Colin McRae: Dirt 2 im Test: Mehr Fun-Racer als Rallye-Spiel - Trotzdem sehr gut

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Der Rallye-Klassiker Colin McRae Rallye geht in die nächste Runde: Der zweite "dreckige" McRae-Titel driftet aber langsam ins Genre der Fun-Racer.

Nicht umsonst verzichtet Dirt 2 auf den damaligen Namenszusatz „Rally“. Es erinnert eher an NFS: Underground. Quelle: PC Games Nicht umsonst verzichtet Dirt 2 auf den damaligen Namenszusatz „Rally“. Es erinnert eher an NFS: Underground. Scharf rechts in links, lang, über Kuppe, Achtung, Wasser! Haarnadelkurve und ins Ziel!" - Die Zeiten, in denen der Begriff "Colin McRae" für schnörkellose Rallye-Simulationen stand, sind längst vorbei. Während man 1998 noch mit Klassikern wie dem Subaru Impreza oder Mitsubishi Lancer Feldwege rund um die Welt bereiste, haben die englischen Entwickler Codemasters gut zehn Jahre später den sechsten Ableger um zahlreiche Neuerungen ergänzt. Colin McRae: Dirt bot spaßige Rallycross-Rennen gegen bis zu neun Kontrahenten und in "Championship Off-Road Racing" sogar abgefahrene Buggy-Wettbewerbe, bei denen man unter anderem mit dicken Pick-ups durch die Lüfte flog. Der Nachfolger Colin McRae: Dirt 2, den es bereits seit September für Xbox 360 und PlayStation 3 zu kaufen gibt, bewegt sich abermals weg vom ernsthaften Rallye-Genre und hin zum Fun-Racer, der die breite Masse ansprechen soll.

In den ersten Minuten erschlägt Dirt 2 den Spieler mit seinem einzigartigen Stil. Ständig schwenkt die Kamera umher und präsentiert den ranzigen Wohnwagen, der
als dreidimensionales Hauptmenü dient. Auf dem virtuellen Schreibtisch liegt eine Weltkarte mit anstehenden Rennterminen, draußen wartet der Fuhrpark auf einem Festival-Gelände. Unterlegt mit fetzigen Songs von Bands wie Rise Against und Bloc Party fühlt man sich wie in einem MTV-Clip. Der Award für das hübscheste Hauptmenü aller Zeiten geht eindeutig an Dirt 2! Wer dachte, dass die veröffentlichten Presse-Screenshots zum aktuellen Codemasters-Racer massiv geschönt sind und nicht einmal annähernd die grafische Qualität des Titels darstellen, hat sich mächtig geirrt. Denn Dirt 2 hat die ohnehin schon fantastische Optik seines Vorgängers abermals übertroffen. Die Automobile sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern lassen sich auch Stück für Stück zerlegen. Sie streifen einen am Wegesrand liegenden Felsen? Kratzer ohne Ende! Sie bremsen zu spät und rasen in den Vordermann? Stoßstange weg! Sie verlieren die Kontrolle über Ihren Wagen und überschlagen sich? Glasscherben, Reifen und Türen fliegen durch die Luft!

Das Publikum unter Direct X 11. Quelle: PC Games Das Publikum unter Direct X 11. Man kann die ohnehin schon feine Grafik dank Direct X 11 sogar noch verschönern, sofern Sie über die entsprechende Hardware verfügen. Die Features von DX 11 sind nett, aber überschaubar. So wirkt beispielsweise das Publikum neben einigen Kursen sehr lebendig und detailliert. Auch die Wassereffekte sehen mit DX 11 um einiges realistischer und schicker aus, genauso Kleinigkeiten wie wehende Fahnen am Streckenrand. Zocker ohne entsprechende Hardware verpassen aber nicht viel.

