I'm not alone im Test: Italienisches Horror-Action-Adventure geht gnadenlos unter
I'm not alone will eine Italo-Konkurrenz für Resident Evil, Silent Hill und andere Horror-Action-Adventures sein. Das Spiel scheitert schon im Ansatz.
Quelle: PC Games
Der Metzger (am Boden) erwartet Sie gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts. Er hält viel aus, ist aber weitgehend ungefährlich.
Wenn ein Hersteller sein Spiel - in diesem Fall I'm not alone - auf der Packung vollmundig als den „Horror-Schocker des Jahres“ anpreist, ist die Erwartungshaltung sehr hoch. Oder die Zweifel groß, wenn man bedenkt, dass es um den betreffenden Titel nach der ersten Ankündigung plötzlich sehr still war und das Spiel dann urplötzlich im Laden stand. Im Survival-Horror-Spiel des italienischen Entwicklerstudios Pixel Revolution erforschen Sie als Medium und Hobby-Exorzist Patrick Weber ein altes Spuk-Anwesen, in dem ein verrückt gewordener Musiker arme Dörfler im Dutzend gemeuchelt hat. Nach dem unspektakulären Intro wenden Sie auch gleich die einzige paranormale Fähigkeit des Helden an. Wenn Sie die Taste Q drücken, wechseln Sie in die Dämonenwelt, die überraschenderweise exakt gleich aussieht, außer dass Sie nun Gespenster sehen und diese bekämpfen dürfen.
Dummerweise sind Sie zu Beginn noch nicht in der Lage, sich zu verteidigen.
Quelle: PC Games
Eine typische Kampfszene. Ein Geist greift den Helden an und trifft ihn, was man an den Blutspritzern erkennt.
Erst kurz nach dem ersten Zusammenprall mit der Geisterwelt erhalten Sie die ersten Waffen im Spiel: zwei Dolche, von denen jeder eine bestimmte Funktion hat. Attackieren Sie mit der linken Maustaste (mit dem linken Dolch), fügen Sie Gegnern Schaden zu und heilen sich zugleich selbst. Ein Angriff mit rechts nährt die Paranoia-Anzeige, die Ihnen schnellere Bewegungen und präzisere Angriffe ermöglicht. Zumindest in der Theorie, denn die Kämpfe sind entweder anspruchslos oder verkommen aufgrund der trägen Steuerung und der unterirdischen Grafik-Performance zu nervigen, ruckeligen Geduldsspielen. Etwas später erhalten Sie dann die zweite Waffenart: eine Armbrust, die Fernkampf ermöglicht, aber ansonsten genauso funktioniert wie die Dolche. Mehr Waffen gibt es in I’m not alone nicht.
An bestimmten Stellen im Spiel warten übrigens Mini-Bossgegner auf Sie, die besonders viel einstecken und eine simple Taktik erfordern. Der Sieg über diese ist stets besonders inszeniert und soll wohl eine Art Höhepunkt darstellen.
Quelle: PC Games
Die PC Games 05/10 bietete weitere spannende Tests, Vorschauen und Reports.
Genretypisch gibt es Rätsel, die jedoch nur im ersten Spielabschnitt geballt auftreten. In der Regel wirken sie sehr konstruiert und sind in manchen Fällen nur durch stupides Ausprobieren lösbar. Beispiel gefällig? Um eine Kiste zu öffnen, sollen Sie sieben Glocken in der richtigen Reihenfolge läuten. Nervig: Bei jedem Fehlversuch erscheint ein Standardgegner, den Sie erledigen müssen, bevor Sie weiterprobieren dürfen. Im zweiten Abschnitt wird’s gar noch doofer. Um eine Falltür zu öffnen, quälen Sie sich durch einen labyrinthartigen Keller, in dessen beiden äußersten Räumen ein anspruchsloses Schalterrätsel wartet, das zudem in jedem Zimmer identisch ist. Auf diesem Niveau führt sich dieses Drama in sieben weiteren Akten fort.
Hinweis:
In der PC Games 05/10 - bereits am Kiosk erhältlich - lesen Sie weitere Tests zu aktuellen Spielen und Vorschauen zu kommenden Highlights.

- Peinlich aussehende Skripts und Animationen
- Geringe Waffenauswahl
- Sehr überschaubare Zahl an Gegnern
- Die Kämpfe schwanken zwischen anspruchslos und unfair.
- Geistlose, sich wiederholende Rätsel
- Unerklärliche Ladezeiten von einer Minute und länger
- Unbrauchbares Alibihandbuch