Cities XL im Test: Hersteller Monte Cristo versaut die Sim City-Thronfolge
Monte Cristo versaut die Sim City-Thronfolge mit einem holprigen Start und einem fragwürdigen Feature-Modell.
Wenn kleine Kinder zum ersten Mal auf einen großen Stuhl klettern, brauchen sie meist mehrere Anläufe, stolpern, stoßen sich den Kopf oder Ähnliches. Den Versuch von Cities XL, den Thron der Städtebausimulationen zu erklimmen, dürfen Sie sich ähnlich vorstellen. Monte Cristos neues Spiel ist zumindest in seiner jetzigen Form ein unvollständiger und teurer, wenn auch hübscher Konkurrent zur Sim City-Serie.
Der Kern von Cities XL entfernt sich im Solo-Modus kaum vom Subgenre-Standard. Sie suchen sich eine von 25 Umgebungen aus, die sich durch Flüsse, Berge, Ressourcenzahl und Ähnliches voneinander unterscheiden. Eine Anzeige für den Schwierigkeitsgrad erleichtert die Auswahl. Bevor Sie in den Stadtmodus springen, erschaffen Sie mithilfe von Schiebereglern und einem großen Kleider-Arsenal noch einen Avatar, mit dem Sie eigene und fremde Städte besuchen dürfen. Leider hat Ihr Alter Ego keine inhaltliche Funktion wie zum Beispiel der Diktator in Tropico 3.
Quelle: PC Games
REICH WERDEN Wir haben unsere Stadt zum einem Magneten für reiche Führungskräfte ausgebaut. Villen und Pools bestimmen das Stadtbild. Dafür sind die Neureichen auch um einiges pingelinger.
Auf der Karte selbst bauen Sie dann zunächst eine Straße und ein Rathaus, um das sich nach und nach eine kleine Stadt entwickelt. Sie legen Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete fest, richten Feuerwachen und Müllhalden ein und bauen hübsche Parks oder Bowlingbahnen zur Unterhaltung Ihrer Bürger. Monte Cristo hat dabei auf Abwechslung geachtet. Für Wohnblöcke und Industrieanlagen gibt es viele verschiedene Modelle. Die Gebiete sind in vier verschiedene Dichte-Grade unterteilt. Im niedrigsten werden dort nur Einfamilienhäuser oder Bungalows gebaut, in höheren riesige Mietskasernen oder Slum-Viertel. Weisen Sie Areale explizit für Führungskräfte aus, finden Sie dort Villen samt Pools. Arbeiterviertel hingegen haben einen dreckigen Chicago-Stil. Außerdem dürfen Sie neben den typischen rechteckigen Flächen auch spitzwinklige Grundstücke festlegen. So sieht keine Stadt in Cities XL aus wie die andere, was sehr zum Flair des Spiels beiträgt.

Der Test entspricht auch weitgehend meinen Erfahrungen aus der Beta, ich würde allerdings die fehlenden Dinge (allen voran ÖPNV, aber auch eine wenigstens in den Grundzügen planbare Versorgung mit den Bedürfnissen der Einwohner, ...) als schwerwiegender werten und demnach die Wertung weiter runtersetzen.
Wenn noch etwas vernünftiges in dem Bereich nachkommt, nochmal eine Überlegung wert, so jedenfalls definitv nicht.
Tja, ich hab mir gleich die LifeTime Version gezogen.
Mir macht das Spiel Spaß, auch wenn ich den Ton komplett ausgeschaltet hab. Dafür höre ich nebenbei meine Lieblingsmusik ohne dass ich Abstriche bei der Atmosphäre machen muss. :) Immer positiv denken!
Das Handelssystem ist allerdings noch sehr verbesserungswürdig. Es kann nicht sein, dass ich nach einem Klick auf Büros zwar die Meldung sehe, dass die folgenden Spieler Büros anbieten oder anfragen, aber die Liste jener Spieler noch von dem vormals ausgewählten Rohstoff bevölkert wird. Das führt unweigerlich zu Missverständnissen.
Ein einfacher Ajax-Indikator hätte da schonmal Abhilfe geschaffen: der blinkt/rotiert/hüpft/macht irgendwas solange die Liste der den gewählten Rohstoff anbietenden Spieler noch nicht 100% aktualisiert ist.
Ich werde das Spiel zurückgeben!
Was denn nun? ;-)
@topic:
Ich war beim Betatest dabei und ziemlich schnell stark ernüchtert.
Das Spiel hat sicherlich einige gute Ansätze, an das originale SimCity kommt es jedoch nicht ansatzweise heran.
Ich werde also auf eine ordentliche Städtesimulation weiter warten müssen...
Es ist sicherlich ein zweischneidiges Schwert was die Vorfreue zum Spiel angeht, da viele der Spieler sich ein öffentliches Nahverkehrssystem wünschen, sich die Entwickler allerdings bisher dazu ausgeschwiegen haben, ob es ein Nahverkehrssystem geben wird, Busse, Züge, U-Bahn) oder wann überhaupt das Nahverkehrssystem nachgeliefert wird, denn in der Verkaufsversion ist es nicht enthalten.
Für mich hat dies bedeutet, das bestellte Spiel wieder zu stornieren, da ich ein Nahverkehrssystem als eines der grundlegendes Prinzipien einer Städtesimulation ansehe und dafür nicht monatlich extra zahlen möchte. Anderen mag dies sicherlich weniger Probleme bereiten, Grafik und restliches Spielprinzip sind sicherlich sehenswert, doch ohne ein ÖPNV fehlt für mich der Kern und somit kann auch ich dem Spiel leider keine hohe Wertung geben, was mich sehr enttäuscht hat.
Ich werde das Spiel zurückgeben!
Eine Städtebausimulation die OHNE Busse, Züge, etc nur mit Strassen startet ist ja das eine
- ein Spiel das auch im Offlinemode nicht ohne Login geht eine absolute Frechheit