Black Sails: Das Geisterschiff im Test - Ein kurzes, aber überraschend gutes Düster-Adventure

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Test Alexander Frank Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Black Sails, das brandneue Adventure von den Ankh-Machern, ist deutlich düsterer als erwartet. Ob es auch gut ist, das verrät unser Test.

Vor diesem hübsch gezeichneten Ofen entdeckt Anna mehrere Häufchen Asche. Sie hat schon eine Vermutung, von wem die Asche stammen könnte. Vor diesem hübsch gezeichneten Ofen entdeckt Anna mehrere Häufchen Asche. Sie hat schon eine Vermutung, von wem die Asche stammen könnte. Glück im Unglück: Als das Schiff untergeht, mit dem die Passagiere Anna und Lex den Atlantik überqueren wollten, retten sich die beiden auf ein zufällig in der Nähe treibendes Segelschiff und schaffen es irgendwie in die Kapitänskajüte. Unglück im Glück: Das gute Stück scheint verlassen zu sein, denn der Kapitän und dessen Mannschaft sind augenscheinlich nicht an Bord. Deshalb müssen es Anna und Lex ohne Hilfe der Seeleute zum sicheren Festland schaffen. Nach dem kurzen, aus nicht-animierten Zeichnungen bestehenden Intro steuert der Spieler die Journalistin Anna. Ihren Begleiter Lex, den Anna auf dem Passagierschiff ursprünglich nicht gesehen hat, lernt sie erst durch die gemeinsame Rettung kennen. Der Kerl macht einen unsympathischen Eindruck. Gleich zu Beginn schnüffelt er in der Kabine herum, als wäre es seine eigene. Außerdem erzählt er nichts über sich und weist Nachfragen und Hilfeaufforderungen von Anna ziemlich schroff zurück. Deshalb erkundet der Spieler die geräumige Kabine allein. Die Steuerung ist Adventure-typisch: Anna folgt den Mausklicks durch klar abgegrenzte Areale, die Kamera-Ansicht ist dabei stets vorgegeben.

Anna findet Briefe und Tagebuchseiten der ehemaligen Besatzung. Doof: alle in derselben Handschrift. Anna findet Briefe und Tagebuchseiten der ehemaligen Besatzung. Doof: alle in derselben Handschrift. Findet die Journalistin einen Gegenstand, steckt sie diesen in ihr Inventar (auch wenn er noch so groß ist), um ihn später mit anderen Gegenständen oder mit interaktiven Stellen zu kombinieren. Ein Beispiel: Um die verschlossene Kajütentür aufzukriegen, verbindet Anna das Seil eines (vorher zusammengebastelten) Ankers mit dem Türschloss, öffnet das Kajütenfenster und wirft den Anker hinaus. Kurze Zeit später spannt sich das Seil und reißt so die Tür auf. Voilà!

Doch bevor die Reporterin die Kajüte verlassen kann, entbrennt zwischen Lex und ihr ein Streit, in dessen Verlauf Lex von einer Ladung herabstürzender Frachtkisten schwer verletzt wird. Deshalb muss Anna sich zuerst um die Wunde kümmern und für Lex Desinfektions- und Verbandsmaterial besorgen. Doch wo soll sie auf dem verlassenen Schiff danach suchen? … Zum Glück kann der Spieler mit einem Tastendruck sämtliche interaktiven Elemente der Szene (sogenannte „Hotspots“) einblenden.

Um dem Weißkittel zu entkommen, spritzt ihm Fiona Ethanol in die Augen, woraufhin der Doc eine Zeit lang nichts sehen kann. Quelle: PC Games Um dem Weißkittel zu entkommen, spritzt ihm Fiona Ethanol in die Augen, woraufhin der Doc eine Zeit lang nichts sehen kann. Sollten Sie Black Sails selbst spielen, werden Sie feststellen, dass die soeben beschriebenen Szenen ziemlich am Anfang des Abenteuers über den Monitor flimmern. Wir wollen bewusst möglichst wenig über die spätere Handlung verraten, denn das Adventure des Frankfurter Entwicklers Deck 13 (Ankh, Jack Keane, Venetica) präsentiert sich ohnehin sehr, sehr kurz. Unerfahrene Spieler werden das Rätsel des Geisterschiffs nach maximal fünf Stunden lösen, Adventure-Profis benötigen noch weniger. Das liegt unter anderem an dem sehr kompakten Szenario. Das Schiff verfügt nur über wenige betretbare Bereiche. Bereits nach einer Stunde haben Sie die meisten Räumlichkeiten gesehen. Dafür punktet Black Sails mit seiner Geschichte und Atmosphäre. Dunkelheit, knarzende Türen, seltsame Geräusche – vor allem die Akustik erzeugt eine bedrohliche Spannung. Anna findet auch Tagebucheinträge der ehemaligen Besatzung. So kann sie sich nach und nach ausmalen, was hier mal vor Jahren passiert ist. So viel sei verraten: Das, was am Ende he­rauskommt, hätten wohl die wenigsten Spieler erwartet.

