Spezial

14.06.2009 11:35 Uhr
Thöing teilt aus #1

Thöing teilt aus - Heute im Visier: Rockstar und Max Payne 3

Ungeschminkt und frei nach Schnauze: Sebastian Thöing und seine ersten Gedanken zu Meldungen aus der Welt der PC-Spiele.

Herrlich. Zynisch. Danke an ALonE aus dem Alan-Wake-Forum für diese Montage.
Da ist sie nun. Die erste Ausgabe von "Thöing teilt aus". Meine eigene wöchentliche Kolumne auf pcgames.de. Spannend sollte sie sein. Aufregend wenn möglich. Sie sollte zu Diskussionen anregen, den Leser unterhalten, Meinung darstellen. Ob zuerst genanntes am Ende zutrifft? Nicht vorhersehbar. Eines allerdings versichere ich: Ich schreibe, was ich denke. Ob meine Meinung bei Ihnen auf Zustimmung stößt? Kann, muss aber nicht. Ob hier vorschnell geschlussfolgert wird? Mit Sicherheit. Ob es unfair werden könnte? Bestimmt. Ob hier Worte fallen, die nicht jedem Ohr belieben? Garantiert. Doch was bleibt einem, wenn nicht seine Meinung? Ein erster Gedanke, der einem durch den Kopf schießt, schnell wie eine Kanonenkugel. Genau das will ich Ihnen mitteilen.

Ich hätte keinen besseren Start für diese Kolumne oktruiert bekommen können, als die zurückliegende. Das macht mir das Schreiben und Sinnieren einfach, denn in dieser Woche passierte das, wovon ich glaubte, es würde nie passieren. Man stahl mir meine Hoffnung. Ich könnte sie erwürgen, auspeitschen, duch den Wolf drehen (Gleich zwei Mal! Damit es schön cremig wird!). Wer zum Henker hat Rockstar auf Max Payne losgelassen? Wer zum Teufel hat da zu viel Stirb Langsam geguckt? Was haben Sie mit Max gemacht? Sao Paulo? So ein Humbug! Glatze? Bart? Zerrissenes Muskelshirt? Andere Synchronstimme? What the fuck? Das sieht aus wie ein x-beliebiger 08/15-Shooter der Marke "Massenmarkttaugliche Scheiße". Austauschbar. Vielleicht El Matador 2? Jedenfalls nicht Max Payne 3. Dazu noch ein Multiplayer-Modus? Famos! Ach haut doch ab. Wer bitte braucht bei Max Payne 3 einen Mehrspieler-Part? Ich will geballte Singleplayer-Action mit Film-noir-Atmosphäre, ich will Gefühle, ich will mitleiden. Ich will... ach. Was zählt das schon. Macht euer Ding Rockstar. Aber ohne mich.

Faszinierend, wie viel ein Mensch innerhalb weniger Sekunden denken kann. Wie viele Sätze er in seinem Kopf formuliert ohne sie auszusprechen. Freilich war das nicht der exakte Wortlaut, aber so oder wenigstens so ähnlich könnte ich mich angehört haben, hätte ich in dem Moment laut ausgesprochen, was ich dachte. Mit einigem Abstand zu den ersten Eindrücken gehe ich anders an die Akte Max Payne 3 heran. Doch was ich nun denke, das zählt nicht mehr. Nicht in dieser Kolumne.

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und freue mich über anregende Kommentare.

Ihr Sebastian Thöing

Das Thema der Kolumne hier nachlesen: Max Payne 3 für PC: Erste Screenshots aufgetaucht Noch mehr Meinung gefällig? Gestern ließ sich Kollege Wilke über StudiVZ, Twitter und Co. aus.
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42 Kommentarezum Artikel

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Shinizm - 07.07.2009 01:27
Zitat: (Original von eX2tremiousU am 15.06.2009 13:30)
Zitat: (Original von SoSchautsAus am 15.06.2009 13:12)
Machen wir uns nichts vor: Max Payne 3 wird kein düsteres, depressives Spiel werden. Die Atmosphäre aus den Vorgängern wurde mit der Wahl dieses Settings zu Grabe getragen.
Wie schon oftmals gesagt: Keine Ahnung, wie man das JETZT schon beurteilen will oder kann. Das hört sich imho so an, wie dieser unsägliche Beitrag auf Gamestar.de.
Ich sehe in Max Payne 3 eine Anhäufung an Kompromissen und Anbiederungen.
Ich sehe da aktuell eigentlich nicht viel. Die Preview war mehr als schwammig. Zu vielen (relevanten!) Themen gab es nur ausweichende oder gar keine Antworten. "Anbiederungen" kann ich da nicht wirklich erkennen. Kompromisse eigentlich auch nicht. Die aktuelle Informationslage ist noch immer recht dünn.
Natürlich sind das nur Ersteindrücke und Vermutungen auf denen ich mir kein endgültiges Urteil aufbaue.
Warum hört sich dass dann so an? -> "Machen wir uns nichts vor, Payne 3 wird kein...."    
Das Spiel bekommt seine Chance.
Irgendwie habe ich es im Urin, dass alle Kritiker sich direkt auf das Spiel stürzen werden. Aus Neugier. Oder weil es sonst nichts gibt, was spielenswert erscheint.

