ArmA 2: Operation Arrowhead im Test: Erweiterung stolpert über alte Hürden

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PC Games testet ArmA 2: Operation Arrowhead und stellt fest, dass Bohemia störrisch an alten Konzepten festhält und die Militärsimulation scheinbar ausschließlich für leidensfähige Enthusiasten entwickelt.

Schön: Immer wieder unterbrechen Ereignisse die Missionen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ein echter Fortschritt! Quelle: Bohemia Schön: Immer wieder unterbrechen Ereignisse die Missionen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ein echter Fortschritt! Die Armed Assault-Reihe gehört zu einer selten gewordenen Art Spiele. Sie hat sich der möglichst authentischen Simulation von Kriegsszenarien verschrieben, pfeift auf simples, eingängiges Gameplay und fordert Spieler, die komplexe Steuerung in einer riesigen Welt stundenlang zu erlernen, bevor erste Erfolge sichtbar werden. In Zeiten schneller und eingängiger Shooter wie Modern Warfare 2 sicherlich kein leichtes Vorhaben. Hinzu kommt, dass die Spiele, zuletzt Arma 2, von unsäglichen Fehlern geplagt waren, die Missionen unlösbar machten und zu wirren Situationen mit der künstlichen Intelligenz führten. Jetzt, ein gutes Jahr später, legt Entwickler Bohemia Interactive nach. Mit Operation Arrowhead kommt ein eigenständig laufendes Add-on auf den Markt, das das Hauptspiel in puncto Präsentation und Missionsdesign klar in den Schatten stellt. Ein großes Aber bleibt dennoch.

Nach Takistan geht es. So uninteressant wie der Name ist auch die Hintergrundgeschichte, die Sie in den Konflikt in dem fiktiven orientalisch anmutenden Land führt.
Anders als im Hauptspiel schlüpfen Sie dieses Mal in die Rollen mehrerer amerikanischer Soldaten, etwa Panzerkommandant Ben Hererra oder Infanterist Terry Graves. So stellen die Entwickler sicher, dass die Spieler die gesamte Palette der virtuellen Kriegsführung zu Gesicht bekommen. Das merken Sie schon recht früh im Spiel, denn bereits in der zweiten Mission dürfen Sie die Kontrolle über einen Panzer der Marke M1 Abrams und mehrere Bradley-Schützenpanzer übernehmen und durch Feindesland patrouillieren. Später stehen etwa Scharfschützeneinsätze, Helikop­tereinsätze oder Drohnensteuerung auf dem Missionsplan. Bohemia Interactive hat sich bei den einzelnen Abschnitten sichtbar Mühe gegeben, den Spielern modernes Kriegsgerät an die Hand zu geben und mit kreativen Aufträgen für Abwechslung zu sorgen. In diesen Belangen steckt Operation Arrowhead seinen Vorgänger locker in die Tasche.

Das liegt unter anderem daran, dass in jeder Mission meist etwas Unvorhergesehenes passiert, sodass Sie Ihre Kräfte in eine ganz andere Richtung lenken müssen. Während einer Panzerpatrouille etwa wird vor Ihren Augen ein Transportflugzeug von einer Rakete erwischt und kracht mehrere Kilometer hinter Ihnen in Feindesgebiet. Klar, dass Sie Ihre Tour abbrechen und zu Hilfe eilen!

Schon früh dürfen Sie Panzer fahren. Schön, wenn die Fahrzeug-KI mitspielen würde! Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. Quelle: Bohemia Schon früh dürfen Sie Panzer fahren. Schön, wenn die Fahrzeug-KI mitspielen würde! Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. Oder aber Sie sind gerade dabei, mit einem kleinen Trupp, ausgestattet mit einem hochmodernen Scharfschützengewehr, eine strategisch wichtige Mine einzunehmen und stoßen in den gesicherten Räumen plötzlich auf eine tickende Bombe. Nun müssen Sie in Windeseile den Abschaltcode besorgen, während Sie von allen Seiten weiter von feindlichen Kräften unter Feuer genommen werden. Puristen werden vielleicht meckern, wie wenig ein solches Szenario mit echtem Krieg zu tun hat, doch wir finden, dass dieser Umschwung zu spannenden Aufträgen richtig guttut! Positiv zu vermerken ist dabei, dass erfüllte Missionsziele nahezu ausnahmslos und fehlerfrei erkannt wurden. So spielt sich die etwa zehnstündige Kampagne nun deutlich flüssiger.

