Darkest of Days im Test: Ungenutzte Chancen, Gameplay-Fehler und mehr - Der Zeitreise-Shooter geht unter
Gefangen in der Zeitschleife: Darkest of Days, das Erstlingswerk von Phantom EFX, verschenkt Chancen am laufenden Band.
Quelle: PC Games
Im Zweiten Weltkrieg werden Sie gefangen genommen und in ein Konzentrationslager gebracht. Was bedrückend sein könnte, geht alsbald wieder in eine wilde Knallerei über.
Darkest of Days beweist, dass bei Zeitreisen eine Menge schiefgehen kann. Das wusste schon Marty McFly aus Zurück in die Zukunft. Das erste Spiel des amerikanischen Studios Phantom EFX hat viele gute Ideen, scheitert aber an einer schrecklichen spielerischen Umsetzung. Die Geschichte beginnt in der Schlacht am Little Bighorn. Kurz bevor Ihnen die Indianer den Skalp abrasieren, öffnet sich vor Ihnen eine bläuliche Blase und ein Agent der Zeitreise-Firma Kronotek entführt Sie in die Zukunft. Dort erfahren Sie, dass Kronotek Menschen, die bei Katastrophen oder in Kriegen verschollen sind, ausfindig macht und dann als Agenten ausbildet, um die Zeitströme zu überwachen. Als solch eine Karteileiche der Geschichte reisen Sie nun kreuz und quer durch die Zeit, um Dr. Koell, den verschwundenen Gründer von Kronotek, aufzuspüren.
Darkest of Days schickt Sie dabei durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg, den Amerikanischen Bürgerkrieg und sogar bis in das antike Pompeji, das gerade von einem Vulkanausbruch überrascht wird. An originellen Szenarien fehlt es dem Titel also nicht.
Aus Szenen, die durch geschichtliche Ereignisse eine besondere Intensität haben könnten, holt das Spiel aber zu wenig heraus. So werden Sie im Zweiten Weltkrieg von Nazis gefangen genommen und in ein Konzentrationslager gebracht. In bedrückender Stimmung wandern Sie ohne Waffen und von Wärtern gepeinigt in die Haftbarracken. In nur wenigen Minuten aber ist diese intensive emotionale Szene vorbei und Darkest of Days verfällt wieder in tumbes Action-Geballer – eine echte Schande!
Quelle: PC Games
Mit der Zukunftswaffe gegen römische Legionäre - Darkest of Days setzt nicht auf Realismus.
Phantoms Titel trägt neben den ungewöhnlichen Settings vor allem seine Waffenmodelle als Prestigeobjekte vor sich her. In jeder Epoche bekommen Sie zeitgemäße Schießeisen in die Hand gedrückt. So ziehen Sie im Amerikanischen Bürgerkrieg mit Springfield-Muskete oder Henry-Gewehr in die Schlacht. Gleichzeitig haben die Entwickler das Nachladesystem einiger Konsolen-Shooter übernommen: Ist das Magazin leer, schließt sich langsam ein Kreis in der Mitte des Bildschirms. Führen Sie im richtigen Moment einen Klick aus, beendet Ihr Charakter den Nachladevorgang schneller. Verpassen Sie den Zeitpunkt, blockiert die Waffe für eine Weile. Problem dabei: Bei den altertümlichen Ein-Schuss-Waffen wiederholt sich das Spielchen zu oft und dauert quälend lange, bei den modernen Waffen hingegen ist der Countdown so schnell abgelaufen, dass Sie den Bonus-Punkt fast immer verpassen.
Allgemein fehlt dem Titel ein ordentliches Waffengefühl. Sie wissen nie genau, wie durchschlagskräftig Ihr Schießwerkzeug gerade ist – da hilft auch das notdürftig angeflanschte Upgrade-System nicht. Noch schlimmer wird es in Szenen, in denen Ihnen die Entwickler futuristische Wummen in die Hand drücken, um mit der überlegenen Feuerkraft Unmengen an technologisch rückständigen Feinden niederzustrecken. Das ist unpassend, gerade weil der Titel Ihnen ansonsten immer ans Herz legt, nicht zu sehr in die Geschichte einzugreifen.
Quelle: PC Games
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So finden Sie auf den Schlachtfeldern zum Beispiel immer wieder bläulich leuchtende Feinde. In der Logik des Spiels sind das besonders wichtige Personen, die Sie nicht erledigen dürfen, um den Lauf der Geschichte beizubehalten. Also werfen Sie sogenannte Chaser auf die Blaumänner und schalten sie so aus. Erschießt aber ein NPC die besagten VIPs, stört das den Zeitfluss überhaupt nicht!
Technisch hinterlässt der Titel einen gemischten Eindruck. An vielen Stellen sind gerade Natur- und Wasserdarstellungen gelungen. Auch die Gesichter der Hauptcharaktere glänzen mit Details. Oftmals sind aber zum Beispiel Bodentexturen extrem matschig. Außerdem gaukelt Ihnen das Leveldesign mit großen Feldern und Massenschlachten mehr Freiheit vor, als es Ihnen wirklich lässt. Meistens sind die Levels schlauchartig, verzeihen keinen Tritt außerhalb der Route, was gerade angesichts der nur per Knopfdruck aufrufbaren Karte und der erbarmungslos starren Kollisionsabfrage nervt. Auflockernde Elemente wie Verfolgungsjagden, das Bedienen von Geschützen oder der Flug in einem Zeppelin werden zudem so in die Länge gezogen, dass sie bald schon lächerlich wirken. Übrigens wurden nur die Texte eingedeutscht, die mittelmäßige Sprachausgabe bleibt leider weiterhin in Englisch.
Kopierschutz-Info:
Für Darkest of Days setzen Phantom EFX und The Games Company nur eine DVD-Abfrage ein.
Hinweis:
In der PC Games 05/10 - bereits am Kiosk erhältlich - lesen Sie weitere Tests zu aktuellen Spielen und Vorschauen zu kommenden Highlights.

Ich habe zb "Raven Squad" angespielt und das hat bei leibe nicht soviel Spieltiefe wie "Darkest of days".
Ich habe die Demo durch und werde mir die Vollversion holen.
Unverbrauchtes Material und Tiefe die unter die Haut geht!Daumen rauf!
die pcg hat sich aber bis jetzt noch nie um "vollständigkeit" gekümmert,
daher ist die frage wirklich angebracht, was ist die motivation einen spieletest mit ergebnis unter 60% mehrere monate nach release des spiels zu veröffentlichen?
wenn es eines höhere wertung gehabt hätte, wäre es noch verständlich...
Schade, ich habe mich damals auf das Game tierisch gefreut und vor n halben Jahr habe ich es binnen weniger Stunden durchgespielt und wieder in die Ecke gestellt... sehr schade.
das beste mit an den spiel waren die physX effekte und die grossen schlachtfelder aber ansonsten eher lau vom gamplay .
Da würde ich noch folgendes Ergänzen (Ich weiß ja nicht inwiefern sich einige Leute darüber aufregen würden, deswegen kennzeichne ich es als Spoiler):
Unbefriedigendes Ende der Gesichte