Regards, eX!


/agree

Die gleichen Leute die Spiele anhand 2er Screenshots beur- bzw aburteilen, lassen sich auch angeblich MassEffect wegen dem DRM entgehen....arme "Irre"  
eX2tremiousU - 15.06.2009 13:30
Zitat: (Original von SoSchautsAus am 15.06.2009 13:12)
Machen wir uns nichts vor: Max Payne 3 wird kein düsteres, depressives Spiel werden. Die Atmosphäre aus den Vorgängern wurde mit der Wahl dieses Settings zu Grabe getragen.
Wie schon oftmals gesagt: Keine Ahnung, wie man das JETZT schon beurteilen will oder kann. Das hört sich imho so an, wie dieser unsägliche Beitrag auf Gamestar.de.
Ich sehe in Max Payne 3 eine Anhäufung an Kompromissen und Anbiederungen.
Ich sehe da aktuell eigentlich nicht viel. Die Preview war mehr als schwammig. Zu vielen (relevanten!) Themen gab es nur ausweichende oder gar keine Antworten. "Anbiederungen" kann ich da nicht wirklich erkennen. Kompromisse eigentlich auch nicht. Die aktuelle Informationslage ist noch immer recht dünn.
Natürlich sind das nur Ersteindrücke und Vermutungen auf denen ich mir kein endgültiges Urteil aufbaue.
Warum hört sich dass dann so an? -> "Machen wir uns nichts vor, Payne 3 wird kein...."    
Das Spiel bekommt seine Chance.
Irgendwie habe ich es im Urin, dass alle Kritiker sich direkt auf das Spiel stürzen werden. Aus Neugier. Oder weil es sonst nichts gibt, was spielenswert erscheint.

Regards, eX!
SoSchautsAus - 15.06.2009 13:12
Ich bin prinzipiell schon ein Freund von Stilbrüchen. Was zB mit Prince of Persia passiert ist finde ich sehr spannend, zumindest bezogen auf die Optik. Auch Splinter Cell tut der Umbruch nach dem eher mauen vierten Teil sicher gut. Sogar mit dem neuen Konzept der Rainbow Six-Serie konnte ich mich nach zwei Spielstunden arrangieren. Auf OFP 2 bin ich auch sehr gespannt. Aber was Rockstar aus Max Payne macht, das gefällt mir nicht.

Es ist absolut nachvollziehbar und nur konsequent, dass nach dem zweiten Teil ein Schnitt in Paynes Biografie gemacht wird. Aber muss man die Figur schon wieder so durch den Wolf drehen? Wie soll man einen Bezug und eine Identifikation mit einer Figur herstellen, die mit jedem Teil ein neues Gesicht und/oder einen neuen Look bekommt? Zu allem Überfluss kommt noch hinzu, dass der Sprecher ersetzt wird.

Dann wäre da noch die Sache mit dem Setting. Ja, auch in Sao Paulo ist es mal Nacht und regnet es mal. Aber wofür sollte man dieses Setting wählen wenn man es dann kaschieren und verstecken wollen würde? Machen wir uns nichts vor: Max Payne 3 wird kein düsteres, depressives Spiel werden. Die Atmosphäre aus den Vorgängern wurde mit der Wahl dieses Settings zu Grabe getragen. Den Vergleich mit El Matador finde ich durchaus berechtigt und angebracht. Das ist es, was mir am meisten Sorgen macht, denn ein solches Max Payne 3 will ich nicht haben.

Ich sehe in Max Payne 3 eine Anhäufung an Kompromissen und Anbiederungen. Ein abgefuckter Hauptprotagonist, ein warmes Setting, mehr Brutalität und Zerstörung, Multiplayer, kurzum: Alles was ein zeitgemäßes Actionspiel braucht. Natürlich sind das nur Ersteindrücke und Vermutungen auf denen ich mir kein endgültiges Urteil aufbaue. Das Spiel bekommt seine Chance. Aber ich hab bei dieser Sache kein gutes Gefühl. Und da die PC-Version wahrscheinlich eh wieder mit den üblichen Mechanismen verseucht sein wird, setze ich Max Payne 3 mal auf meine "expect the worst"-Liste.

