Vorschau

30.10.2009 12:54 Uhr
Bioshock 2 Preview

Bioshock 2-Vorschau: Wir haben es angespielt... und siehe da, es ist ein Bioshock!

Große Änderungen bleiben in Bioshock 2 aus - dafür bringen's die kleinen Details um so mehr! Wir waren zu Gast bei 2K Marin in San Francisco und erklären Ihnen, was den Unterwasser-Shooter von seinem Vorgänger unterscheidet. Und was nicht.

Bioshock 2-Vorschau >>> Schauplatz: ein altes Fabrikgebäude im Herzen von San Francisco. Draußen erwärmt die nachmittägliche Herbstsonne trotz leichter Brise die Luft auf angenehme 21 °C. Doch das ist den 150 aus aller Welt angereisten Journalisten herzlich egal. Im Inneren des Gebäudes warten nämlich knapp 100 Xbox-360-Konsolen, die alle Anwesenden wie Sirenen in ihren Bann ziehen. Über die angeschlossenen Bildschirme flackert ein Häppchen Rapture, ein Hauch Unterwasserabenteuer, eine Prise Meeresboden - kurzum: eine erste spielbare Fassung von Bioshock 2!
Die Big Sisters sind die härtesten Widersacher im Spiel.
Unser Zug von Alantic Express läuft in einen Unterwasserbahnhof ein. Eigentlich ist das gar nicht unsere Haltestelle, aber da ein monströser Eisklotz die Schotte vor uns blockiert, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als auszusteigen. "Der Level ist vom Anfang des Spiels, quasi direkt nach dem Tutorial", erklärt uns Lead Designer Zak Mc-Clendon später. Wie gewohnt weist uns eine Stimme über Funk den richtigen Weg. Unser Reiseleiter für diesen Ausflug ist Sinclair, Eigentümer der Plasmid-Entwicklungsfirma Sinclair Solutions und kein Unbekannter für alte Bioshock-Hasen. Die ahnen aber ohnehin schon, was zu tun ist: ein "Incinerate"-Plasmid (eine Art Zauberspruch) besorgen, um den Eisblock zu schmelzen. Doch Plasmide brauchen Adam, die Droge, die Rapture in den Abgrund geführt und uns im Vorgänger mit übermenschlichen Fähigkeiten gesegnet hat. Wir machen uns auf die Suche ...

Bioshock 2-Screenshot (11)
Dass wir in Bioshock 2 im Anzug eines Big Daddy stecken, ist mittlerweile nichts Neues mehr. Und da Big Daddys entworfen wurden, um Little Sisters bei ihrer Suche nach Adam zu unterstützen, sollten wir auch genau das tun: eine Little Sister auftreiben. Ein erstes Exemplar ist schnell gefunden; dank der gruseligen Lieder, die ihrem kindlichen Mund entfliehen, und des satten Brummens ihres kolossalen Begleiters ist das kleine Gör kaum zu übersehen beziehungsweise -hören. Bei diesen Klängen stellen sich uns vor Freude die Nackenhaare auf, spätestens jetzt sind wir vollends in Rapture angekommen - und wir sind verdammt noch mal gerne hier! Wir staunen nicht schlecht, als wir dem Zweiergespann letztendlich gegenüberstehen. Statt der markanten, kugelförmigen Taucherglocke trägt dieser Big Daddy einen eher zylinderförmigen Helm und einen seltsamen Apparat auf seinen Schultern, der sich im folgenden Kampf als Geschütz-Schleuder herausstellt. Damit wirft der sogenannte Rumbler kleine Selbstschussanlagen in den Raum, die sofort das Feuer auf uns eröffnen. Aber auch wir haben in den zehn Jahren, die seit Bioshock in Rapture verstrichen sind, aufgerüstet: Dank der neuen Fallenmunition unseres Nietengewehrs ist der Klops im Taucheranzug schnell Geschichte. Seine Schutzbefohlene trauert leise weinend, doch als wir sie uns per Tastendruck auf die Schulter heben, scheint sofort alles wieder in Ordnung. "Komm, Mister Bubbles, da vorne liegt ein Engel", flüstert sie uns ins Ohr und gibt mit einer Pheromonspur den Weg vor. Als ausgewiesene Rapture-Experten wissen wir: Engel = Leichen = Adam. Doch nicht jeder tote Körper eignet sich zur Adam-Ernte, also führt uns die kleine Schwester zu einem Verblichenen, der dummerweise genau im Fokus einer Überwachungskamera liegt. Hier kommt uns der neue Hack-Dart zu Hilfe: Mit dieser Waffe zapfen wir die Kamera aus sicherer Entfernung an und "überreden" sie, für uns zu arbeiten. Beim Hacken haben sich die Entwickler das Feedback zum ersten Teil zu Herzen genommen: Das zu absolvierende Minispiel dauert nur wenige Sekunden und reißt uns nicht aus dem Spielfluss heraus. Dabei gilt es, einen horizontal wandernden Strich per Tastenbefehl in einem grünen Bereich anzuhalten - bei schwereren Hacks auch mehrmals hintereinander. Blaue Bereiche sind kleiner, aber noch erstrebenswerter: Hält der Strich dort an, gibt es eine vom Gerät abhängige Belohnung.