Zwischendrin steuern Sie ein kleines Mädchen namens Fiona, das schon in den Tagebucheinträgen Erwähnung findet. Offenbar handelt es sich bei Fionas Szenen um Rückblenden, die Anna zunächst nicht einordnen kann. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto fester packt den Spieler ein ungutes Gefühl – bis das Ganze in einem ergreifenden Finale gipfelt. Jenes Finale berührte uns, weil es mit unseren Gefühlen spielte und uns zum Nachdenken zwang. Und weil es in dieser Form wohl noch in keinem Computerspiel vorkam.

Die Schwierigkeit der Rätsel variiert von „einfach“ bis „mittel­schwer“. Lediglich an einer Stelle kamen wir nicht weiter und – Asche auf unser Haupt! – mussten in der Komplettlösung nachsehen. Ansonsten kommen auch Einsteiger gut zurecht. Alle Aufgaben beziehungsweise deren Lösungen sind weitgehend logisch. An manchen Stellen bereitete uns aber die Steuerung Probleme, weil man bestimmte Hotspots sehr genau klicken muss. Ebenso war es hin und wieder schwierig, Anna dahin zu bewegen, wo wir sie hinlotsen wollten, weil sie einfach eine andere Route zum Zielort nahm.

Die PC Games 05/10 bietete weitere spannende Tests, Vorschauen und Reports. Quelle: PC Games Die PC Games 05/10 bietete weitere spannende Tests, Vorschauen und Reports. Man merkt an der Kürze des Spiels und an dessen Grafik, dass dem Entwickler Deck 13 kein besonders hohes Budget zur Verfügung stand. Die Figuren wirken etwas kantig, die Umgebung detail­arm. Vielleicht ist das Abenteuer auch deshalb so kurz. Es sei aber auch nicht das Ziel der Frankfurter gewesen, aus Black Sails ein riesiges Vollpreisspiel zu machen, erklärte uns Creative Director Jan Klose. Vielmehr sei der Titel die Verwirklichung eines seit den Ankh-Zeiten in den Schreibtischschubladen verschwundenen Projektes. Gelungen ist die Verwirklichung trotz genannter Kritikpunkte allemal: Für knapp 30 Euro bekommt man ein zwar kurzes, aber dafür spannendes Abenteuer mit ­einer schaurig-schönen Geschichte.

Hinweis:
In der PC Games 05/10 - bereits am Kiosk erhältlich - lesen Sie weitere Tests zu aktuellen Spielen und Vorschauen zu kommenden Highlights.

Bildergalerie

Wertung zu Black Sails: Das Geisterschiff (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Düstere Geschichte mit einem ergreifenden FinaleInteressante HauptcharaktereKomfortable Bedienung (schnelle Bewegung, Hotspot-Anzeige, einfaches Inventar)
Lediglich ein Ort des Geschehens und eine sehr kurze SpielzeitTeils zu anspruchslose RätselWenig Interaktion, da nur wenige Charaktere eine Rolle spielen
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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Vidaro Spiele-Kenner/in
        AW: Spieletest - Black Sails: Das Geisterschiff im Test - Ein kurzes, aber überraschend gutes Düster-Adventure

        Ein echt gutes Adventures kann es nur empfehlen!
        Hatte eigentlich sehr wenig erwartung bei dem Preis (25-30€) allerding hats mich wirklich sehr überrascht, ein echter geheimtip auch wenn etwas kurz das stimmt aber dafür gibt es auch mehrere Enden je nachdem wie man vorgeht und diverse Rätsel löst
      • Von Vidaro Spiele-Kenner/in
        AW: Spieletest - Black Sails: Das Geisterschiff im Test - Ein kurzes, aber überraschend gutes Düster-Adventure

        Ein echt gutes Adventures kann es nur empfehlen!
        Hatte eigentlich sehr wenig erwartung bei dem Preis (25-30€) allerding hats mich wirklich sehr überrascht, ein echter geheimtip auch wenn etwas kurz das stimmt aber dafür gibt es auch mehrere Enden je nachdem wie man vorgeht und diverse Rätsel löst
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