Bildungsreform durch World of Warcraft - Erfahrungspunkte statt Noten
Level-Anstieg an Stelle von Noten und Gilden statt Lerngruppen - Lee Sheldon, Dozent an der Universität Indiana, will das Erfahrungspunkte-System aus WoW auf den Universitätsalltag übertragen. Steht uns bald eine Bildungsreform durch WoW bevor?
Quelle: PC Games
In Gruppen lassen sich Missionen leichter bestehen. Deshalb teilt Lee Sheldon seine Studenten in Gilden ein.
Bislang waren PC-Spiele im Zusammenhang mit Schule und Studium eher negativ besetzt. Denn nach wie vor sind die meisten Pädagogen davon überzeugt, dass gute Leistungen und Spielverbote Hand in Hand gehen. Dabei haben die beiden Geisteswissenschaftler Deci und Ryan bereits in den 90er-Jahren festgestellt, dass Motivation in einem engen Zusammenhang mit den Grundbedürfnissen des Autonomieerlebens, der Kompetenzerfahrung und der sozialen Eingebundenheit steht. Da sich diese Kriterien beinahe idealtypisch in der Mehrzahl der PC-Spiele wiederfinden, scheint eine Übertragung der spiele-typischen Motivationstechniken auf den Schul- und Arbeitsalltag ein logischer Schritt.
Lee Sheldon, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Telekommunikation der Universität Indiana, hat sich nun entschlossen diesen neuen, kontroversen Weg zu gehen. Denn der Dozent für Game Design ist davon überzeugt, dass Dozenten und Arbeitgeber aus PC Spielen einiges lernen können. In zwei seiner Universitätskurse hat sich Sheldon deshalb vor einem Jahr von dem altbekannten Notensystem verabschiedet und sich stattdessen dafür entschieden, an seine Studenten Erfahrungspunkte zu vergeben. Inspiriert wurde Sheldon zu dieser Idee durch das Skill-System in World of Warcraft. So starten die Studenten dementsprechend in seinen Kursen zu Beginn der Lehrveranstaltung erst einmal auf Level 0. Ebenso wie in dem populären Online-Spiel sind die Studenten im Unterricht in Gilden eingeteilt, die gemeinsam diverse Aufgaben erledigen müssen. Zusätzlich gilt es aber auch verschiedene Missionen im Alleingang zu bestreiten. Durch den erfolgreichen Abschluss eines Quests, beispielsweise ein gelungenes Referat, eine Präsentation oder der Abgabe einer gut recherchierten wissenschaftlichen Arbeit, können die Studenten Erfahrungspunkte anhäufen und somit einen Level aufsteigen.
Das Potenzial, das derartige Erfahrungspunkt-Systeme bieten, sollte nach Sheldons Ansicht nicht nur an Universitäten, sondern auch am Arbeitsplatz besser genutzt werden. Denn Sheldon ist davon überzeugt, dass derzeit eine neue Generation von Arbeitern heranwächst, die ihren Neigungen entsprechend motiviert werden müsse. „Wenn die Generation der Gamer in das Arbeitsleben eintritt, sind sie willig und fähig das Know-how und die Kultur, die sie sich durch Spiele aneignen, in ihre Arbeit einzubringen. Es liegt in der Hand des Managements, zumeist Mitglieder einer Generation, die noch nicht mit Spielen aufgewachsen sind, sich in die Spielkultur einzufühlen und ihre Mitarbeiter dementsprechend anzuleiten.“ erklärte Lee Sheldon gegenüber itnews. So sollten Führungskräfte der Spielergeneration, analog zur Gamer-Welt klar definierte Ziele setzen und zum zusätzlichen Anreiz ein differenziertes und leistungsabhängiges Belohnungssystem entwickeln. Das Interesse seiner Kollegen hat Sheldon mit seinem unkonventionellen Weg zumindest schon geweckt. Denn auch Dozenten aus anderen Fachbereichen der Indiana University erwägen das neue Bewertungssystem in ihren Kursen umzusetzen. Welch große Motivationsmöglichkeiten in Spielen stecken, hat auch die Firma Express Data, die 2009 von der ANZ zu einem der besten Arbeitsgeber gekürt wurde, erkannt. Ebenso wie Spiele setzt die Firma auf kalkulierbare Kompetenzerlebnisse für ihre Mitarbeiter, schnelles Feedback und einen allmählichen Anstieg der Schwierigkeit. „Ich habe schon immer gesagt, dass Arbeit viel mit einem Bowling-Spiel zu tun hat.“ so der Vorstandsvorsitzenden, Ross Cochrane. „Wenn du den Leuten sagst, sie sollen bowlen, aber du versteckst die Kegel, dann können sie zwar hören, ob sie etwas treffen, aber sie wissen nicht, wie viele Kegel sie genau erwischt haben. Ich denke man muss den Leuten ein sehr klares Feedback geben, damit sie verstehen, wo sie genau mit ihrer Arbeit stehen, wo sie eigentlich sein sollen und was sie tun müssen um dort hin zu gelangen.“

Stellt euch allein mal den Umgangston in Bezug auf neue Medien in einem Regierungskabinett vor, das mit Leuten besetzt ist, die in ihrer Kindheit selber mal eine Joypad oder eine Gamermaus in der Hand gehalten haben.