Eine Renn-Taste suchen Sie vergebens, lediglich der Bohrer erlaubt Sprint-Attacken.
Die gehackte Kamera leistet uns bei dem, was jetzt kommt, gute Dienste: Nachdem wir unseren Protegé bei dem Toten abgesetzt haben, wittern einige Splicer das angezapfte Adam und beschließen, es sich mit Gewalt zu holen. Aber nicht mit uns! Dank von der Kamera herbeigerufenen Sicherheitsdrohnen, dem neuen Big-Daddy- Bohrer und einer Kombination aus Plasmid-Attacken und roher Gewalt schlagen wir den Ansturm schnell nieder, ohne dass der Kleinen was zustößt. Hey, Plasmide und Waffen gleichzeitig zu benutzen, fühlt sich richtig an. Es fühlt sich gut an. Es fühlt sich sogar so gut an, dass wir insgeheim Bioshock 1 verfluchen, weil es dort nicht möglich war. Wieder meldet sich Sinclair über Funk: "Das Adam reicht noch nicht, du wirst noch eine Leiche finden müssen." Also das gleiche Spiel noch einmal: geeigneten Toten suchen, Splicer-Angriff abwehren, Little Sister wieder einsammeln. Beim zweiten Mal macht das Ganze schon weniger Spaß. Zum Glück sind wir das Mädel gleich los - müssten wir das ganze Spiel hindurch auf sie aufpassen, wäre das vermutlich schnell eintönig. Beim Abliefern steht wieder die obligatorische Gut-Böse-Entscheidung an: Falls wir nett sind und die Kleine "befreien", erhalten wir weniger Adam und das Wissen, etwas Gutes getan zu haben. Wählen wir hingegen "Ausbeuten", so gibt's mehr Adam und den faden Beigeschmack einer verwerflichen Schandtat. Schade, wie schon im Vorgänger lässt man uns hier ein bisschen alleine - die Auswirkungen unseres Handelns sind nicht abzusehen. Sind wir nun lieber gut oder böse? Und was haben wir dann davon? Gibt es nur "Schwarz" oder "Weiß" oder auch ein wenig "Grau"? Alles Fragen, die uns wohl erst das fertige Spiel beantworten wird, aus der ausweichenden Antwort von Lead Artist Hogarth de la Plante werden wir jedenfalls nicht so richtig schlau: "Ich würde nicht sagen, dass es so 'Schwarz‘ und 'Weiß‘ ist wie im Vorgänger, [...] in Bioshock 2 gestaltet sich das eher ein wenig subtiler." Aha!
Natürlich beherrschen auch die Gegner im Mehrspielerteil Plasmid-Angriffe.
Die abschließende Auseinandersetzung mit einer der Big Sisters ist jedenfalls das Highlight unseres Ausflugs und über jede Kritik erhaben. Und ja, es gibt, entgegen den ursprünglichen Aussagen, mehrere dieser zähen und agilen Biester. Und die setzen auf einen eindrucksvollen Auftritt: Die Musik schwillt an, Lampen bersten und Schatten huschen durchs Halbdunkel. Gänsehautstimmung. Vorsichtig schreiten wir voran. Sofort, als wir die "Große Schwester" erblicken, reißen wir unser schweres Maschinengewehr hoch und feuern das gesamte Magazin leer. Doch die Gute ist wieselflink. Blitz-Plasmid und weitere Maschinengewehrsalven kosten sie zwar viel Lebensenergie, doch bevor wir ihrem Dasein ein Ende bereiten können, gehen uns die Kugeln aus. Zum Glück gibt es den Winter Blast. Mithilfe dieses Plasmids frieren wir unsere Gegen-über ein und setzen mit der brandneuen Raketen-Speer-Munition zum finalen Manöver an: Ein düsenbetriebener Pfeil, der schon im Flug Teile der Umgebung und hinzugeeilte Splicer in Brand steckt, bohrt sich Sekunden später in die Brust unserer Gegnerin, reißt sie von den Füßen und wirbelt sie wie einen Gummiball kreuz und quer durch den Raum. Eine folgenschwere Explosion besiegelt anschließend das Schicksal der Big Sister. Jetzt nur noch das Feuer- Plasmid einsammeln, zurück zum Bahnhof und die Reise kann weitergehen - allerdings nicht für uns, die Präsentation des Einzelspielerteils ist hier zu Ende.