Wie schon beim technischen Vorgänger Race Driver: Grid gehören die Kollisionen und Beschädigungen zu den spektakulärsten Momenten im Spiel. Glücklicherweise hat Codemasters die feine Flashback-Funktion aus Grid ebenfalls übernommen. Wenn Sie also mal in der letzten Kurve ein Rad verlieren und somit einen Totalschaden erleiden, können Sie einfach ins Replay schalten und zurückspulen. Dabei gilt es, den Moment ausfindig zu machen, der zum Fahrfehler geführt hat. An dieser Stelle springt man wieder ins Spielgeschehen, als wäre nichts passiert. Wir finden diese Funktion hervorragend, da sie dem Spieler frustrierende Erlebnisse erspart. Je nach Schwierigkeitsgrad verfügen Sie über bis zu fünf Flashbacks pro Rennen.

Bei Gatecrasher gilt es, wertvolle Sekunden durch das Zerstören von Schaumstoff-Toren zu erlangen. Quelle: PC Games Bei Gatecrasher gilt es, wertvolle Sekunden durch das Zerstören von Schaumstoff-Toren zu erlangen. Dirt 2 hat nicht mehr viel mit dem Rallye-Sport gemeinsam. Wenn Sie bei Nacht mit bunten Proll-Karossen über ein Fabrikgelände in London düsen, erinnert dies stark an Need for Speed: Underground. Modi wie Rallycross, bei denen Sie sich auf Rundkursen mit anderen Fahrern messen müssen, nehmen überhand. Modi wie Gatecrasher, bei denen man gelbe Objekte auf der Strecke streifen soll, oder Domination, das alle paar Sekunden den Letztplatzierten ausscheiden lässt, sorgen für ein ungewohntes Arcade-Spielgefühl. Das typische Rallye-Erlebnis, bei dem man alleine eine malerische Waldstrecke bewältigen und um jede Sekunde kämpfen musste, kommt bis auf gelegentliche Trailblazer-Rennen zu kurz.

Es gibt weitere Aspekte, die eine Traumwertung verhindern. Zwar sind mit China, Japan, England, Marokko und einigen anderen Regionen abwechslungsreiche Strecken vorhanden. Trotzdem hat man nach einiger Zeit das Gefühl, ständig das Gleiche zu sehen. Es existieren einfach zu wenige Streckenvariationen der Schauplätze. Weniger relevant, aber dennoch nervig: Die Sprüche der gegnerischen Fahrer und späteren Freunde wirken gelegentlich etwas albern. Katie Justice sagt jedes Mal, wenn man nach Kroatien reist, dass das Land so "krass" sei, weil dort "die coolsten Partys steigen". Gut zu wissen!

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Colin McRae: Dirt 2 im Test: PC Games sagt Ihnen, warum es so gut ist
  2. Seite 2 Colin McRae: Dirt 2 im Test: Kopierschutz, Systemanforderungen, Wertung und mehr
    • Kommentare (55)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von REAL-XD Spiele-Novize/Novizin
        Es mag den Simulationspuristen missfallen, aber ich bin froh, dass Dirt2 etwas arcadelastiger ausfällt. Sicher, es gibt die Spieler, die es lieben, eine Strecke immer und immer wieder zu fahren, um das letzte 1000stel durch eine noch bessere "Ideal"-linie herauszufahren. Sei es ihnen gegönnt. Mir persönlich wirkt das zu sehr "arbeitslastig". Als klar war, dass NFS sich mehr in Richtung Simulation entwickelt, war ich schon froh, als sich herausstellte, dass nun ein anderer Titel dafür in die andere Richtung geht.

        Wie es schon vor mir jemand formulierte: Leben und leben lassen. Sich deswegen die Köpfe einzuschlagen ändert am Ist-Zustand der jeweiligen Titel auch nichts.
      • Von REAL-XD Spiele-Novize/Novizin
        Es mag den Simulationspuristen missfallen, aber ich bin froh, dass Dirt2 etwas arcadelastiger ausfällt. Sicher, es gibt die Spieler, die es lieben, eine Strecke immer und immer wieder zu fahren, um das letzte 1000stel durch eine noch bessere "Ideal"-linie herauszufahren. Sei es ihnen gegönnt. Mir persönlich wirkt das zu sehr "arbeitslastig". Als klar war, dass NFS sich mehr in Richtung Simulation entwickelt, war ich schon froh, als sich herausstellte, dass nun ein anderer Titel dafür in die andere Richtung geht.

