The Last Remnant-Test: Überzeugt das Japano-Rollenspiel auf dem PC?

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Nach vier Monaten Wartezeit ist die PC-Fassung von The Last Remnant fertig. Ist sie besser als das Xbox-Original?

Die Zeiten, in denen der Name Square Enix als Gütesiegel für Rollenspiele aus Fernost galt, scheinen vorbei. Letztes Jahr veröffentlichte der RPG-Gigant mit Infinite Undiscovery und The Last Remnant (jetzt bei Amazon günstiger!) zwei Genrevertreter für die Xbox 360, die eher durchschnittliche Wertungen einheimsten. Letzteres erhält jetzt eine PC-Umsetzung, die laut Hersteller vor allem die technischen Mängel des Konsolen- Originals vergessen lassen soll.
Die Hauptfigur gerät durch eine Entführung wider Willen in ein politisches Komplott. Die Hauptfigur gerät durch eine Entführung wider Willen in ein politisches Komplott. Mit diesem versprechen lehnen sich die Entwickler weit aus dem Fenster (siehe Seite 2: "Die PC-Umsetzung"). Aber wenn schon die technische Anpassung suboptimal ausfällt, stimmt dann wenigstens das Gameplay? Bei einem Japano-Rollenspiel sind es schließlich Story und Kampfsystem, die begeistern müssen. Gerade auf diesem Gebiet hat The Last Remnant tatsächlich einige wirklich interessante Ansätze in petto.

So erlaubt das Kampfsystem das Herumkommandieren ganzer Truppenverbände. Bis zu fünf einzelne Figuren stellen Sie zu einem Team zusammen, bis zu fünf solcher Trupps wiederum dürfen Sie gleichzeitig übers Schlachtfeld ziehen. Entscheidend ist es dabei, Stärken und Schwächen einzelner Charaktere abzuwägen, um ein funktionierendes Team am Start zu haben. Taktische Überlegungen hören aber nicht bei der Zusammenstellung der Kampfverbände auf.

Wenn Sie Gegner geschickt flankieren, steigert das die Truppenmoral und erhöht somit den ausgeteilten Schaden. Möchten Sie Ihren Kader weiter ausbauen, sind übrigens Gilden Ihre Anlaufstelle. Hier rekrutieren Sie nicht nur neue Charaktere, sondern können sich abseits der Hauptgeschichte auch für Nebenmissionen eintragen lassen, um die Neuzugänge gleich ein wenig zu trainieren.
Die Spielwelt ist prinzipiell schön, aufgrund der Ladephasen aber kaum zugänglich. Die Spielwelt ist prinzipiell schön, aufgrund der Ladephasen aber kaum zugänglich. Klingt prinzipiell also richtig gut, nur hapert es beim Balancing. Oft reicht es, seinen Einheiten normale Angriffe auf beliebige Ziele zu befehlen und abzuwarten. Selbst die oft auftretenden Quicktime- Events, durch die Sie noch mehr Schaden verursachen, wenn Sie zum richtigen Zeitpunkt eine der Pfeiltasten betätigen, sind meist getrost zu vernachlässigen.

Da nach jedem Kampf verwundete und selbst gefallene Party-Mitglieder komplett geheilt werden, erfordert es bestenfalls in den knackigen Bossfights überlegte Handlungsweisen. Ereilt Sie dennoch der Game-Over-Bildschirm, ist das aber kein Grund zur Verzweiflung. Da man das Spiel, zumindest so lange man nicht in Kämpfe verwickelt ist, jederzeit speichern kann (manuell oder Autosave), entfallen immerhin zu wiederholende Passagen.

Das Kampfsystem glänzt erst in einigen spektakulären Massenschlachten in der zweiten Hälfte des Spiels. Aber ob Sie die Story so lange fesselt? Wie so oft geht es um magische Artefakte, denen mystische Kräfte innewohnen. Das ruft natürlich allerhand übles Gesocks auf den Plan: unter anderem einen - Überraschung! - bösen Magier. Hauptfigur Rush Sykes, ein etwas naiver Jüngling, gerät wider Willen in ein politisches Komplott und mit den Artefakten in Berührung, als seine Schwester von eben jenem Magier entführt wird. Wer mit dem Genre vertraut ist, erkennt hier einfach allzu viele Klischees wieder.

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    • Kommentare (85)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von pirx Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Nali_WarCow am 06.04.2009 10:39
        Ich habe zwar „nur“ etwa 50 bis 60 Stunden beim Kumpel hinter mir, aber es hat mir wirklich gut gefallen. Sicherlich keine 9X, aber so gut, dass ich das Game auf jeden Fall bei Gelegenheit noch einmal komplett durchspielen werde.
        Boah... 60 Stunden beim Kumpel mit einem Single-Player Game, nicht schlecht

        Habs jetzt auch ca. 15 Stunden gespielt und es gefällt mir eigentlich sehr gut... bis auf die Story, die find ich mindestens so kindisch wie der halbwüchsige Held, der mir mit seinem schnöseligem Gehabe total auf die Nerven geht ^_^ Ich bin da definitiv an meiner Schmerzgrenze angelangt ;-)
        Für mich ist das wirklich das grösste Manko an dem Game. Die sonstigen Negativ-Punkte find ich jetzt nicht wirklich störend und ein grosses Plus ist doch, dass es ohne Abstürze, üble Bugs und hässliche Plot-Stopper läuft.
      • Von pirx Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Nali_WarCow am 06.04.2009 10:39
        Ich habe zwar „nur“ etwa 50 bis 60 Stunden beim Kumpel hinter mir, aber es hat mir wirklich gut gefallen. Sicherlich keine 9X, aber so gut, dass ich das Game auf jeden Fall bei Gelegenheit noch einmal komplett durchspielen werde.
        Boah... 60 Stunden beim Kumpel mit einem Single-Player Game, nicht schlecht

