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05.06.2009 16:54 Uhr
Ich wähle keine Spielekiller / Killerspieleverbot

Ich wähle keine Spielekiller: Aktualisiertes Protestschreiben vor der Wahl

Ich wähle keine Spielekiller: Eine Aktion GEGEN die unsachliche, vorurteilsbehaftete Diskriminierung von Video- und Computerspielern und FÜR die Stärkung eines wirksamen Jugendschutz.

Anschreiben zur Aktion <>
Paukenschlag vor der Europawahl: Noch vor der Bundestagswahl im September wollen die Innenminister der 16 deutschen Bundesländer ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Erwachsenen-Computerspiele durchsetzen. Gegenüber WELT Online konkretisierte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann Kriterien für das Unwort "Killerspiel" und möchte Spiele künftig verbieten, wenn "die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen" als wesentlicher Spielbestandteil auftritt. Als konkrete Beispiele für derartige Titel führen Politiker preisgekrönte Erwachsenen-Spiele wie Grand Theft Auto 4 oder das millionenfach gespielte Counter-Strike an. Besonders der Multiplayer-Shooter ist regelmäßig in der Diskussion - dabei ist das Spiel ab 16 Jahren freigegeben, ein Indizierungsantrag wurde schon vor mehreren Jahren seitens der Bonner Bundsprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) abgewiesen.

Nach der erfolgreichen "Ich wähle keine Spielekiller"-Aktion im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl rufen wir erneut alle wahlberechtigten Spiele-Fans dazu auf, sich direkt an Kandidaten, Abgeordnete, Parteien und prominente Politiker zu wenden. Das geplante Paintball-Verbot, das einzig und allein auf den massiven Protest der Betroffenen gekippt wurde, zeigt die Wirksamkeit solcher Aktionen.

Wir bitten Sie: Wenn Sie sich GEGEN diese unsachliche, vorurteilsbehaftete Diskriminierung wehren möchten und sich stattdessen FÜR wirksamen Jugendschutz einsetzen, dann machen Sie mit! Nutzen Sie die Wahlkampfphase - in dieser Zeit hören Ihnen jene zu, die von Ihnen gewählt werden möchten!

Das aktualisierte PDF kann ab sofort heruntergeladen werden (alternativer Download-Link) - ausfüllen, unterschreiben und ab ins Faxgerät! Selbstverständlich können Sie den nachfolgenden Text auch kopieren und sich per E-Mail an Ihren Kandidaten wenden.

-------------

Sehr geehrter Abgeordneter, sehr geehrter Kandidat,

im Vorfeld der anstehenden Europa- und Bundestagswahl wende ich mich heute an Sie persönlich. Aktueller Anlass ist der am 5. Juni 2009 erfolgte Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder, der ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" von Action-Computerspielen vorsieht.

Dieser Beschluss ist eine Reaktion auf den entsetzlichen Amoklauf eines 17-jährigen Jugendlichen im baden-württembergischen Winnenden, der die Diskussion um die Wirkung von Computer- und Videospielen neu entfacht hat. (Vor-)schnelle Verbotsforderungen werden den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht, wirken im Gegenteil eher verharmlosend und verhindern so eine gründliche Aufarbeitung. Mit Bedauern stelle ich fest, dass die
Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen der Politik.

"Gewaltverherrlichende" Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten. Doch ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu Artikel 5
unseres Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt").

Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind. In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert. Seit 1. April 2003 versieht die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) Computer- und Videospiele - analog zu Spielfilmen - mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen; fünf Prozent der im Jahre 2008 geprüften Spiele sind auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und werden daher mit "Keine Jugendfreigabe" eingestuft. Diese Kennzeichnung ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt durch die Obersten Landesjugendbehörden. Produkte, die den strengen Kriterien nicht genügen, werden nicht gekennzeichnet und können demnach von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert werden.

Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter bitte ich Sie nachdrücklich, ...
• den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.
• das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.
• den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur
Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.
• Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu
unterstützen.
• die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen
zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.