Das Fazit der Solo-Erfahrung: Es ist immer noch ein Bioshock. Es fühlt, klingt und spielt sich wie der Vorgänger, allerdings fehlt der große "Wow!"-Effekt, den Teil 1 aufgrund der grandiosen Inszenierung seinerzeit auslöste. Tja, wir kennen Rapture nun doch schon zu gut. Allerdings machen die vielen Detailverbesserungen den faden Schon-gesehen-Beigeschmack wieder wett: Das Hacken nervt nicht mehr so schnell, das gleichzeitige Verwenden von Waffen und Plasmiden fühlt sich perfekt an, das Leveldesign ist super, die Optik setzt noch einen drauf, die Gesichts- und Bewegungsanimationen haben einen Quantensprung hinter sich, es gibt neue Splicer und Big Daddys und so weiter und so fort. Einzig die Hintergrundgeschichte muss sich noch beweisen. Hier geht's zum neuen Bioshock 2-Einzelspieler-Trailer.


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12 Kommentarezum Artikel

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HauptmannHidan - 28.12.2009 00:26
Ich freu mich auf Bioshock aber hoffe(auch wenn es umsonst ist) das es nicht wieder brutal zensiert wird...
JuergenKrauss - 30.10.2009 12:11
Zitat: (Original von mrbungle-I)
...wenn da nicht diese wiederbelebungs-zellen waeren, die mir schon bei teil 1 das spiel versaut haben.

Auch daran haben die Entwickler gefeilt, wird im Text imho nur am Rande erwähnt. Sieht wohl so aus, als wären die Kammern noch immer drin, aber es gibt Sanktionen für die Benutzung - so z.B. regenerieren sich vorher bearbeitete Gegner bis zu einem gewissen Grad.
LouisLoiselle - 30.10.2009 11:53
Zitat: (Original von DestinisHand)
Hmm klingt irgendwie nicht so als hättest du Bioshock 1 gespielt !^^
Die Athmosphäre is so dicht das man glaubt man wird davon erdrückt wenn man versucht sich das vor Augen zu führen. Die in Bioshock geschaffene Welt sucht ihresgleichen verzweifelt!
Das Spiel ist alles andere als Standart ,sondern vielmehr ein detailverliebtes Kleinod der Shooter .

