Harry Potter und der Halbblutprinz im Test: Ein durchschnittliches Action-Adventure
Fauler Zauber oder magisches Erlebnis? Unser Test zu Harry Potter und der Halbblutprinz sagt Ihnen, wie gut der sechste Teil der Fantasy-Serie ist.
Quelle: PC Games
Mit den Todessern liefert sich Harry Zaubergefechte.
Voldemorts Todesser fallen sowohl Hogwarts als auch in die Welt der Muggels ein und nur Harry Potter kann die Schergen des Dunklen Lords aufhalten. Ihnen hat dieser Satz mindestens zwei große Fragezeichen auf die Stirn gezaubert? Dann dürfte auch das Spiel zu Harry Potter und der Halbblutprinz eine recht faszinationslose Erfahrung für Sie sein. Denn die hakelige Steuerung und der träge Spielverlauf verwehren jedem Nicht-Potter-Fan höhere Spielpaßgenüsse. Was bleibt, ist ein durchschnittliches Action-Adventure mit Minispiel-Einlagen.
Das sechste Spiel der Serie begleitet die Buchverfilmung in die Kinosäle und die Helden der J.K. Rowling-Romane in die Pubertät. Während Zauberlehrling und "Auserwählter" Harry sich an die Schwester seines besten Freundes Ron heranschmeist, bandelt dieser mit der widerspenstigen Hermine an. Doch zwischen der ganzen Liebessäuselei greifen auch noch die bösen Magier namens Todesser, befehligt vom Antagonisten Lord Voldemort die Zauberschule Hogwarts an. Harry und seine Freunde müssen den Fieslingen Einhalt gebieten.
Damit das glückt, setzen Sie in Harry Potter und der Halbblutprinz natürlich Magie ein. Kommt es zum Kampf benutzen Sie die Maus wie einen Zauberstab. Schütteln Sie das Eingabegerät kommt ein Angriffsspruch heraus, bewegen Sie den Kabelnager im Kreis, schickt Harry den Gegner mit einem anderen Magie-Kniff auf die Bretter. Anscheinend sind Zauberstäbe aber nicht sehr präzise. Denn die Steuerung dieser Kämpfe fällt mehr als schwammig aus. Dabei sind Maus und Tastatur noch anzuraten. Eine Partie mit dem Xbox-Pad fiel für unseren Helden tragisch aus.
Quelle: PC Games
In Mini-Spielen müssen Sie unter anderem Tränke zusammenbrauen.
Woher die Ungenauigkeit? Man kann nur vermuten, dass sich die Entwicklung für PC, Xbox 360 und PS 3 derjenigen für die Wii unterzuordnen hatte. Denn das Spiel scheint gerade den Eingabegeräten von Nintendos weißer Heimkonsole zu entsprechen. Das fällt gerade bei den eingestreuten Mini-Spielchen auf. Oft sollen Sie Zaubertränke mixen und müssen dafür den Cursor im Kreis bewegen, um das Gebräu umzurühren. Dann wieder lässt Harry Gegenstände fliegen (übrigens physikalisch korrekt), die Sie dann mit direkter Eingabe an bestimmte Orte bugsieren sollen. All das klappt auf der Wii besser als auf allen anderen Plattformen.
Indes: Die Steuerung frustriert nie so sehr, dass Sie vollends die Lust am Spiel verlieren. Dafür sorgt die tolle Atmosphäre. Sie dürfen den Hogwarts-Campus völlig frei bereisen und treffen allerortens bekannte Gesichter - sofern Sie mit dem Potterversum vertraut sind. Ansonsten erscheinen Ihnen viele Dialoge bestenfalls merkwürdig. Sammelwütige suchen in jeder Ecke und Nische nach Wappen in großer und kleiner Ausführung, die Boni freischalten und so zum Erkunden motivieren. Außerdem bietet das Schulgelände Nebenaufträge und Herausforderungen bei Duellen und Quidditch-Turnieren. Letztere münden in spaßige Flugeeinlagen, die das ganze Geschehen auflockern. Das Spielgefühl erinnert oftmals an Titel wie Bully: Die Ehrenrunde.
Musik und Sprachausgabe von Harry Potter und der Halbblutprinz sind durchweg gelungen und stimmig. Grafisch allerdings darf man von dem Titel nicht allzuviel erwarten. Während die Entwickler den Zaubern hübsche Effekte verpassten, bleiben Texturen, Animationen und Zwischensequenzen an der unteren Grenze des Genre-Standards.
Bildergalerie
Werbung: Harry Potter und der Halbblutprinz jetzt bei Amazon.de bestellen!

Auf der 360/PS3 sieht das Spiel etwas besser aus.
:D
trotzdem netter test.
Zwei Dinge würden mich aber doch interessieren. Gibt es auch in diesem Teil wieder den Ewigen Tag Modus, wo alle Nebenmissionen beendet werden können, nachdem das Hauptspiel beendet ist? Und wie sieht es mit den Boni aus, die durch das sammeln von Wappen freigeschaltet werden können, gibt es das auch wieder?
2. Das Boni-System ist nicht mehr so reichhaltig wie früher mit den Karten. Aber du bekommst trotzdem Upgrades. Mehr Geschwindigkeit bei den Turnieren, mehr Lebensenergie bei den Duellen, etc. Außerdem schaltet es einige Zusatzfunktionen frei. Stinkbomben zum Beispiel.