Mit freundlichen Grüßen
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148 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
Risdyk - 27.09.2009 19:29
kann mir einer erklären wo die Webseite
"Gaming is not a Crime"
hin ich lande immer hier wenn ich auf die Webseite will!!
???
boogerman - 06.08.2009 12:21
Mach euch doch wegen ein paar aufgescheuchten Hühner keinen Kopf.Ich jedenfalls lehn mich zurück und werd mir
ziemlich amüsiert mitanschauen wie die diese drittklassigen Provinzschauspieler (hallo Herr Beckstein!) einander gegenseitig darin überbieten sich lächerlich zu machen.MUHAHAHAHA!!!!!!

Fredl26 - 06.08.2009 07:14
ich habe gerade meine e-mail verschickt:-)!
Zezeri - 04.08.2009 21:19
Sie engagieren sich fuer das Thema ,was auch natürlich erscheint. Es ist allerdings ein Unterschied ob es nur pgames macht oder ob es viele zeitschriften und leute unterstützen.
klausi1811 - 11.07.2009 17:49
Schon klar das sich die Computec Media AG dafür besonders einsetzt.
Ein Verbot solcher "Killerspiele" würde ja auch der Computec Media AG schaden, jaja so zieht es sich wie ein roter faden durch die Deutsche Demokratie.
Wieviel % weniger eurer ach so gut Recherchierten Heftchen würdet ihr dann weniger Verkaufen, bzw. wieviel Seiten blieben uns dann erspart?
Ihr glaubt doch nicht im geringsten daran das irgendein Politiker auf diesen Schnipsel reagiert?
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small button News - 02.22 Uhr - Freitag 18.12.2009

Potsdamer Forscher: "Kein Zusammenhang zwischen Gewalttaten und Computerspielen"

Infinity Wards Modern Warfare 2 sei "Dank", steht das leidige Thema "Killerspiele" momentan wieder ganz oben auf der Agenda diverser, nicht nur branchenfremder Publikationen. So auch bei der in Potsdam ansässigen Märkischen Allgemeinen (MAZ), [url=http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11684384/64289/In-der-digitalen-Welt-gelten-andere-Gesetze-als.html]die in einem aktuellen Artikel zum Thema[/url] allerdings nicht nur die altbekannten, klischeebehafteten Argumente der Computerspiele-Kritiker wiederkäut, sondern eine wirkliche Kompetenz auf dem Gebiet zu Wort kommen lässt: Dr. Stephan Günzel vom [url=http://www.digarec.org/]Potsdamer Zentrum für Computerspielforschung[/url] (Digarec).[IMG=1231944]Der studierte Philosoph vertritt dann auch eine eher differenzierte Sicht der Dinge und sieht keinen Zusammenhang zwischen der Begehung von Gewalttaten und dem Spielen gewalthaltiger Computerspiele. Viel eher sei es sogar so, dass vorhandene Gewaltphantasien im Spiel ausgelebt werden könnten. [br] [br]Auch den sorglosen Umgang mit dem populistischen Begriff des "Killerspiels" sieht Günzel kritisch, da sinnlose Anwendung von Gewalt fast nie Inhalt von Computerspielen sei. Die Rahmenhandlung eines Spiels liefere in fast allen Fällen eine, wie auch immer geartete Legitimation, für das Geschehen auf dem Bildschirm. [br] [br]Befragt zum Thema Suchtgefahr von Computerspielen (laut einer Studie des [url=http://www.kfn.de/home.htm]Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen[/url] sind 3% der männlichen Neuntklässler betroffen), antwortet er, dass insbesondere Online-Rollenspielen wie World of Warcraft, durchaus eine solche bergen würden. Es existierten durchaus Fälle, in denen Spieler die virtuellen Welten bereits dem -neudeutsch- "Real Life" vorziehen würden. Grund sei, dass im Spiel, im Gegensatz zur Wirklichkeit, meist nur das Treffen von äußerst simplen Entscheidungen gefragt sei ("Schiessen? - Ja./Nein."). [br] [br][ivwgallery]

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