Machinarium im Test: Gelungenes Adventure abseits der Norm
Sperrig, skurril und unheimlich charmant - Machinarium ist ein eigenwilliges Adventure aus der Independent-Szene.
Quelle: pcgames.de
Das Spiel hält viele solche fordernden Logik- und Schalterpuzzles bereit; wem sie zu schwer sind, der muss die spieleigene Lösung einschalten.
Machinarium-Test >>> Schon Monate bevor das Spiel in den Handel kam, erhielt es eine Auszeichnung: Auf dem Independent Games Festival 2009 erntete Machinarium den Preis in der Kategorie "Excellence in Visual Art". Es stimmt, die liebevolle Grafik sieht wirklich schön aus - und das, obwohl das Spiel komplett in Adobe Flash realisiert wurde! Aber das ungewöhnliche Adventure überzeugt auch mit inneren Werten: Es beginnt wortlos und endet auch so - Sprachausgabe findet sich im gesamten Spiel nicht, der Spieler soll selbst herausfinden, was er zu tun hat. Die Handlung setzt auf einer mit Schrott übersäten Welt ein, in der scheinbar nur Roboter existieren - selbst die Tiere bestehen aus Blech und Schrauben. Ein kleiner, namenloser Roboter erwacht dort in einem Schutthaufen - er ist der unscheinbare Held in Machinarium. Ungewöhnlich: Er kann nur die Objekte beeinflussen, die sich in seiner unmittelbaren Nähe befinden - das ist etwas unkomfortabel, da man den Helden so immer erst zu einem Hotspot führen muss, bevor man etwas ausprobieren kann. Ebenfalls nicht zeitgemäß: Aufgrund der eingeschränkten Flash-Technik bleiben Doppel- und Rechtsklickeingaben ohne Effekt.
Quelle: pcgames.de
Die bizarre Roboterwelt erstrahlt in einem ungewöhnlichen, aber gelungenen 2D-Grafikstil.
Plan- und ahnungslos arbeitet man sich mit seinem kleinen Roboter von einem wunderhübsch gemalten Bildschirm zum nächsten. Ein Spielziel hat man anfangs nicht, erst nach mehreren Stunden umreißen einige comicartige Sprech- und Gedankenblasen die oberflächliche, aber auch niedliche Story. Da es zwar NPCs, aber keinerlei Dialoge oder Kommentare gibt, muss man auf hilfreiche Rätseltipps weitestgehend verzichten. Ein Jammer, denn viele der Aufgaben sind zwar logisch und gut, aber manchmal auch einfach zu hart. Obendrein fehlt eine Hotspot-Anzeige und interaktive Objekte werden nicht mal per Texteinblendung benannt! So ist man oft versucht, die ins Spiel integrierte Komplettlösung aufzurufen. Das wäre ja noch okay, müsste man zum Öffnen der Hilfe nicht jedes Mal (!) ein lahmes Baller-Minispiel absolvieren - denn das kostet unnötig Nerven und Zeit.
Quelle: Amanita Design
Machinarium: Daten und Fakten

Eine überaus ungewöhnliche Welt der Roboter, die auf seltsame Weise trotzdem menschlich wirkt. Alle Roboter haben Seele, selbst irgendein kleiner Putzblechling, der einfach nur durchs Bild wackelt, hat etwas sehr persönliches an sich.
Die Logik der Rätsel und Aufgaben ist manchmal recht eigenwillig,
aber letztendlich immer logisch, da (sinnigerweise) sehr technisch.
Menschen ohne jedes Gespür für Mechanismen sollten jedoch vorsichtig
sein. Die Rätsel haben zwar nie das gehirnlastige Niveau der Myst-Reihe,
orientieren sich aber durch aus an jenen bockschweren Klassikern.
Im Spielverlauf werden die Rätsel schwerer und schwerer. Allerdings haben die Macher diverse Hilfen, kleine Tipps im laufenden Spiel eingebaut....wenn man sich ein wenig Zeit lässt und beobachtet, was passiert oder einfach zuhört, dann erfährt man durch das Verhalten der Stadtbewohner und an den Geräuschen so einiges über die Lösungen der Aufgaben oder Rätsel.
Außerdem kann man eine eher indirekte Hilfe (ein kleiner Hinweis in Form einer Zeichung) ansehen oder eine komplette Hilfe einsehen. Bei letzterer muss man vorher ein kleines Shoot ém Up-Spielchen absolvieren, welches aber nicht wirklich schwer ist.