Dennoch erbt das Add-on unschöne Fehler des Hauptprogramms. So etwa in der gerade angesprochenen Panzer-Mission. Denn noch immer ist die KI der Militärsimulation alles andere als perfekt, viele kleine Schnitzer verzögern das Vorankommen. Sie werden auch in Operation Arrowhead nicht umhinkommen, öfter mal frustriert die Flinte ins Korn (oder die Maus an die Wand) zu werfen. Lassen Sie zum Beispiel die KI ans Steuer, erwarten Sie Szenen, die im positivsten Sinne komisch-kurios wirken. Da vollführen Ihre Fahrer gerne mal sinnfreie Pirouetten, schleichen mit Standgas durch die Landschaft oder schaffen es sogar, ihr tonnenschweres Gefährt irgendwie auf den Rücken zu drehen.

Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. Quelle: Bohemia Dieser feindliche Soldat rennt stur an uns vorbei - genau wie das Dutzend Kollegen, das ihm folgt. Nerviger wird es, wenn plötzlich missionsrelevante Dinge fehlen, sodass Sie – im schlimmsten Fall – einen kompletten Auftrag von mehreren Stunden wiederholen müssen. In unserem Fall verschwand nach einer Zwischensequenz plötzlich unser Panzer. Unmittelbar danach sollten wir an einem Begleitfahrzeug eine Drohne steuern – besagtes Fahrzeug war aber kurz vorher auf einem Baumstumpf hängen geblieben und unerreichbar. Wirklich ärgerlich dabei ist, dass ebensolche Fehler schon im Hauptprogramm zu finden waren und noch immer nicht anständig entfernt wurden. Ähnliches gilt auch für die gegnerische KI, die Sie einmal auf mehrere hundert Meter präzise niederstreckt, an anderer Stelle aber keine drei Meter an Ihnen vorbeijoggt. All das sind bekannte Arma-Fehler, die wirklich nicht mehr sein müssen!

Trotz einiger Verbesserungen hinkt Arma 2: Operation Arrowhead jedem modernen Shooter hinterher. Selbst wenn die Serie, die in der Tat in ihrer Art einzigartig ist, für sich den Titel der Militärsimulation beansprucht, ist dies kein Grund, Trends und Einflüsse anderer Spiele komplett zu ignorieren. Noch immer herrscht dieselbe staubtrockene Präsentation, die unsausgegorene und viel zu komplizierte Steuerung. Seit Jahren hält Bohemia Interactive­ störrisch an seinem Konzept fest, immer mit dem Vermerk, dass es den Profispielern und Hardcorefans so gefalle. Noch immer ist die Hürde für Einsteiger (trotz guten Tutorials!) nahezu unüberwindlich, selbst Kenner der Serie freuen sich sicherlich über ein wenig mehr Modernität in Präsentation und Gameplay. Genau das würde der Serie guttun und zeigen, dass Militärsimulationen nicht ausschließlich in die Hände der ganz wenigen, leidensfähigen Enthusiasten gehören.