        Wie es schon vor mir jemand formulierte: Leben und leben lassen. Sich deswegen die Köpfe einzuschlagen ändert am Ist-Zustand der jeweiligen Titel auch nichts.
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        AW:

        Zitat von QU41D
        Ein Name, der für etwas bestimmtes hochqualitatives stand, wird von den Herstellern missbraucht für etwas grundlegendes Anderes, nur um die Melkmaschine auf Maximum zu halten. Das ist wie als wenn z.B. der Punisher in seinem nächsten Film beginnen würde über den Weltfrieden und Umwelt zu diskutieren.

        Naja, schon der Vorgänger ging in eine Richtung, die eingefleischte Colin-Fans ebenso missfallen hat, soweit ich weiss. Das wurde scheinbar nur konsequent weitergeführt.

        Mir gefällt auch nicht, dass Max Payne im neuesten Teil eher der John McLane-Verschnitt in der x-ten Ausführung zu werden scheint. Ich kann also deinen Standpunkt schon verstehen.
        Die Zeiten ändern sich, bei den Spieleentwicklern gilt, neue Absatzmärkte zu erschliessen, deswegen scheint ein Fun-Racer eher anzukommen als eine sehr realistische Ralley-Simulation, die nur von Puristen geliebt wird, der breiten Masse aber nicht schmackhaft zu machen ist ...
      • Von QU41D Anwärter/in
        AW:

        Zitat von nikiburstr8x
        Zitat von "QU41D, post: 8392387, member: 2682377"
        Bei Dirt 2 bretter ich den Gegnern in den ersten paar Kurven von innen in die Seite und bin so vorne. Gähn! Völlig daneben ist auch der Versuch, nach und nach einen virtuellen Freundeskreis von Kumpeln bis Blutsbrüdern zu erschliessen. Ist das ein Indiz für Mitleid der Hersteller/Programmierer an die Spieler die im RL sowieso keiner mag?

        Interessant, wie du eine bestimmte Spielerschaft beleidigst, die Spass an Fun-Racern hat.

        Ich frage mich, was dich daran stört, sich ingame einen Freundeskreis aufzubauen.
        Nach deiner Sicht der Dinge ist jeder Zocker von Sims 3 ja ähnlich "mitleidserregend" einzustufen, da ist es sogar essentieller Spielbestandteil Freundschaften /Liebschaften ingame auszubauen.

        Hauptsache, ich hab Spass an dem, was ich tue, ob das nun ein vor Realismus triefender, älterer Colin McRae-Teil oder die neue Funracer-Variante ist, spielt doch überhaupt keine Rolle.

        Leben und leben lassen. %-)

        Sims 3 ist eine Life-Simulation. Und Zum Leben eines normalen Menschen gehören Freundschaften nun mal dazu, sie sind sogar einer der wichtigsten Bestandteile.

        Dass man im Renn-Genre der coolste und geilste Obermacker sein muss, dessen beste Freunde aus der ganzen Szene bestehen, gibt es erst seit dem Fast and Furious Phänomen.

        Bei Dirt 2 wird soviel zusätzlich versucht rein zu packen, dass das Wesentliche verloren geht.

        Ich sag ja nicht dass das Game völliger Müll ist, nein, es gibt weitaus schlechtere. Es ist einfach nur unverschämt, dies immer noch als Weiterführung der Colin McRae Reihe zu bezeichnen. Jeder treue Fan wird einfach nur hart vor den Kopf gestossen und wie ich masslos enttäuscht, da man was völlig anderes erwartet hat.

