Stefan Weiß Bescheid: Vergib mir, Vater ...
Leise raschelt das Gras unter meinen Füßen. Gebückt schleiche ich durch ein fahl beleuchtetes Waldstück. In der Hand ein Gewehr, geladen und schussbereit. Vor mir nehme ich eine langsame Bewegung wahr; das Ziel kommt in Sicht. Ich lege das Gewehr an die Schulter, bringe seinen Lauf sorgsam in die richtige Position und betätige den Abzug. Ich treffe exakt und verzeichne die Jagd als Erfolg: Der Hirsch wurde zur Beute - jedenfalls virtuell.
Gegenstand der Diskussion - Schießen auf Wildtiere im Spiel ist verwerflich! Ja / Nein?
Herzlich willkommen zur Diskussion über "Killerspiele" der anderen Art. Unter uns Spielern herrscht Einigkeit: Wenn Politiker und Medien zum Verbot von Shooter-Spielen blasen, fühlt man sich als mündiger und erwachsener PC-Spieler eingeengt, bevormundet. Spieler stellen sich in breiter Front in Foren auf, um gegen solch Gebahren zu protestieren oder kleiden sich mit einem T-Shirt, verziert mit dem Aufdruck "Ich wähle keine Spielekiller". Man tritt allgemein für sein Hobby am PC ein.
Umso erstaunlicher, dass aktuell die selbe Spielergemeinde mitunter entsetzt auf eine Jagdsimulation reagiert, in der man versucht, Wildtiere mit einer Schusswaffe zu erlegen. Äußerungen wie "pervers" und "krankhaft" liest man da.
Ich wollte der Sache nachgehen und habe mich die vergangenen Tage selber mal auf die virtuelle Pirsch in The Hunter begeben. Anfangs erfolglos, doch inzwischen mit regelmäßigem Erfolg. Das erlebte Spielgefühl empfand ich nicht mehr und nicht weniger "schlimm", "krank" oder "pervers" als beispielsweise bei einem Operation Flashpoint oder Armed Assault, worin man ebenfalls ganz gezielt mit modernen Schusswaffen menschliche Gegner anvisiert, die im Falle eines von mir benutzen Scharfschützengewehrs ebenso "hilflos" sind, wie ein im Dickicht brunftender Hirsch.
Worin liegt der moralische Unterschied? Gibt es ihn überhaupt? Denn beide Spiele (Militär- und Jagdsimulation) simulieren den Einsatz von Schusswaffen, um damit ein gesetztes Ziel im Spiel zu erreichen.
Ist es nun verwerflicher, auf ein Textur-Wildtier zu feuern, als bei Call of Duty: Modern Warfare auf Terroristen zu ballern? Unmoralischer, als in GTA auf einen Polizisten zu schießen, also einen virtuellen Gesetzeshüter, der meine Spielfigur dingfest machen will, weil sie ein virtuelles Verbrechen begangen hat?
Muss ich mir vielleicht jetzt Sorgen darüber machen, im realen Leben ein unmoralischer, mordlüsterner Mensch zu sein? - Wohl kaum, denn weder jage ich Polizisten noch Terroristen noch erlege ich heimisches Wild - obwohl ich Letzteres sogar tun dürfte und kein moralisches Problem damit hätte. Denn erstens besitze ich einen gültigen Jagdschein und zweitens erfüllt die Jagd an sich eine regulierende Funktion im bestehenden Naturgefüge, indem wir es als Mensch geschafft haben, natürliche Fressfeinde und damit Regulatoren, auszurotten.
Doch zurück zum Spiel - sicher sind die Geschmäcker verschieden und jeder kann ein bestimmtes Genre möge, das andere wiederum langweilt oder abschreckt. Schließlich dürfen wir ja (noch) darüber entscheiden, was wir uns auf die Festplatte installieren, und was nicht.
In diesem Sinne, ein schönes Wochenende wünscht
Stefan Weiß
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Hast du dich shonmal gefragt warum gefüttert wird ?
Weil sich z.B. die Wildschweine sonst ihr eigenes Futter suchen. Das sind dann z.B. die Felder der naheliegenden Bauern...
ich weiss garnicht wie man auf so süße Tiere schießen kann, würd die am liebsten mit nach hause nehmen :-D naja vielleicht find ich mal nen fuchswelpen dessen mutter erschossen wurde oder so, kommt ja oft genug vor Tollwutverbreitung? Die gute Nachricht für Leute, die süße Fuchswelpen gerne mit nach hause nehmen würden ist, dass es bei uns praktisch keine Tollwut mehr gibt. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelten inzwischen bei der Weltorganisation für Tiergesundheit als tollwutfrei.
ja ne is klar
Hobby-Jäger haben ja so garkeine Jagdquoten für ihr Revier, die die, wenn die wirklich so Mordgeil währen, nich erfüllen können und oft einen Berufsjäger beschäftugen müssen
zumal, wie viele Hobbybauern und Geflügelzücher wird das geben, die Viecher zum einem zum Spaß aber auch zum Essen haben?
so, nun fehlt noch der Plan zur wiederansiedelung des Fressfeindes der Wildtiere in der Großstadt, die eben nicht nur Sachschäden verursachen
ja ich bin vegetarier..
Ich glaube kaum das der Bauer oder Metzger das aus Purem Spass an der Freude macht, diese ganzen Hobbyjäger aber z.b. schon, ein Hobby das einem selbst keinen Spass macht führt man nicht aus--
Schweine gehen nicht in die Städte weil es ihnen dort gefällt, sondern weil sie durch die Provozierte! überbevölkerung dazu gezwungen wurden
ja und mir ist bekannt das es berufjäger gibt, die zahl ist aber sehr gering, zuerstmal muss was gegen diese hobbyjäger getan werden
Mir fällt eines auf
Unser Militanter Nicht Jäger hat noch nirgends geschrieben, das er Vegetarier ist und ob wir ihn aufgrund des Fleischkonsums überhaupt ernst nehmen müssen
Mal echt, wie schon weiter Vorne geschrieben; was macht ein Schlachter und Bauer anders als jetzt ein Jäger im Wald?
Der füttert die durch den Winter und bringt uns dann später ein Leckers Saupeffer
Ebenso fehlen die Pläne zur Ansiedelung des Wolfes in der Deutschen Großstadt als Fressfein der Wildsau