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02.12.2009 09:51 Uhr
Raubkopierer - Polizei

Raubkopierer in Gelsenkirchen verhaftet, BitTorrent-Netzwerk hochgenommen

In Gelsenkirchen wurde ein Raubkopierer verhaftet und in Nürnberg ging ein BitTorrent-Netzwerk vom Netz, das von einem Berliner betrieben wurde. Es gab für Mitglieder strenge Regeln beim Upload der illegalen Kopien.

"Ein Download kann dauern" - Bild zur Kampagne gegen Raubkopien. Mehr dazu finden Sie unter hartabergerecht.de.
Mehrere Razzien gegen Raubkopierer haben in den vergangenen Tagen zum Erfolg geführt. So konnte die Staatsanwaltschaft Essen mehr als 50.000 Raubkopien sicherstellen - man fand sie bei einem Großhändler in Gelsenkirchen. Darüber hinaus entdeckte die Polizei vor Ort mehr als 200.000 fertige CD-Einleger, eine komplette Fälscherwerkstatt, PCs, Brenner und Drucker für optische Datenträger. Schon zuvor war der Beschuldigte den Behörden aufgefallen, da er mit nichtlizenzierten Disco-Mixes Handel betrieb.

Außerdem gab es am 26. November einen weiteren Schlag gegen die Raubkopierer-Szene. Diesmal in Berlin und Nürnberg. Die Kriminalpolizisten setzten dem Tausch von Raubkopien in einem der größten deutschsprachigen illegalen BitTorrent-Netzwerke ein Ende. In einer konzertierten Aktion durchsuchten Beamte des Landeskriminalamtes Berlin die Privaträume eines Mannes in der Bundeshauptstadt. Zeitgleich nahm die Nürnberger Kripo in einem örtlichen Rechenzentrum den dazugehörigen Tracker vom Netz. Dabei handelt es sich um das BitTorrent-Steuerungsprogramm zur Verteilung von zuletzt knapp 18.600 verschiedenen illegalen Kopien von Filmen, TV-Serien, Games, Audio- und eBooks sowie Anwendersoftware. Der Berliner wird beschuldigt, eben diesen geschlossenen Tracker betrieben zu haben, der zuletzt mehr als 25.300 angemeldeten und registrierten Nutzern zur Verfügung stand. Die bei ihm sichergestellten Beweismittel werden nun von den Behörden ausgewertet.

Noch im August vergangenen Jahres wiegten die Tracker-Verantwortlichen sich und die Tauschbörsen-Mitglieder in Sicherheit. So versteigerten die Betreiber damals fünf "erprobte GVU-Schutzhelme mit Echtheitszertifikat" zum Schutz vor der Entdeckung durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) an die Tauschbörsenmitglieder. Doch die GVU hatte das BitTorrent-Netzwerk bereits im Visier.

Nach Internetermittlungen dieser Organisation zählte der Tracker vor eineinhalb Jahren mit 10.767 Nutzern nicht einmal halb so viele, wie im Sommer dieses Jahres. Ihnen standen damals 8.346 Raubkopien - knapp 45 Prozent des aktuellen illegalen Angebots - in insgesamt 24 Kategorien zur Verfügung. Damals wie heute lag der Schwerpunkt auf deutschsprachigen Filmdateien. Unter den im Sommer 2008 angebotenen 1.848 deutschsprachigen Kinofilmtiteln befand sich beispielsweise auch der zu dem Zeitpunkt aktuelle Kinofilm "Lizenz zum Heiraten". Zudem zählten seinerzeit etwa 1.200 TV-Serien zum illegalen Angebot, diverse Filme pornografischen Inhalts sowie insgesamt weit über tausend Konsolen-, PC- und Handheld-Games. Aufgenommen wurden Nutzer nur nach schriftlicher Bewerbung oder durch Empfehlung bereits bestehender Mitglieder. Sie alle hatten sich nach einem umfangreichen Strafen- und Regelkatalog zu richten, der ihnen beispielsweise auch das Uploaden der Raubkopien vorschrieb. Die Einhaltung dieses Regelwerks wurde von dem 16-köpfigen Trackerteam streng überwacht.

Auf Basis dieser Erkenntnisse stellte die GVU Ende August 2008 in Nürnberg Strafantrag gegen den damals noch unbekannten Betreiber. Intensive Ermittlungen unter Verfahrensführung erst der Nürnberger und dann der Berliner Staatsanwaltschaft führten im Folgenden zur Identifizierung des Beschuldigten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin hin erließ das zuständige Gericht dann vor kurzem die Durchsuchungsbeschlüsse. Zudem konnte anhand einer genaueren Analyse von Angaben zu Titeln und Downloads in der Tauschbörse eine erste Schadensberechnung erstellt werden. Laut GVU wurden bis zum 15. Juli 2009 die damals verfügbar gemachten Raubkopien insgesamt 526.377 vollständig heruntergeladen.
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38 Kommentarezum Artikel

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IXS - 06.12.2009 21:12
Hm....