Bildergalerie

Wertung zu ArmA 2: Operation Arrowhead (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Riesige SpielweltSolider Umfang für ein Add-onAbwechslungsreiche MissionenRealismus und hoher Schwierigkeitsgrad fordern Profis.
Noch immer massiv fehlerhafte Fahrzeug-KIAltbackene PräsentationUmständliche SteuerungKleinere Bugs und DesignschnitzerHohe Einstiegshürde
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    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xcub NPC
        Also Kritik muss ja auch sein aber es kann nicht sein das Leute, die erstmal überhaupt keine Ahnung von Militär-Simulation haben und zusätzlich auch noch einen schlechten Rechner haben(Arma läuft zwar bei euch aber nicht grafisch), hier eine Bewertung unter aller Sau abgeben.Es giebt zurzeit Weltweit keine bessere Militär Simulation. Das ist schon mal Fakt und und grafisch gesehen liegt es in den Top 5 der Militär-Shooter.Kauft euch eine anständige Grafigkarte und ihr werdet nicht entäuscht.Sicherlich gab und giebt es auch noch Bugs die aber einem wirklichen Militär-ShooterFan nichts ausmachen.Und wenn euch langweilig ist dann geht Battlefield 3 oder sonstiges zocken.Arma 2 ist nicht für jeder Mann vorallem wegen der komplizierten Steuerung.Und die Volksmehrheit ist nun mal dumm und kommt damit auch nicht klar und deswegen zocken se auch alle CS BF und wie´se nicht alle heissen.Bleibt bei euren Ballerspielen und wir bleiben Bei Arma und versucht Arma nicht mit irgendwelchen Ballerspielen zu vergleichen.Es heisst ja nicht umsonst (Militär- SIMULATION) Dank an Bohemia für dieses großartige Spiel.
      • Von xcub NPC
        Also Kritik muss ja auch sein aber es kann nicht sein das Leute, die erstmal überhaupt keine Ahnung von Militär-Simulation haben und zusätzlich auch noch einen schlechten Rechner haben(Arma läuft zwar bei euch aber nicht grafisch), hier eine Bewertung unter aller Sau abgeben.Es giebt zurzeit Weltweit keine bessere Militär Simulation. Das ist schon mal Fakt und und grafisch gesehen liegt es in den Top 5 der Militär-Shooter.Kauft euch eine anständige Grafigkarte und ihr werdet nicht entäuscht.Sicherlich gab und giebt es auch noch Bugs die aber einem wirklichen Militär-ShooterFan nichts ausmachen.Und wenn euch langweilig ist dann geht Battlefield 3 oder sonstiges zocken.Arma 2 ist nicht für jeder Mann vorallem wegen der komplizierten Steuerung.Und die Volksmehrheit ist nun mal dumm und kommt damit auch nicht klar und deswegen zocken se auch alle CS BF und wie´se nicht alle heissen.Bleibt bei euren Ballerspielen und wir bleiben Bei Arma und versucht Arma nicht mit irgendwelchen Ballerspielen zu vergleichen.Es heisst ja nicht umsonst (Militär- SIMULATION) Dank an Bohemia für dieses großartige Spiel.
      • Von MikeMailmann Anwärter/in
        AW: Spieletest - ArmA 2: Operation Arrowhead im Test: Erweiterung stolpert über alte Hürden

        @ anjuna80

        also ich muss Schadow_Man recht geben wenn er schreibt: "Sollte man aber ein Spiel nicht nur danach bewerten, ob es gut oder schlecht ist und nicht nach Schwierigkeitsgrad oder Anfängerfreundlichkeit?"
        Richtig eine wertung sollte und muss neutral erfolgen.

        Und natürlich hast du recht wenn du schreibst man kann es nicht allen recht machen und natürlich lassen sich die Fans von solchen Wertungen in der regel nicht abschrecken.
        Verdrängen aber solche spiele aus der spielelandschaft.

        Für mich bleibt dabei ein fahler Nachgeschmack vielleicht liegt es ja wirklich an meinem persönlichen empfinden (oder meinem Alter ;-) ,bzw. vorlieben ) das ich in letzter zeit so einige Spielewertungen nicht nachempfinden kann.
        Und das wäre allerdings auch nicht neutral .

      • Von anjuna80 Mitglied
        AW: Spieletest - ArmA 2: Operation Arrowhead im Test: Erweiterung stolpert über alte Hürden

        Zitat von Shadow_Man
        Sollte man aber ein Spiel nicht nur danach bewerten, ob es gut oder schlecht ist und nicht nach Schwierigkeitsgrad oder Anfängerfreundlichkeit? Denn sonst dürfte es ja nicht mehr Spielspasswertung, sondern müsste Mainstreamwertung heißen!
        Mainstreamwertung würde ich es nicht nennen, aber es gibt halt gewisse Standards, die man heutzutage von einem Spiel erwarten kann. Und nur, weil es sich um eine hochkomplexe Simulation handelt, kann man ja Fehler, die zum Missionsabbruch führen und den Spielspass trüben, nicht einfach ausklammern.
        Zum Schwierigkeitsgrad: Der wurde in den Pro und Contras sowohl positiv als auch negativ bewertet. Die Einstiegshürde ist wahnsinnig hoch, aber es ist eine realistische Simulation für Profis.
        Nischenspiele (ich bezeichne AA2 einfach mal als solches) werden es immer schwer haben, wie auch beispielsweise Hearts of Iron. Für sich genommen und für Fans und Profis ein geniales Spiel, im Vergleich zur heutigen Spielelandschaft aber absolut trocken und unzugänglich. Was meinste, wie groß der Aufschrei im nachhinein bei vielen Käufern wäre, wenn ein beinharter AA2 Fan als Tester dieses Spiel mit 8x % bewertet hätte? Man kann es nie allen Recht machen.
        Und wie ich schon geschrieben habe, Fans werden sich durch so einen Test absolut nicht abschrecken lassen - und Neulinge können sich ein gutes Bild des Spiels machen und von dem, was sie erwartet.
      • Von Shadow_Man Mitglied
        AW: Spieletest - ArmA 2: Operation Arrowhead im Test: Erweiterung stolpert über alte Hürden