Vorbei ists mit paranoiden Hirngespinnsten ala Zensursula!
(...)
Ich glaube man sollte die Kirche im Dorf lassen. Spiele als Revolution des Lernens zu sehen finde ich eher albern.
Dann hält man für seine Bemühungen auch was in der Hand und kann damit dann prahlen :ugly:
Denn was bringt der Levelanstieg, wenn man, außer nem höheren Level, nix bekommt? Das bringt auf Dauer auch keine Motivation und ist, wie schon gesagt wurde, nix anderes als Noten mit anderer Bezeichnung.
Aber den Ansatz an sich find ich gut
Also wenn meine Lehrer mir in der Schule "Quests" anstatt Hausaufgaben und "Skillpoints" und "Level" als Noten gegeben hätten...Oh Mann..Das wär ungelogen ne echte Motivation gewesen...Ich meine...So kann man sich doch viel toller mit den anderen Schülern messen.
Mal davon abgesehen kann man sich auch quasi identifizieren. Ist ein Char in der Schule und Privat nur im RL....toll, toll..
Und nun lese ich das Gegenteil :ugly:
Wieso können sich Schüler momentan nicht vergleichen? Ob du von 1-60 klassifizierst oder von 1-6 mit umgekehrter Wertigkeit ist doch vollkommen wurscht!
Und was heißt denn "Quest" übersetzt? Wenn du sie dann daheim machst, hast du eine 1zu1 Übersetzung.
Pisa lässt grüßen...
dito
Also wenn meine Lehrer mir in der Schule "Quests" anstatt Hausaufgaben und "Skillpoints" und "Level" als Noten gegeben hätten...Oh Mann..Das wär ungelogen ne echte Motivation gewesen...Ich meine...So kann man sich doch viel toller mit den anderen Schülern messen.
Mal davon abgesehen kann man sich auch quasi identifizieren. Ist ein Char in der Schule und Privat nur im RL....toll, toll..
Und nun lese ich das Gegenteil :ugly:
Wieso können sich Schüler momentan nicht vergleichen? Ob du von 1-60 klassifizierst oder von 1-6 mit umgekehrter Wertigkeit ist doch vollkommen wurscht!
Und was heißt denn "Quest" übersetzt? Wenn du sie dann daheim machst, hast du eine 1zu1 Übersetzung.
Pisa lässt grüßen...
dito
Da muss ich erstmal sagen: Scheeeeeeeeeiße wie geil...xD
Also wenn meine Lehrer mir in der Schule "Quests" anstatt Hausaufgaben und "Skillpoints" und "Level" als Noten gegeben hätten...Oh Mann..Das wär ungelogen ne echte Motivation gewesen...Ich meine...So kann man sich doch viel toller mit den anderen Schülern messen.
Mal davon abgesehen kann man sich auch quasi identifizieren. Ist ein Char in der Schule und Privat nur im RL....toll, toll..