
Eine frühe Version der Festung, wie sie im Spiel vermutlich aussehen wird. Das Bild stammt aus Dragon Age: Origins-Editor.
Update vom 2. März 2010:Mittlerweile hat das Team um Wayne Schlegel nicht nur fleißig entwickelt, sondern auch gebloggt. Auf
dragonage.buffed.de erfahren Sie mehr über die Menschen hinter dem Mod-Projekt und können sich erste Bilder der Mod ansehen.
Originalmeldung:210 Tage. 18 Menschen. Ein Projekt. Das sind die groben Daten hinter der Dragon Age-Modifikation Akabar. Was diese Mod so sehr von anderen unterscheidet, wird an diesen Zahlen schon recht gut sichtbar. Die Entwicklung beruht nämlich auf einer Challenge, die Publisher EA und die Rollenspielschmiede Bioware gegenüber Projektleiter und Modding-Urgestein Markus "Wayne" Schlegel aussprachen: Ein halbes Jahr Zeit, um aus einer Gruppe von Games Academy-Studenten ein hochmotiviertes Team zu formen und pünktlich zur Gamescom in Köln eine coole DA-Mod abzuliefern. Markus nahm diese Herausforderung an und machte sich an die Planung. Ende Januar schließlich war es soweit und der Projektleiter reiste nach Berlin, um dort erstmalig sein Team zu treffen. Wir waren dabei vor Ort, im Audimax der Games Academy, und sprachen mit den Verantwortlichen. Update 15.2.2010: Unsere Kollegen von
dragonage.buffed.de (dort berichten Wayne und sein Team regelmäßig) haben ein Video von der Veranstaltung mitgebracht.
Ihr Video startet nach einer kurzen Werbung.

Das obligatorische Gruppenfoto – ein Großteil des Team Akabar vereint.
Diese zeigten sich gewaltig stolz auf das Projekt mit dem Codenamen Akabar. Der Rektor und Gründer der Games Academy, Thomas Dlugaiczyk, freut sich beispielsweise über die Kooperation mit einem der größten Unternehmen der Branche und betont, wie wichtig und prägend dieses praxisnahe Arbeiten für die Studenten sei. Umso einmaliger wird die ganze Angelegenheit, da die 17 ausgewählten Studenten nicht etwa von einem Dozenten oder professionellen Entwickler angeführt werden, sondern vom 37-jährigen Lehrer, Familienvater und erfahrenen Modder Markus "Wayne" Schlegel.
Das Team hinter Dragon Age: Projekt Akabar

Projektleiter Markus „Wayne“ Schlegel.
Jener Markus Schlegel alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in der Modding-Szene. Sein
Pool of Radiance-Remake und seine
A Hunt through the Dark-Reihe für Neverwinter Nights 1 & 2 brachten ihm bereits zahlreiche Kritiker- und Community-Awards ein. Dank dieser Empfehlungen durfte er auch als einer von nur vier Europäern zum zweiten Dragon Age-Builder-Event nach Kanada reisen und dort die Rollenspielgötter von Bioware persönlich treffen. Von diesem Trip profitiert Markus nun auch bei seinem neuesten und bisher wohl anspruchsvollsten Unterfangen, Projekt Akabar.
So orientiert sich sein Team an der selben Struktur, die auch die Dragon Age-Macher selbst anwenden: Statt die gesamte Gruppe an einem riesigen Brocken herumfummeln zu lassen, bilden jeweils ein Scripter, ein Leveldesigner und ein Autor für Quests und Dialoge einen schlagkräftigen kleinen Verband, der einem bestimmten Bereich zugewiesen ist. So kümmert sich beispielsweise eines der Trios um die Innenräume der Burg, während ein anderes das Abenteurer-Camp vor der Festung mit Leben füllt.
Doch auch ansonsten macht das Team einen absolut professionellen Eindruck. Die Teamleitung betont zwar, dass der Spaß und der Community-Gedanke im Vordergrund stünden, doch wir zeigten uns dennoch beeindruckt: Schon so manch professionelles Studio machte auf den ersten Blick einen weitaus chaotischeren Eindruck!
Die Mod mit dem Projektnamen Akabar

Erste Konzeptskizzen zu Lage und Aufbau der namensgebenden Wächter-Festung Akabar.
Genug des Vorgeplänkels, kommen wir zur Mod selbst. Deren Mittelpunkt und Fundament bildet die Wächter-Festung Akabar, die mächtig zwischen den Felsen des Frostgipfel-Gebirges aufragt. Stil und Funktion des Bauwerks orientieren sich am Wächter-Stützpunkt Ostagar. Doch die Bergfeste Akabar scheint heruntergekommen und verlassen. Sobald der Spieler sich den alten Gemäuern jedoch nähert, bemerkt er seinen Irrtum. Vor dem Burgtor lagert eine bunte Truppe aus Abenteurern und Händlern, im Innenhof und den Räumen der Festungsanlage wandern hingegen Dämonen und lebende Tote umher. Die Aufgabe des Spielers wird es sein, das Geheimnis um den Fall der einst stolzen Feste Akabar zu lösen und obendrein deren Ruinen und untoter Besatzung so manch wertvolle Schätze und Artefakte zu entreißen.

Am Runden Tisch diskutiert das Team Ideen und verteilt die anfallenden Arbeiten.
Zu Beginn der Arbeiten gingen die Entwickler von etwa 2-4 Stunden Spielzeit für dieses Unterfangen aus. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir in dem alten Gemäuer letzten Endes wohl noch so manche Stunde mehr verbringen werden. Zumal die Macher großen Wert darauf legen, den Geist des Hauptspiels einzufangen. Dementsprechend arbeiten die Autoren bereits an spannenden Quests, tiefgründigen Charakteren und vielleicht auch der einen oder anderen moralischen Entscheidung im Spielverlauf.
Aktuell finden wir eigentlich nur ein einziges Haar in der schmackhaften Mod-Suppe: Da die Vorkommnisse im Frostgipfel-Gebirge rund zehn Jahre vor der Handlung der Hauptkampagne angesiedelt werden, können wir logischerweise nicht mit der Party losziehen, die uns während der Rettung Fereldens so ans Herz wuchs. Schade! Allerdings konnten wir den Entwicklern zu guter letzt noch einige Geheimpläne entlocken, die die Modifikation mit dem Hauptspiel verbinden würden - seien Sie also gespannt, denn die Ideen des Teams Akabar wirken bislang durchgehend stimmig und spannend.