Das Spiel ist komplett in Flash gestaltet, was der Gestaltung keinen Abbruch tut und was einige Vorteile bietet (kaum Ladezeiten, unkomplizierte Installation, problemloses Spielen auch auf älteren Rechnern). Allerdings gibt es einige wenige, aber gravierende Nachteile. So schön die einzelnen Orte im Spiel auch sind, sie im Verlauf immer wieder durchlaufen zu müssen, um von A nach B zu kommen, stört irgendwann durchaus. Auch können Animationen nicht abgebrochen werden. Wenn man wenigstens die Treppensteigerei unterbrechen könnte, um sofort zum nächsten Ort zu gelangen, wäre das ein gewaltiger Vorteil gewesen.
Die Macher dieses Spieles haben eindrucksvoll gezeigt, wie leistungsstark Flash sein kann, wenn man es richtig einsetzt. Gleichzeitig zeigen sich aber auch deutliche Mängel bei der praktikablen Benutzung.
Alles in allem kann ich aber sagen, dass ich fasziniert und beglückt bin, dieses Spiel mein Eigen nennen zu können. Der Stil ist unfassbar liebevoll und wirkt trotz der technischen Grundthematik sehr lebendig, fast organisch. Soviel zauberhafte Ideen, Unmengen kleiner Details, echter Liebe fürs Feine, Elegante ist mir in einem Spiel noch nie untergekommen! Die Myst-Reihe ist streckenweise zwar noch viel detaillierter aber keinen Moment lang so hinreissend und lebendig, wie dieses Kleinod!
Kleiner Tipp: Das Spiel per PayPal herunterladen....dann kostet es (incl. Soundtrack) nur knapp 20 Euro.
um denselben Text, wie er auch im Heft zu finden ist? Oder ist das eine
gekürzte Version für den Online-Auftritt?
bitte Umgehend bei Herrn Horn, Herr Schütz, um den Horn des Monats in Empfang zu nehmen. ;-)
Das der Roboter nicht namentlich im Spiel erwähnt wird mag ja zutreffen. Ich frage mich aber warum der Name einer Hauptfigur nichts in einem Handbuch zu suchen hat? Gerade diese Information ist doch in ziemlich vielen Fällen nur da zu finden. Denn nicht in allen Spielen wird der Name eines Helden oder einer Heldin auch im Spiel genannt. Warum sind dann in den meisten Tests trotzdem ihre Namen zu lesen? Und warum sind das dann nicht auch alles nur als namenlos erwähnte Figuren?
Die einzige Information die nicht relevant ist, ist deine Erwähnung es sei ein namenloser Roboter, obwohl das nicht zutrifft. Was der Inhalt eines Handbuchs mit der Wertung zutun haben soll, will mir auch nicht so recht einleuchten, erkläre mir das bitte.
Das andere Beispiel, welches meiner Einschätzung nach gut in die Pro Liste gepasst hätte, wären manche Aktionen die in Gang gesetzt werden, wenn in den Verschiedenen Szenen etwas in der Umgebung angeklickt wird. Zum Beispiel die Vögel, ziemlich zu Anfang, die auf einem Kabel sitzen. Sie beginnen herumzufliegen, sobald auf sie geklickt wird. Vielleicht genügt es sogar, nur mit der Maus darüber zu fahren, um diese Animation zu starten. Da bin ich mir gerade ein wenig Unsicher.
Die nicht Erwähnung solcher Dinge könnte dahingehend ausleget werden, dass du das Spiel nur kurz durchgespielt hast, ohne das du dich näher damit befaßt hast.
Da du, wie du selbst erwähntest, nicht mit einer Komplettlösung gespielt hast, wundere ich mich schon ein wenig, das bei dir alles auf Anhieb klappte.
Tatsächliche Bugs, wie die von Worrel erwähnten, sollten in diesem Fall aber schon auffallen. Es handelt sich im Grunde genommen um nichts anderes als ein Flash Spiel. Das sollte auf allen Systemen gleich laufen, und überall sollten auch die selben Bugs auftreten, sofern sie Vorhanden sind.
Zu Tests im Allgemeinen möchte ich nur noch folgendes erwähnen. Der Zweck eines Tests sollte es sein, die Spieler über alle wichtigen Facetten eines Titels zu informieren, und nicht nur halbherzig ein paar Dinge zu erwähnen, und anderes unerwähnt zu lassen. Der Redakteur beeinflußt mit seinem Test schließlich auch das Kaufverhalten der Leser. ;-)
Es gab gar keine Komplettlösung vom Hersteller. Ich habe die Figur ganz einfach nirgendwo stehen lassen - und besagte Animationen habe ich daher auch nie gesehen. Ist einfach so.