        Ein Name, der für etwas bestimmtes hochqualitatives stand, wird von den Herstellern missbraucht für etwas grundlegendes Anderes, nur um die Melkmaschine auf Maximum zu halten. Das ist wie als wenn z.B. der Punisher in seinem nächsten Film beginnen würde über den Weltfrieden und Umwelt zu diskutieren.
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        AW:

        Zitat von QU41D
        Bei Dirt 2 bretter ich den Gegnern in den ersten paar Kurven von innen in die Seite und bin so vorne. Gähn! Völlig daneben ist auch der Versuch, nach und nach einen virtuellen Freundeskreis von Kumpeln bis Blutsbrüdern zu erschliessen. Ist das ein Indiz für Mitleid der Hersteller/Programmierer an die Spieler die im RL sowieso keiner mag?

        Interessant, wie du eine bestimmte Spielerschaft beleidigst, die Spass an Fun-Racern hat.

        Ich frage mich, was dich daran stört, sich ingame einen Freundeskreis aufzubauen.
        Nach deiner Sicht der Dinge ist jeder Zocker von Sims 3 ja ähnlich "mitleidserregend" einzustufen, da ist es sogar essentieller Spielbestandteil Freundschaften /Liebschaften ingame auszubauen.

        Hauptsache, ich hab Spass an dem, was ich tue, ob das nun ein vor Realismus triefender, älterer Colin McRae-Teil oder die neue Funracer-Variante ist, spielt doch überhaupt keine Rolle.

        Leben und leben lassen. %-)
      • Von QU41D Anwärter/in
        AW:

        Ich zocks nun den zweiten Tag aus der Videothek. Anfangs ganz nett, aber mittlerweile nur noch enttäuschend. Diese ewigen Menüs und dieses minderwertige Gelaber wie "Boah bist du geil! Das rockt voll ab Mann! Heeey bist du coool!" nervt einfach nur noch. Wer ist denn hier die Zielgruppe? Pupärtierende Sonderschüler die durch Dauerlob vom Amoklauf abgehalten werden sollen? Und was haben da überhaupt lauter BMX-Fahrer als Gegner verloren? Im nächsten F1 Game fahren wir wohl demnächst auch nicht mehr gegen Lewis Hamilton sondern gegen Tony Hawk, hängen uns Plüschtiere ins Cockpit und verschönern den Rennstall mit Graffiti und Tags, treten Racewar-Gangs bei welche auch nicht mehr untereinander reden sondern nur noch komische Fingerkreuze machen, dazu Bushido und Kool Savas als Soundtrack? Ich habe Colin vom ersten Teile an gezockt und habe es geliebt. Ja genau, das zigmal Fahren einer Strecke um die schwierigen Stellen wirklich gut zu kennen sodass man auch das Ziel erreicht, ewig lange Strecken wo ein einziger Fehler in den letzten Metern alles versauen kann. Das war Anspruch. Bei Dirt 2 bretter ich den Gegnern in den ersten paar Kurven von innen in die Seite und bin so vorne. Gähn! Völlig daneben ist auch der Versuch, nach und nach einen virtuellen Freundeskreis von Kumpeln bis Blutsbrüdern zu erschliessen. Ist das ein Indiz für Mitleid der Hersteller/Programmierer an die Spieler die im RL sowieso keiner mag?
        Leider nimmt dieser Trend nicht nur im Spielemarkt immer mehr zu, sondern auch z.b. in der Filmindustrie. Neue Streifen werden mit Effekten zugestopft bis zum geht nicht mehr, der Plot passt aber auf eine Post-it Notiz sodass es sogar mein Hund versteht der nebenbei mit schaut.
        Wirklich gelungen ist bei Dirt 2 die Grafik, das erwähne ich gerne. Aber das reicht eben bei weitem nicht.

        So, bevor mich die Fanboys mit ihren Hasstriaden anwidern, das ist meine persönliche Meinung, keine zu verallgemeinernden Behauptungen, nicht mehr, nicht weniger. Punkt.
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