Grotesque Tactics: Weder ein gutes Spiel, noch gutes Comedy-Programm
Die Inglorious Basterds der Fantasy-Branche feiern ihr Debüt - doch ist Grotesque Tactics: Evil Heroes auch Spiele-Oscar-verdächtig?
Quelle: PC Games
Die witzigen Anspielungen reichen von Monty Pythons Killerkarnickeln bis zum bösen Magier Sadrax (das Palindrom von Xardas).
Ein depressiver Emo-Typ als Anführer, dazu ein halbgöttlicher (Maul-)Held und eine Schar von Halunken, Mördern und naiv-dummen Blondchen – Sie sehen selbst: Die letzte Hoffnung für das Königreich Glory ist eigentlich keine. Dennoch reisen Sie mit dieser Truppe durch die Lande und bestehen rundenweise Kämpfe gegen allerlei Getier und die Schergen der Dark-Church-Sekte. Dies geschieht im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen Marke King’s Bounty und Heroes of Might & Magic allerdings nicht auf Hexfeldern, sondern auf einer quadratisch unterteilten Karte. Doch nicht nur an den Ecken wurde gespart, auch in Sachen Möglich- und Fähigkeiten gibt sich Grotesque spartanisch: gerade mal zwei Spezialattacken pro Figur und eine recht geringe Auswahl an Rüstungen und Objekten. Das alles kann auf Dauer nicht überzeugen; es setzt kein Sammelfieber à la Diablo oder Torchlight ein. Auch die spielerische Herausforderung und Tiefgründigkeit anderer rundenbasierter Titel suchen Sie hier vergebens. In Kombination mit der arg veralteten Präsentation und der schwammigen Steuerung mag kaum Spielspaß aufkommen.
Seine einzige Existenzberechtigung zieht Grotesque Tactics aus seinem Humor. Das Spiel parodiert klischeetriefend und relativ gekonnt die Videospiele- und Fantasy-Landschaft. Allerdings zündet beileibe nicht jeder Gag und manches Element – etwa die übertrieben dümmliche Art einiger Begleiterinnen – nervt alsbald. So bleibt vom Debüt des deutschen Studios Silent Dreams letztlich bloß der tolle Ansatz einer spielbaren Parodie. Schade, dabei mussten wir durchaus schmunzeln, als in einem Dorf eine herrlich verunglückte Version des Auenland-Themas erklang oder uns Monty-Python-artige Killerkarnickel attackierten.

Das Spiel basiert auf dem Konzept von RPG Konsolenspielen, die kommen mit noch weniger Items aus. (Final fantasy und co)
Es gibt auch massig Konsolen-RPGs, in denen dich die Itemvielfalt erschlägt. %-)
LaPucelle Tactics, Disgaea-Reihe, MegaTen-Reihe, selbst die von dir erwähnte Final Fantasy-Reihe bietet in einigen Teilen massig Items. :o
Als positiv hervorgehoben wird:
- Viel Humor
- Teils coole Charaktere
- Massenhaft parodierte Klischees und Anspielungen
Das Spiel basiert auf dem Konzept von RPG Konsolenspielen, die kommen mit noch weniger Items aus. (Final fantasy und co)
Das wirkt immer so, als wenn ein RPG nur Spaß machen kann, wenn tausende von Items existieren.
Klar es könnten schon ein paar mehr sein, aber wirklich als störend empfand ich das nicht.
Stimmt nicht. Man kann mitten in der Demo und am Ende direkt die Vollversion kaufen gehen. Es gibt keine wirkliche Onlineaktivierung, oder ständiges Online-sein. Allerdings wird das Spiel auch online vertrieben. Kann jedoch auch per z.B. Amazon gekauft werden.