Aus dem Artikel entnehme ich, dass das Bittorrent Netz nur deswegen gefunden wurde, weil man eigentlich nach dem Verkauf der "reellen ILLEGALEN Kopien"auf Datenträgern die Spuren zurück verfolgen konnte.

Boesor - 06.12.2009 16:12
Zitat: (Original von Raptor)
Nur weil der Begriff sich eingebürgert hat muss man diesen trotzdem nicht verwenden. Von wem wurde er den "eingebürgert"? Meiner Meinung nach von Politikern und der Medienindustrie, die einen haben von der Materie weitesgehend keine Ahnung und die anderen wollten einen möglichst negativen Begriff prägen. Gerade deswegen sollte man diesen Begriff nicht verwenden, sondern Begriffe wie Schwarzkopierer etc. verwenden.


Naja, könnte daran liegen, dass Raubkopien (sic) eben auch ziemlich negativ sind.
Aber ok, Raubkopie ist eh nur mein zweit liebster Begriff, ich steh sehr viel mehr auf "Killerspiel"  
Raptor - 06.12.2009 15:40
Zitat: (Original von Boesor)
Zitat: (Original von Kashban)
Boah Leute, nun reißt euch mal am Riemen und hört damit auf, den Begriff "Raubkopierer" zu verwenden!

Es gibt keine Raubkopierer. Raub beinhaltet die Androhung von Gewalt und das dürfte eher nicht der Fall sein bei den beschriebenen Delikten.

Aber schön, dass so viele Leute auf das Neusprech der Medienindustrie und Politik anspringen...

NOT.

Da sagst du ja ganz was neues.
Aber der begriff hat sich eingebürgert, jeder weiß was gemeint ist und bei einem Thema, bei dem schon fast notorisch beschönigt und verharmlost wird haut dich der begriff kaum um, oder?

Nur weil der Begriff sich eingebürgert hat muss man diesen trotzdem nicht verwenden. Von wem wurde er den "eingebürgert"? Meiner Meinung nach von Politikern und der Medienindustrie, die einen haben von der Materie weitesgehend keine Ahnung und die anderen wollten einen möglichst negativen Begriff prägen. Gerade deswegen sollte man diesen Begriff nicht verwenden, sondern Begriffe wie Schwarzkopierer etc. verwenden.
Dass bei dem Thema notorisch beschönigt und verharmlost wird finde ich nicht so. Aber auch hier gehören wieder zwei Seiten dazu, denn die Medienindustrie übertreibt ja auch notorisch was eben dazu führt dass andere eben eher mal beschönigen oder verharmlosen. Generell ist das Thema mMn von beiden Seiten sehr emotional behandelt.

@zum Thema:
Die hier festgenommen sind selber Schuld und man sollte solche vergehen nicht mit denen einer Schwarzkopie gleichsetzen. Leider habe ich den Eindruck, dass eben das wieder gemacht wird, soll heißen Raubkopie ist Raubkopie egal ob du nur ein Lieder runterlädst oder eben runtergeladene Lieder gewerbsmässig verkaufst. Dass was im Artikel gemacht wurde ist mMn eigentlich schon Betrug und wird auch vom Gesetz her wesentlich stärker bestraft als das runterladen zum Privatgebrauch. Es wird aber, teilweise absichtlich wenn man sich die Kinowerbung der MI in Erinnerung ruft, bewußt in einen Topf geworfen.
DJ-Hazard - 06.12.2009 15:12
Raubkopierer klingt für Medien besser als Datendieb.Das ist ein Teufelskreis Leute.Und ich ehrlich gesagt glaube das Jeder deutsche Bürger mindestens eine Illegal Kopie besitzt. und so gar unsere Frau Merkel hat mit Wahrscheinlichkeit eine Raubkopie zuhause liegen da bin ich mir schon so gut wie sicher ! nur fehlen mir die Beweise dazu.
Ein zum Abschluss noch
Meine meinung ist
Raubkopierer sind wie Terroristenorganisationen. Die wird es immer geben egal wie stark man sie bekämpft !
das ist ein Never ends ding
querfeldein - 05.12.2009 09:45
bravo, die aktion kann man nur begrüssen, diese raubkopierer wussten genau was sie gemacht haben.
aber es sind halt bits & bytes, ein raub in der wirklicher welt, erachte ich immer noch als schlimmer, ich hoffe das diese polizeibamten jetzt nicht die ganze zeit vor dem pc sitzen sondern auch auf die strasse gehen und dort den räubern und banditen das handwerk legen.
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