Race On im Test: Ein Rennspiel, das sich aufs Wesentliche konzentriert
Race On ist ein Rennspiel, das sich aufs Wesentliche konzentriert - aufs Fahren.
Quelle: PC Games
Die Perspektive aus dem Cockpit fühlt sich authentisch an, beschränkt aber die Sicht.
Erster Platz! Wir freuen uns über unseren Vorsprung und pfeifen schon fast "We are the Champions" von Queen, als ein russischer Lada 110s an uns vorbeijagt, elegant in die Kurve schlittert und an deren Ende herausbeschleunigt. Die Anzeige oben links erschreckt uns mit ihrer Zahl: sieben Sekunden Abstand! Unser BMW 320si E90 liegt nicht so gut in der Kurve, bricht in deren Mitte aus, rutscht mit quietschenden Reifen in Richtung der Leitplanke und reibt sich vom vorderen bis zum hinteren Kotflügel den Lack ab - und verliert an Geschwindigkeit. Der Abstand zum Lada vergrößert sich um weitere vier Sekunden. Der zum hinter uns rasenden Volvo C30 verkürzt sich indes auf zwei. Tja, unser erster Platz in der Qualifikationsrunde brachte uns zwar einen Vorsprung, aber nur einen kleinen.
Wie schon seine Vorgänger Race und Race 07 ist auch Race On kein typisches Rennspiel à la Need for Speed, sondern eine Simulation. Hier rasen Sie also auf den originalgetreu nachgebauten Strecken der WTCC (Tourenwagen-Rennmeisterschaft) und STCC (das schwedische Pendant) und ... nix und, denn viel mehr gibt es in Race On nicht zu tun. Meisterschaft, Wagen und Fahrer auswählen, Trainingsrunde absolvieren, durch die Qualifikationsrunde düsen, Rennen fahren. Das ist auf Dauer freilich eintönig, seine Faszination zieht das Spiel allerdings aus der konsequenten Simulation des Wagenverhaltens. Jedes Fahrzeug steuert sich anders. Unser BMW etwa liegt (wie anfangs beschrieben) recht schlecht in den Kurven. Der uns überholende Lada steuert jedoch so sanft durch, als würden Russlands Straßen nur aus Kreisverkehren bestehen.
Auf Wunsch motzen Sie Ihre Rennboliden auf. Allerdings nicht wie in diversen Arcade-Racern mit cooleren Felgen und Heckspoilern. Vielmehr schrauben Sie an Details wie Bremsendruck, Aufhängung des hinteren linken Reifens, Lenkeinschlag oder Differentialvorbelastung. Ja, wir haben uns auch gefragt, wozu das zuletzt Genannte dient. Wie wir herausfanden, regelt es das Wagenverhalten am Kurvenscheitelpunkt. Sie sehen schon, die Einstellungen hier sind tief greifend.
Fans von durchgestylten Rennspielen werden mit Race On definitiv nicht glücklich - dessen Technik ist einfach veraltet und die Präsentation lahm. Wer aber in die virtuelle Haut eines echten Rennfahrers schlüpfen möchte (mit all seinen Vor- und Nachteilen), gibt beim Kauf des Spiels ruhig Vollgas.

"Der uns überholende Lada steuert jedoch so sanft durch, als würden Russlands Straßen nur aus Kreisverkehren bestehen. "
Da musste ich kurz lachen. ^^
Grafik, Sound und Steuerung
Mehrspielermodus
Hardware-Anforderungen
Jugendeignung