        Zitat von anjuna80
        Zitat von "MikeMailmann, post: 8840059, member: 2319333"
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Ich verstehe die Aufregung, aber man sollte nicht ausser Acht lassen, dass a) nur die persönliche Meinung des Testers im Artikel wiedergegeben wird und b) der Tester mehr oder weniger den "Durchschnittszocker" repräsentiert. Ich für meinen Teil (und wie auch viele andere auch) haben noch nie eine Militärsimulation gespielt, und es ist nun mal so, dass für viele die Argumente Einstiegsfreundlichkeit, Steuerung und Bugfreiheit eine große Rolle spielen. Ich glaube, wenn man das Genre interessant findet (Neuling oder Veteran), wird man sich durch den Test, die Negativpunkte und die Wertung nicht abschrecken lassen. Wie der Großteil in diesem Thread ja auch beweisst. Sollte man aber ein Spiel nicht nur danach bewerten, ob es gut oder schlecht ist und nicht nach Schwierigkeitsgrad oder Anfängerfreundlichkeit? Denn sonst dürfte es ja nicht mehr Spielspasswertung, sondern müsste Mainstreamwertung heißen! Man sollte das Ganze einfach mal ausklammern und nur die Spiele nach der Qualität bewerten. Eine Simulation ist nun mal knackiger und fordernder, warum wird das dann als Negativpunkt genannt, obwohl das bei diesem Genre dazu gehört? Wenn sowas abgewertet wird, könnte ein realistisches Spiel ja nie wieder auch nur annähernd an die 90er Marke ranreichen. Es sollte schlicht dem Genre entsprechend einfach nur die Qualität des Spieles gemessen werden. Das wird hier aber nicht gemacht, sondern die Mainstreamschablone angelehnt und alles was danach nicht passt, zerrissen. Mit einem solchem Wertungsschema werden es solche Spiele nie zu akzeptablen Wertungen schaffen und die Publisher lesen ja solche Tests und wenn die immer sehen, dass solche Spiele so zerrissen werden, dann denken sie doch, dass niemand mehr solche Spiele will. Da haben es in Zukunft solche Spiele noch schwerer.
        Nochmals: Es will keiner, dass Fehler unter den Tisch gekehrt werden, aber man möchte nur eine gerechte Behandlung von realistischen, anspruchsvollen Spielen, die diesen gerecht wird. Solche Spiele werden nämlich in den letzten Jahren immer mit lächerlichen Tests und Wertungen abgespeist.
      • Von anjuna80 Mitglied
        AW: Spieletest - ArmA 2: Operation Arrowhead im Test: Erweiterung stolpert über alte Hürden

        Zitat von MikeMailmann
        Zitat von "Birdy84, post: 8838125, member: 2085280"
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Ich verstehe die Aufregung, aber man sollte nicht ausser Acht lassen, dass a) nur die persönliche Meinung des Testers im Artikel wiedergegeben wird und b) der Tester mehr oder weniger den "Durchschnittszocker" repräsentiert. Ich für meinen Teil (und wie auch viele andere auch) haben noch nie eine Militärsimulation gespielt, und es ist nun mal so, dass für viele die Argumente Einstiegsfreundlichkeit, Steuerung und Bugfreiheit eine große Rolle spielen. Ich glaube, wenn man das Genre interessant findet (Neuling oder Veteran), wird man sich durch den Test, die Negativpunkte und die Wertung nicht abschrecken lassen. Wie der Großteil in diesem Thread ja auch beweisst.
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