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13.03.2009 14:50 Uhr
CDU CSU Killerspiele

CDU/CSU im Forderungsrausch: Original und Fälschung

Die CDU/CSU äußert sich zur erneut aktuellen Killerspiel-Diskussion. Und zum Thema Waffengesetze, aber eher unabsichtlich ...

Es ist der Wahnsinn - die grausame Tat von Winnenden erschüttert Medienlandschaft und Politik - erneut suchen Politiker nach den Ursachen und erneut betritt man die gleichen Pfade, schnellstmöglich mit plakativen Äußerungen nach Sündenböcken Ausschau zu halten. Die Killerspiele sind wieder da - hurra! Mit welcher Vehemenz man in der Politik losstürmt, zeigt die unten folgende Pressemitteilung der CDU/CSU vom 12.03.09. Gleichwohl tritt damit der Aspekt von Waffenbesitz und geltendem Waffenrecht in Deutschland sofort wieder in den Hintergrund. Wir sind der Meinung, dass dieser Aspekt von gleicher Relevanz ist und mitdiskutiert werden muss. Daher haben wir uns die Freiheit genommen, eine textlich entsprechend angepasste Version anzufügen.

*EDIT* Wir möchten, dass diese bewusst polemisch verfasste Fälschung deutlicht macht, dass es in der Sache nichts bringt, nach strengeren Gesetzen zu rufen, Verschärfungen oder Verbote auszusprechen. Vielmehr sollte endlich daran gedacht werden, wie man die Umsetzung der Gesetze besser in den Griff bekommt.

Pressemitteilung der CSU/CDU - Das Original (Quelle:CDUCSU.de)

Amoklauf in Winnenden
Nachdenken über geeignete Maßnahmen des Jugendschutzes ist ausdrücklich geboten

Anlässlich des Amoklaufes des 17-jährigen Jugendlichen in Winnenden erklärt der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Hans-Peter Uhl MdB:Das im Juli 2008 reformierte Jugendschutzgesetz, unter anderem mit dem Ziel, den Jugendschutz im Hinblick auf Computerspiele zu verbessern, ist nicht ausreichend.

Bei dem Amoklauf in Winnenden zeigt sich erneut, dass der Täter im Vorfeld seiner Tat sich intensiv mit so genannten Killerspielen beschäftigt hat. Die Bundesfamilienministerin hat selbst mehrfach erklärt, dass die im Juli in Kraft getretene Neuregelung nur Teil eines Sofortprogramms der Bundesregierung ist und damit vorläufigen Charakter hat. Ein weiteres Nachdenken über geeignete Maßnahmen des Jugendschutzes ist ausdrücklich geboten.

Dabei geht es selbstverständlich nicht um altmodisch-grimmiges Sittenwächtertum und nicht um Vorurteile gegen neue Formen in Spiel und Freizeit. Im Gegenteil, es ist zu begrüßen, dass pädagogisch wertvolle und unterhaltsame Computerspiele besonders von staatlicher Seite ausgezeichnet werden.

Eine der entscheidenden Fragen im Zusammenhang mit so genannten Killerspielen ist, wie Aterskennzeichnungen zustande kommen. In der Vergangenheit ist die Politik vor allem durch den Missstand auf den Plan gerufen worden, dass nach Expertenurteil eine hohe Zahl von Alterskennzeichnungen zu lax vergeben worden sind.

Daran wird auch das reformierte Jugendschutzgesetz nichts ändern. Denn die USK behält die Auslegungshoheit und das Vorgriffsrecht gegenüber der Bundesprüfstelle: Wenn eine Alterskennzeichnung erst einmal vorgenommen worden ist, ist dieses Prüfergebnis bindend - auch die Bundesprüfstelle kann keine Indizierung mehr verhängen.

Es ist also weiterhin möglich, dass die Bewertungskriterien der Bundesprüfstelle und der USK auseinanderklaffen.

Das von dem 17-jährigen Amokläufer favorisierte Spiel "Counter-Strike" ist in der deutschen Version von der USK ab 16 Jahren freigegeben.

Die USK wird ihrer hohe Verantwortung für den Jugendmedienschutz nicht gerecht.


Unsere "Fälschung"

Amoklauf in Winnenden
Nachdenken über geeignete Maßnahmen des Waffenrechts ist ausdrücklich geboten

Anlässlich des Amoklaufes des 17-jährigen Jugendlichen in Winnenden erklärt der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Hans-Peter Uhl MdB:

Das im April 2008 reformierte Waffengesetz, unter anderem mit dem Ziel, den Jugendschutz im Hinblick auf Waffenbesitz zu verbessern, ist nicht ausreichend.

Bei dem Amoklauf in Winnenden zeigt sich erneut, dass der Täter im Vorfeld seiner Tat sich intensiv mit so genannten Schusswaffen beschäftigt hat.

Politiker haben mehrfach erklärt, dass die 2008 in Kraft getretene Neuregelung des Waffengesetzes nur Teil eines Sofortprogramms der Bundesregierung ist und damit vorläufigen Charakter hat. Ein weiteres Nachdenken über geeignete Maßnahmen des Waffenrechts ist ausdrücklich geboten.
Dabei geht es selbstverständlich nicht um altmodisch-grimmiges Sittenwächtertum und nicht um Vorurteile gegen neue Formen in Spiel und Waffensport.

