mit dem Strom schwimmen müssen.
Erkennst
du, dass deine Argumentation 1:1 auch anders herum geschrieben werden könnte? Es soll ja
wirklich Menschen geben, die etwas mögen, was andere nicht mögen. Es
gibt sogar Menschen, die etwas nicht mögen, was andere mögen, und zwar
einfach darum, weil sie EINEN ANDEREN GESCHMACK haben.
Mit "kompromisslos einfach mal dagegen sein" hat das nicht im Entferntesten etwas zu tun. Einfach
nur Geschmack. Ein Punkt, über den man nicht streiten kann. Leider
klingst du so, als würdest du trotzdem streiten wollen.
Wenn
jeder den gleichen (deinen?) Geschmack haben würde, dann wäre das Leben
so dermaßen eintönig, langweilig, farblos, undifferenziert und
gleichbleibend, ich würde mir sofort die Kugel geben wollen...
Dein
Statement klingt wirklich so, als würdest du keine Toleranz gegenüber Leuten
haben, die die Meinung der Breiten Masse nicht teilen.
Ich mag
Starcraft 2 nicht so gern. Es ist mir nicht innovativ genug und die Grafik ist wahrhaft bescheiden. Sage ich das aus Prinzip, nur weil ich absichtlich einfach mal einen Gegenpol zu allen Befürwortern schaffen will? Nein, es ist einfach nicht
mein Geschmack. Jeder hat das Recht, etwas zu lieben und es auch so
auszusprechen und entsprechend zu argumentieren. Tun ja auch verdammt viele. Und die Hasser
dürfen das etwa nicht? Das wäre ja wohl kaum ein ausgeglichenes
Verhältnis...
Man kann es nie allen recht machen, jedoch steckt da kein "prinzipiell einfach mal was anderes sagen" dahinter, sondern einfach nur........
Geschmack...
Ich habe zwar die Starcraft 2 Kampanie noch nicht durch, doch das Spiel gefällt mir sehr. Schön finde ich die Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Missionen. Dadurch aber, dass die Missionen an sich nicht linear sind, fehlt so bisschen der Bezug zur Story. Des Weiteren sind viele Missionen zeitlich begrenzt (sei es durch richtige Zeit oder durch das zerstören bestimmter Anzahl an objekten), finde ich schade denn ich hätte gerne weiter gespielt obwohl ich eigentlich die Mission abgeschlossen habe, denn oft sind noch bestimmte Items zu holen um die Erfolge einzusacken.
Auch ein paar Standard Missionen (Basisaufbauen -> gegner überrennen) würden gut kommen, aber dafür habe ich red alert 3 oder c&c 3. Das waren aber auch schon die einzigen Kritikpunkte. Alles andere (Atmosphäre, Story, Grafik, Sound) ist Top.
Starcraft 2 ist grafisch passend - aber kein optischer Quantensprung.
Die Kampfhandlungen/Effekte, und Anzahl der unterschiedlichen Bewegungsabläufe sind gerade so viele, dass dem Spieler ein dynamisches,mitreissendes Bewegungs/Kampfgeschehen vorgegaukelt werden soll...
- spätestens seit Dawn of War hätten die Blizzard-Verantwortlichen deutlich erkennen können, das ein Starcraft 2 bei weiten seinen hochgelobten Ansprüchen-zumindest in diesem Teilbereich des spiels nicht gerecht wird.
GESAMT: ein nettes Spiel - aber nicht viel mehr, welches keine Emotionen, und wenig Motivation bei mir auslöst.
Der Spielunfang ist OK, auch dank des umfangreichen,einfachen Missions/Kartenbausatzes.
Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt-schon allein wegen des Namens "Blizzard" und "Starcraft" viel höhere Erwartungen an das Spiel!
...vielleicht werd ich auch zu alt zum spielen...bin ja mal auf Diablo 3 gespannt...!
Ein Hype kann die Wahrnehmung verzerren. Spiele, von denen ich noch nie was gehört habe und die auf meinem Zockertisch landen, begeistern mich mehr, weil ich keine großen Erwartungen im Vorfeld hegte - wenn du dir also Diablo 3 nicht "versauen" willst, solltest du dir die Berichterstattung im Vorfeld, also bevor das Spiel herauskommt, differenzierter betrachten. :)
Es wird soviel berichtet über diese Blockbuster, sodass die Erwartungshaltung ins Utopische abdriften kann ...
Starcraft 2 ist grafisch passend - aber kein optischer Quantensprung.
Die Kampfhandlungen/Effekte, und Anzahl der unterschiedlichen Bewegungsabläufe sind gerade so viele, dass dem Spieler ein dynamisches,mitreissendes Bewegungs/Kampfgeschehen vorgegaukelt werden soll...
- spätestens seit Dawn of War hätten die Blizzard-Verantwortlichen deutlich erkennen können, das ein Starcraft 2 bei weiten seinen hochgelobten Ansprüchen-zumindest in diesem Teilbereich des spiels nicht gerecht wird.
GESAMT: ein nettes Spiel - aber nicht viel mehr, welches keine Emotionen, und wenig Motivation bei mir auslöst.
Der Spielunfang ist OK, auch dank des umfangreichen,einfachen Missions/Kartenbausatzes.
Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt-schon allein wegen des Namens "Blizzard" und "Starcraft" viel höhere Erwartungen an das Spiel!
...vielleicht werd ich auch zu alt zum spielen...bin ja mal auf Diablo 3 gespannt...!