Crossover: Wenn Genres verschmelzen - Erfolge und Fails
Action-Adventures, Rollenspiel-Shooter, Strategiesimulationen: Das Kombinieren verschiedener Genres mitsamt ihrer Vorzüge und Macken hat eine lange Tradition. Die Kreativität scheint grenzenlos, ist aus der Nähe betrachtet jedoch eingeschränkt. Nicht jede Mischung schmeckt der anspruchsvollen Spielerschaft und selbst altbewährte Rezepte sind noch lange keine Garanten für Erfolg. Wir stellen positive wie negative Beispiele aus dem vergangenen Jahrzehnt vor.
Als Deus Ex anno 2000 in den Handel kam, überschlug sich die Presse mit Lobeshymnen. Der Ego-Shooter erzählte eine spannende Geschichte von Verrat und Verschwörung, hauptsächtlich transportiert über fein geschliffene Dialoge. Nicht selten konnte man Einfluss auf den Ausgang eines Gesprächs nehmen und so unter Umständen nervenaufreibende Kämpfe vermeiden. Dabei passen die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten und die Art der Story-Inszenierung so gar nicht das Schema des typischen Ego-Shooters. Kein Wunder, bedient sich Deus Ex doch geradezu vorbildlich der Charakteristika von Rollenspielen. Ohne diese Anleihen wäre aus dem Spiel sicher nicht das zeitlose Meisterwerk geworden, das es heute ist. Deus Ex eignet sich daher hervorragend als Musterbeispiel für eine gelungene Verschmelzung verschiedener Genres.
Heute sind die so genannten Rollenspiel-Shooter aus der Spielelandschaft einfach nicht mehr wegzudenken. Erst kürzlich wagte Gearbox mit Borderlands den Versuch, das süchtigmachende Spielkonzept eines Diablo mit schnörkelloser Baller-Action zu verbinden. Das Experiment zahlte sich aus: Binnen weniger Monate gingen weltweit über zwei Millionen Exemplare über die Ladentheke. Angesichts dieser Zahlen dürften dem Publisher Take Two Freudentränen gekommen sein, gerade in der aktuell eher prekären weltwirtschaftlichen Lage. Anders erging es dem Echtzeit-Strategietitel Command & Conquer 4. Der voraussichtlich letzte Abstecher ins Tiberium-Universum setzt neuerdings auf Rollenspielelemente. Gewonnene Missionen ließen den Erfahrungspunktebalken in die Höhe schnellen. Nach einem Level Up schaltete das Spiel frische Einheiten und Technologien frei. Dem umgekrempelten Konzept zum Trotz: Die Spieler ließen den C&C 4 in den Händlerregalen stehen.
In eine neue Dimension stößt der PS3-Blockbuster Heavy Rain vor. Zwar gab es bereits vorher mit Fahrenheit und Dragon's Lair Vertreter, bei denen die Medien Film und Videospiel eine Symbiose eingingen; Heavy Rain setzt dem Ganzen aber die Krone auf. Die Dramaturgie eines Kinofilms wurde mithilfe von zahlreichen Stilmitteln (etwa Splitscreen) exzellent ins Spiel übertragen. Vollends überzeugen konnte Heavy Rain aber nicht. Die eigenwillige Mixtur aus Erkunden und fummeligen Quick-Time-Events ergaben in der Summe fehlenden Anspruch. Viele Core-Gamer sehen in dem interaktiven Drama nur ein zweitklassiges Spiel. Die Zukunft hält weitere spannende Genremixturen für die Zocker bereit. Mit Rage steht 2011 ein Ego-Shooter in den Startlöchern, der nicht nur einen flinken Abzugsfinger voraussetzt, sondern auch einen Bleifuss. Hin und wieder muss sich der Spieler hinter das Steuer eines Wüstenflitzers klemmen und das Fahrerfeld von hinten aufräumen.

Und was den Streit um den besseren Teil angeht: Bei Spellforce 2 mag zwar das Balancing nicht ganz passen (d.h. es gibt Maps, bei denen ich einfach so durchspaziert bin und es gibt Maps, die ich 2 oder 3mal neu beginnen musste, weil mir entweder die Helden samt Ava gestorben sind oder der Gegner zu stark war), aber trotzdem ist es ein Spellforce und m. E. nicht schlechter als der erste Teil... mir ist nur nach wie vor der RPG-Part zu rudimentär... man hat auch bei SF2 immer noch keine komplette RPG-Steuerung, wenn man in der RPG-Perspektive ist...
Nicht falsch verstehen. Ich bin kein wirklicher RTS Spieler (ist mir zu hektisch). Aber der 1.Teil hat mich immerhin motiviert das erste Addon zu kaufen. RTS und RPG haben sich sinnvoll ergänzt und waren als solches schön ausgebaut. Der 2.Teil lag meiner Grafikkarte bei und ich komme nicht über die ersten Level hinaus. Der RTSteil macht den Eindruck des Lieblosen. Er wurde zusammengestaucht und extrem vereinfacht. Weniger Rohstoffe, weniger liebevolle Details etc.bla bla. Wenn das Spiel vom RPGpart zum RTSpart wechselt langweilt es und dadurch fängt es logischerweise an zu nerven wenn man aus dem ansprechenden RPGpart gerissen wird. Also ist zumindest für mich der 1.Teil die bessere Genrefussion.
Hand zum Gruß
Denn beim Zweiten ist nur die Grafik besser, spielerisch ist fast alles ein Rückschritt.
Hand zum Gruß
mir ist aufgefallen, daß rts spieler spellforce 1 deutlich besser finden als spellforce 2
aber wenn es um crossover geht, um das richtige zusammenpassen mehrerer genres, dann ist spellforce 2 deutlich besser (auch wenn es rts spielern zu leicht ist) denn bei dem teil paßten beide teile deutlich besser zusammen, es war in dem sinne deutlich stimmiger
Na wenn alle hier noch ein Spielchen nennen dann tue ich das auch : Was ist mit Stalker und Nachfolgern ? Es ist zum Hauptteil ein Shooter aber ganz sicher nicht vergleichbar mit einem Serious Sam, oder ? Verschiedene Fraktionen, verschiedene Vorgehensweisen aufgrund der Waffen, variable vom Spieler komplett beeinflußbare und spielbeeinflussende Ausrüstung, Inventar, Handel, Multiple Choise ?Gespräche, Nebenaufträge, unterschiedliche Enden geschuldet der unterschiedlichen Spielweise. Also in meinen Augen ein wesentlich größerer und besserer Genremix als Bioshock, welches doch mehr ein ganz gewönlicher Shooter und nur in der Aufzählung ist weil es ein wesentlich zugänglicherer Crossplattformtitel mit bekannterem und kürzerem (einprägsameren) Namen ist.
Dem von einigen erwähnten Spellforce 2 würde ich ganz klar den ersten Teil vor ziehen.
Denn beim Zweiten ist nur die Grafik besser, spielerisch ist fast alles ein Rückschritt.
Hand zum Gruß