Eine der entscheidenden Fragen im Zusammenhang mit so genannten Killerwaffen ist, wie der Erwerb von Waffenbesitzkarten zustande kommen. In der Vergangenheit ist die Politik vor allem durch den Missstand auf den Plan gerufen worden, dass nach Expertenurteil eine hohe Zahl von Waffenbesitzkarten zu lax vergeben worden sind.

Daran wird auch das reformierte Waffengesetz nichts ändern. Denn die ausstellenden Landratsämter behalten die Auslegungshoheit und Entscheidungsfreiheit darüber, wer eine Waffenbesitzkarte erhält.
Die von dem 17-jährigen Amokläufer favorisierte Schusswaffe der Marke Beretta lag nicht
ordnungsgemäß verschlossen in einem Waffenschrank.


Das geltende Waffenrecht wird seiner hohen Verantwortung für den Jugendschutz nicht gerecht.


Einen schönen Tag wünscht
Stefan Weiß

Lesen Sie außerdem:
BIU im Interview: "Unsinnige Forderungen nach dem Amoklauf in Winnenden"
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47 Kommentarezum Artikel

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Trancemaster - 16.06.2009 12:25
Zitat: (Original von Bonkic am 08.06.2009 18:47)
Zitat: (Original von SpyFoxy am 08.06.2009 18:45)
disess jahr gehen wir alle spd wählen -.-



weil?


Weil sich CDU/CSU in Richtung Überwachungsstaat bewegen und dies offensichtlich ohne moralische Bedenken - während sie die DDR offiziell verteufeln.
Trancemaster - 16.06.2009 12:24
Zitat: (Original von Boesor am 12.06.2009 23:44)
Zitat: (Original von SpyFoxy am 12.06.2009 15:56)
bist du blind? die cdu partei will killerspiele verbieten. anstatt das waffen gesetzt zu erhöhen !


Für den einen oder anderen geht es im Leben schon um etwas mehr als nur Killerspiele.


Also schreist Du erst dann los, wenn die CDU/CSU auf Dein "mehr" Hobby los geht, oder sich anderweitig in Deine privaten Angelegenheiten einmischt?
Wehret den Anfängen - sag ich da nur.
Worrel - 13.06.2009 10:45
Zitat: (Original von SpyFoxy am 12.06.2009 15:56)
bist du blind? die cdu partei will killerspiele verbieten. anstatt das waffen gesetzt zu erhöhen !

... und außerdem gibt es ja nur diese zwei Parteien ...  
Boesor - 12.06.2009 23:44
Zitat: (Original von SpyFoxy am 12.06.2009 15:56)
bist du blind? die cdu partei will killerspiele verbieten. anstatt das waffen gesetzt zu erhöhen !


Für den einen oder anderen geht es im Leben schon um etwas mehr als nur Killerspiele.
SpyFoxy - 12.06.2009 15:56
bist du blind? die cdu partei will killerspiele verbieten. anstatt das waffen gesetzt zu erhöhen !
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small button News - 02.22 Uhr - Freitag 18.12.2009

Potsdamer Forscher: "Kein Zusammenhang zwischen Gewalttaten und Computerspielen"

Infinity Wards Modern Warfare 2 sei "Dank", steht das leidige Thema "Killerspiele" momentan wieder ganz oben auf der Agenda diverser, nicht nur branchenfremder Publikationen. So auch bei der in Potsdam ansässigen Märkischen Allgemeinen (MAZ), [url=http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11684384/64289/In-der-digitalen-Welt-gelten-andere-Gesetze-als.html]die in einem aktuellen Artikel zum Thema[/url] allerdings nicht nur die altbekannten, klischeebehafteten Argumente der Computerspiele-Kritiker wiederkäut, sondern eine wirkliche Kompetenz auf dem Gebiet zu Wort kommen lässt: Dr. Stephan Günzel vom [url=http://www.digarec.org/]Potsdamer Zentrum für Computerspielforschung[/url] (Digarec).[IMG=1231944]Der studierte Philosoph vertritt dann auch eine eher differenzierte Sicht der Dinge und sieht keinen Zusammenhang zwischen der Begehung von Gewalttaten und dem Spielen gewalthaltiger Computerspiele. Viel eher sei es sogar so, dass vorhandene Gewaltphantasien im Spiel ausgelebt werden könnten. [br] [br]Auch den sorglosen Umgang mit dem populistischen Begriff des "Killerspiels" sieht Günzel kritisch, da sinnlose Anwendung von Gewalt fast nie Inhalt von Computerspielen sei. Die Rahmenhandlung eines Spiels liefere in fast allen Fällen eine, wie auch immer geartete Legitimation, für das Geschehen auf dem Bildschirm. [br] [br]Befragt zum Thema Suchtgefahr von Computerspielen (laut einer Studie des [url=http://www.kfn.de/home.htm]Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen[/url] sind 3% der männlichen Neuntklässler betroffen), antwortet er, dass insbesondere Online-Rollenspielen wie World of Warcraft, durchaus eine solche bergen würden. Es existierten durchaus Fälle, in denen Spieler die virtuellen Welten bereits dem -neudeutsch- "Real Life" vorziehen würden. Grund sei, dass im Spiel, im Gegensatz zur Wirklichkeit, meist nur das Treffen von äußerst simplen Entscheidungen gefragt sei ("Schiessen? - Ja./Nein."). [br] [br][ivwgallery]

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