SSA
cryer - 15.06.2009 12:41
@Ex
Das Max nun nicht unbedingt die innovativste Figur gewesen ist, bestreite ich nicht. Es geht mir darum, dass Remedy aus allen Versatzstücken einen interessanten Charakter gebastelt hat, dessen Geschichte tatsächlich auch innerhalb eines Spiels funktionierte. Max Payne war für mich ein gespielter Film. Die Atmosphäre war brilliant, die Geschichte entwickelte sich fesselnd weiter. Gemixt war dies mit einer tollen Technik. Die Bullett-Time in bester Hongkong-Film Tradition, denn Matrix hat Zeitlupe ja nicht erfunden.
Was nun folgt ist in meinen augen einfach der Versuch, die Marke weiter zu vergolden. Genauso betrachte ich es auch mit Splinter Cell. Eigentlich ist die Geschichte von Max erzählt. Je nach Ende des zweiten Teils fand er ansatzweise seine Erlösung. Viel mehr Tiefgang kann kein weiteres Spiel mehr haben, Payne ist "frei". Alles, was man sich nun noch einfallen lassen kann, ist eine reine Wiederholung. Klar, es geht ihm noch dreckiger, klar, er ist nun abgewrackt. Logisch, er mischt nun halt Brasilien auf. Vermutlich sehen die Explosionen nun noch realistischer aus, die Schußwechsel werden eine Spur härter zelebriert. Vielleicht die Bullet Cam aus Stranglehold übernommen? Die Schaueffekte werden ausgebaut. Aber es wird nicht mehr Max Payne sein. Es wird ein "Held" sein, der mit zwei Knarren der heldischen Beschäftigung nachgeht. Die bösen Buben in verlangsamten Schusswechseln umlegen. Aber machte das Max Payne aus? Für mich nicht. Für mich gingen die beiden Spiele über die geilen Shootouts und die Bullett- Time hinaus. Natürlich kann es sein, dass ich hier auf Dinge abhebe, die nicht jedermanns Geschmack treffen. Ich unterstelle auch nicht, dass jeder meine Meinung haben muss. Wenn das Spiel am Ende spitze ist, habe ich kein Problem damit, es zu erwerben und zu spielen. Ich hege nur Zweifel daran, dass sich die Payne Atmosphäre einstellen wird.  
IWL - 15.06.2009 11:31
Den Beitrag in Ehren, aber der liest sich wie Payne Killer auf Gamestar.de  

Dort erschien der Artikel schon letzten Mittwoch.
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small button Special - 09.28 Uhr - 11.10.2009

Thöing fragt nach: Download-Inhalte - Sinn und Unsinn eines Branchentrends

[ IMG=996038]Download-Inhalte, kurz DLC, sind für mich noch immer ein rotes Tuch. Für mich haben sie fast immer einen faden Beigeschmack. Vor allem, wenn Sie kurz nach oder direkt zum Release erscheinen. Klar, Publisher wollen damit Geld verdienen. Aber um welchen Preis? Ich kaufe ein Spiel, für sagen wir mal 50 Euro, und erwarte, dass es vollständig ist. Dass ich also das geschaffene virtuelle Universum für 50 Euro erhalte und nicht nur ein beschnittenes. Wenn ich dann aber kurz nach dem Erwerb des Spiels einen DLC angeboten bekomme, in dem mir neue Quests, Items und eine neue Story offeriert werden, schlucke ich schwer. Meine 50 Euro wurden also beschnitten? Hätte ich ergo nur 45 Euro ausgeben müssen, weil ich ja noch 5 Euro mehr zahlen muss für die neuen Inhalte? Die "Ausrede" der Hersteller: "Nein, denn wir erweitern unser Universum." Hm. Ok. Ergo braucht ihr nur rund zwei Wochen, um die Story zu erschaffen, das Programm zu programmieren, den Freigabeprozess und die Q&A zu durchlaufen? Sorry, aber das kann ich beim besten Willen nicht glauben. Vielmehr ist es doch so, dass schon während der Erstellung des Hauptprogramms an den Download-Inhalten gearbeitet wird. [br] [br]Ergo könnte man diese Inhalte auch gleich mit dem Hauptspiel liefern. Sehe ich das falsch? Aus wirtschaftlicher Sicht wahrscheinlich. Aus moralischer Sicht wohl eher nicht. Aber schließlich wissen wir ja alle, dass Moral und Wirtschaft sich in den meisten Fällen ausschließen. Was also tun als kleiner Käufer? Spiele ganz ignorieren? Den DLC ignorieren oder sich der Wirtschaft beugen? Negatives einfach schönreden? Wie gehen Sie mit dem fahrenden DLC-Zug um? Springen Sie auf oder lassen Sie ihn vorbeifahren? Ich freue mich auf eine rege Diskussion in den Kommentaren.

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