da stimme ich zu, schon das skurrile Setting im 30er Jahre Art Déco Stil, die tollen verzweigten Levels in denen man sich verlaufen kann, die detailverliebtheit der Grafik, besonders des Wassers. Und dann natürlich die vielen gameplaymöglichkeiten, das Hacken, das Aufrüsten der Waffen, die Plasmide - stehen ein paar Gegner im Wasser, kann man sie mit dem Electro-Bolt schön unter Strom setzen, friert man sie mit dem Winter blast ein, kann man sie mit dem Schraubenschlüssel in tausend Splitter schlagen - oder man zieht mit dem Sekundärfeuer des Flammenwerfers eine Benzinspur und entzündet diese dann, um eine Art Schutzwall zu errichten.
Die Möglichkeiten sind also enorm, im Vergleich zu anderen Shootern. Ich finde Bioshock ist ein kleines Kunstwerk, mit einer hervorragenden, beispielhaften deutschen Synchronisation.
DestinisHand - 30.10.2009 09:19
Zitat: (Original von einkaufswagen)
Zitat: (Original von NeoTrace1980)
Ich weiß gar nicht was "alle" an Bioshock so überragend/toll finden ... Standard Kost mit Standard Grafik aber ne lustige Story - mehr nicht.

Stimmt. Hinzu kommt noch, das auch Teil eins nichts Neues, sondern nur ein schlichteres System Shock 2 mit besserer Grafik im anderen Setting war...

Vielleicht hätten man besser (endlich mal) ein System Shock 3 entwickelt als ein Bioshock 2 - zumindest mir hätte das eher zugesagt.

Oo Hmm klingt irgendwie nicht so als hättest du Bioshock 1 gespielt !^^
Die Athmosphäre is so dicht das man glaubt man wird davon erdrückt wenn man versucht sich das vor Augen zu führen. Die in Bioshock geschaffene Welt sucht ihresgleichen verzweifelt!
Das Spiel ist alles andere als Standart ,sondern vielmehr ein detailverliebtes Kleinod der Shooter .
Systemshock hingegen mag sich gut gespielt haben und eine Reihe mehr Funktionen gehabt haben ,aber wahr alles in allem total kahl und leer!Alles sah irgendwie gleich aus!  
Alleine der Sound und die Düsternis konnte dabei einiges ausgleichen! Sicher ist das Spiel sehr viel älter , könnte aber ,würde mann es auf eine heute zeitgemässe Engine Portieren, trotzdem nicht wirklich Schritt halten ,nicht zuletzt auch weil es einfach mal an 2 Tagen durspielbar ist.
Sicher bleibt das Geschmackssache aber ich finde der Vergleich passt mal überhaupt nicht.
Ich warte Gespannt auf einen intelligenten ,futuristischen Shooter mit Knallergarantie ,wenn sich alles weiterhin so verhält wie von PC Games beschrieben .
Wenn auch noch die KI besser geworden ist ,die Aufgaben evtl. noch etwas abwechslungsreicher und der Touch Wahnsinn ,der ein Essentieller Bestandteil des Bioshock Universums ist ,nicht verloren geht ist das Spiel mehr als empfehlenswert!  
einkaufswagen - 29.10.2009 22:40
Zitat: (Original von NeoTrace1980)
Ich weiß gar nicht was "alle" an Bioshock so überragend/toll finden ... Standard Kost mit Standard Grafik aber ne lustige Story - mehr nicht.

Stimmt. Hinzu kommt noch, das auch Teil eins nichts Neues, sondern nur ein schlichteres System Shock 2 mit besserer Grafik im anderen Setting war...

Vielleicht hätten man besser (endlich mal) ein System Shock 3 entwickelt als ein Bioshock 2 - zumindest mir hätte das eher zugesagt.
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Allgemeine Infos

Name Bioshock 2
Genre Ego-Shooter
Webseite http://www.2kgames.com/cu...
Hersteller 2K Marin
Anbieter 2K Games
VÖ-Termin 09.02.2010 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
ps3.gifxbox360.gif
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