        Habs jetzt auch ca. 15 Stunden gespielt und es gefällt mir eigentlich sehr gut... bis auf die Story, die find ich mindestens so kindisch wie der halbwüchsige Held, der mir mit seinem schnöseligem Gehabe total auf die Nerven geht ^_^ Ich bin da definitiv an meiner Schmerzgrenze angelangt ;-)
        Für mich ist das wirklich das grösste Manko an dem Game. Die sonstigen Negativ-Punkte find ich jetzt nicht wirklich störend und ein grosses Plus ist doch, dass es ohne Abstürze, üble Bugs und hässliche Plot-Stopper läuft.
      • Von Alf1507 Spiele-Kenner/in
        Zitat von Bonkic am 09.04.2009 20:31
        was sich die die pcgames dabei gedacht hat, ist mir bis heute ein rätsel, vielleicht wars wirklich die mangelnde erfahrung mit dem genre.
        Sag' ich doch! :-)
        Das TLR nur so kurz getestet wurde hat übrigens irgendwie auch zu einer weiteren falschen Aussage geführt! Angeblich soll das Spiel ja viel zu einfach sein. Ich habe gestern allerdings den kompletten Abend, bis spät in die Nacht, mit dem Versuch verbracht einen Bossgegner zu besiegen. Ich habe es nicht geschafft! Nach unzähligen Stunden hatte ich dann endgültig genug und habe mir einen Trainer besorgt, damit ich endlich mal weiter komme. Ich hätte am liebsten in den Monitor getreten! :ugly:
        Später kommen dann noch ein paar Kämpfe die ähnlich schwer sind. Die hatte ich dann nach ein paar Anläufen aber dann doch geschafft. Leicht ist das Spiel jedenfalls absolut nicht!
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Alf1507 am 09.04.2009 16:28
        P.S. FF7 mit einer 70er Wertung abzustrafen ist ja wirklich absolut übel! Ich habe dieses Spiel damals regelrecht verschlungen. *schwärm*
        ist lang her; beweist aber ganz gut, dass es auch damals schon krasse fehlwertungen gab.
        ff 7 ist -plattformunabhängig- eines der besten spiele "aller zeiten", da dürfte zur abwechselung sogar mal (fast) so wie ein konsens herrschen.
        was sich die die pcgames dabei gedacht hat, ist mir bis heute ein rätsel, vielleicht wars wirklich die mangelnde erfahrung mit dem genre.
      • Von Alf1507 Spiele-Kenner/in
        Zitat von Bonkic am 09.04.2009 10:21


        das ist bei vielen jrpgs ähnlich, von daher also nix ungewöhnliches oder sogar schon eher ein wesensmerkmal.
        selbst bei final fantasy 7 (noch mehr bei 8 ) brauchte die story ihre zeit, um in gang zu kommen (allerdings wurde ff 7 in der pcg auch mit einer 70iger wertung abgestraft :ugly: ).
        Ganz genau so ist es. Ein JRPG braucht, nach meiner Erfahrung, eigentlich immer sehr lange bis die Story mal so richtig in Fahrt kommt. Dafür fühle ich mich dann aber eigentlich auch bestens unterhalten. Vor allem die Zwischensequenzen in diesen Spielen begeistern mich immer wieder.
        P.S. FF7 mit einer 70er Wertung abzustrafen ist ja wirklich absolut übel! Ich habe dieses Spiel damals regelrecht verschlungen. *schwärm*

        Zitat
        wenn man keine zeit haben sollte -ich sag nicht, dass es hier so war- das spiel so weit zu spielen, dann kann man sich den test auch gleich sparen.

        Das stimmt absolut. In diesem Test entsteht einfach irgendwie ein ziemlich falscher Eindruck von dem Spiel. Ok, ich muss zugeben das diese japanischen RPG's wirklich etwas sehr spezielles sind und man muss halt darauf stehen. Ich denke das das hier vielleicht auch ein weiteres Problem lag. Wenn man einfach nicht auf JRPG's steht kann man auf einen Test also eigentlich auch verzichten.

        @Rabowke: Die Spiele die du zuvor genannt hast sind aber eigentlich auch alles westliche Rollenspiele und die haben einfach einen komplett anderen Stil. Daher wundert es mich eigentlich auch nicht, wenn dich TLR nicht sonderlich lange begeistern konnte.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Rabowke am 09.04.2009 07:58
        Da hast du sicherlich Recht, allerdings muss man sich auf der anderen Seite fragen, ob das Spiel nicht zu speziell ist, wenn erst nach 10 Stunden oder mehr der Funken 'überschlägt',
        das ist bei vielen jrpgs ähnlich, von daher also nix ungewöhnliches oder sogar schon eher ein wesensmerkmal.
        selbst bei final fantasy 7 (noch mehr bei 8 ) brauchte die story ihre zeit, um in gang zu kommen (allerdings wurde ff 7 in der pcg auch mit einer 70iger wertung abgestraft :ugly: ).

        wenn man keine zeit haben sollte -ich sag nicht, dass es hier so war- das spiel so weit zu spielen, dann kann man sich den test auch gleich sparen.
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