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12.03.2009 11:55 Uhr
Amoklauf von Winnenden

Amoklauf von Winnenden: N-TV mit ersten fehlerhaften Counter-Strike-Berichten

Fehlerhafte Berichterstattung sorgt für Unmut in der Spielergemeinde.

Über den Link "Livestream" auf n-tv.de können Sie das aktuelle Programm online verfolgen.
Der Nachrichten-Sender N-TV springt nach dem gestrigen Amoklauf in Winnenden als erstes auf den Zug der Verunglimpfung von Computerspielen auf.

So zeigte der Fernsehsender um 10:48 Uhr das Spiel Counter-Strike Source mithilfe eines Youtube-Videos. Verantwortlich für die Auswahl war der Netz-Reporter Moritz Wedel. Das Problem: Er präsentierte ein Video, das den Ego-Shooter mit einem nicht offiziell abgesegneten Extrem-Mod zeigt. Blut spritzt darin literweise. In der Beschreibung des Videos wird explizit darauf hingewiesen, dass hier ein so genannter Blut-Patch zum Einsatz kommt. Dass Counter-Strike Source so in Deutschland nicht erhältlich ist, wird bei N-TV nicht erwähnt. Die Berichterstattung legte den Fokus auf die Szenen nach Minute 1:36.

Im Gegensatz dazu steht die Berichterstattung des WDR-Magazins Hart aber Fair. Dort zeigte man ein Video der original in Deutschland erhältlichen Version von Counter-Strike Source.

Um 12:30 Uhr tritt die Polizei von Baden-Würtemberg an die Öffentlichkeit. In der Pressekonferenz soll es erste handfeste Details zu den Gründen der Tat geben.

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129 Kommentarezum Artikel

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Highthrill - 08.06.2009 17:50
und was ist wenn ein amokläufer nur Solitaire spielt?
Wird das dann auch in Frage gestellt?
Wohl kaum
Demonius911 - 06.04.2009 00:53
Jaj ja die Computerspiele sind schulr und der Amokläufer hat mit CS das Ziele geübt. Ansonsten geht es auch danke.

ICh bin mittlerweile ja auch altgenug um Alleine zu entscheiden und ich muß mal erlich sagen. Irgenwo passiert ein amok lauf und der Täter war ein anänger von EGO Shootern oder Ähnliches. Aber was die nicht wissen weil sie so ignorant sind und es sich hier im Effekthascherei auf kosten der Harmlosesten bewohner der Bundesrepulik handet finde ich diese Verunglimpfung die Spieler Community durch medien und Politik unerhört.

Ausserdem Glaube ich so langsam das von den bis jetzt noch keiner eine Waffe in der Hand hatte oder gar auf einen menschen schießen musste.
Ergo wer also bis an die Zähne bewaffnetin eine Schule geht und wahllos umher ballert bei dem haben Eltern, Lehrer, Politiker und alle die,die die spieler Verunglimpfen extrem viel mist gebaut. Da kann da Computerspiel nicht der ausschlaggebene Punkt sein und vorallem nicht die Ursache. Die Fragen die sich aufwerfen sind:
1. Wo hat er die Waffen und die Munition her? gibts nich an jeder Ecke zu kaufen.
2. Wer hat ihm gezeigt wie man da mit richtig um geht? Wird im Spiel nicht gezeigt und ich weiß noch nict wie ich meine Dienstwaffe mit de Maus streuern kann.
3. Hat keiner vorher was gemerkt? Neigte der Amokläufer vorher zur gewalt?
Deswegen also glaube ich nicht das Computerspiele schuld sind.
in diesem sinne
bis bald
Bartspritze - 25.03.2009 18:20
Counterstrike for Kids:
http://www.youtube.com/wa...
SoSchautsAus - 16.03.2009 12:27
Zitat: (Original von eX2tremiousU am 15.03.2009 12:33)
Zitat: (Original von SoSchautsAus am 15.03.2009 11:50)
Was zum grossen Teil schlicht auf die fehlende Reife zurückzuführen ist. Viele Spieler sind noch nicht mal volljährig und verhalten sich auch dementsprechend.
...und genau deshalb dürften die eigentlich auch nicht solche Spiele spielen. Die regen sich (auf peinlichste Art) über etwas auf, was die laut geltendem Gesetz gar nicht spielen oder besitzen dürften.

Natürlich dürfen sie das. Die USK-Einstufungen gelten doch nur für den Handel, nicht für den Konsumenten. Oder bin ich da falsch informiert?

Ausserdem muss man solche Spiele nicht zwangsläufig selber spielen um sich in diese Diskussion einzuschalten. Versetz dich in die Lage eins 15-Jährigen, dem solche Spiele von seinen Eltern verboten werden, und dann kommt der grosse böse Pfeiffer und gibt seinen Eltern auch noch Recht. Frechheit!

Zuguterletzt solltest du auch nicht vergessen, dass es genug Actionspiele mit einer 16er oder sogar einer 12er-Freigabe gibt.

Das Problem ist einfach, dass brutalste Spiele bzw. das Medium an sich einfach völlig anders ist, als jede zuvor gekannte und ebenfalls kontrovers diskutierte Thematik. Es geht nicht um Musik mit zweifelhaften Texten (die ja auch schon in den Medien ihr Fett wegbekommen hat) auch nicht um passive und statische Comic-Bilder, es geht einfach um Spiele, wo moralisch und gesellschaftlich höchst fragwürdige Handlungen als Spielinhalt definiert werden, der primär Spaß machen soll. Deshalb sind Vergleiche mit anderen (legalen) Interessensgebieten in meinen Augen auch so unsinnig. Spiele in ihrer Form stellen quasi einen Präzedenzfall dar, mit dem keiner (Spieler, Medien, Erwachsene) so richtig umgehen kann - oder will.

Das sehe ich ein wenig anders. Spiele mit explizit fragwürdigen Inhalten wie zB Manhunt, sind nun nicht gerade die Regel. Die Masse an Shootern setzt Gewaltdarstellung maximal als Stilmittel ein, und deren Anwendung wird immer irgendwie gerechtfertigt. * Vergleich das mal mit Filmen wie Saw oder Hostel, um nur mal die prominentesten Beispiel zu nennen. Deren vordergründige Intention ist es, den Zuschauer mit möglichst drastisch und realistisch dargestellter Grausamkeint und Brutalität zu schocken bzw zu unterhalten. Und wir sprechen hier nicht von irgendwelchen undergroundigen Low-Budget-Splatter-Movies, sondern von multi-Millionen-Dollar-Produktionen. Dieser Trend hat sich seit Jahren in Hollywood etabliert. Oder nimm Rapmusik, deren Inhalte sich gänzlich auf Sex, Gewalt und Drogen beschränken, ohne jede Art von Reflexion oder Relativierung. Oder Metal, dessen Texte sich zwischen Teufelsanbetung und Leichenschändung bewegen, auch komplett ohne Relativierung.

Ich finde jedenfalls nicht, dass Computerspiele in der Hinsicht eine so enorme Sonderstellung hätten, wie du behauptest. Das Argument Interaktion <-> passiver Konsum kann ich zwar gelten lassen aber wissen wir denn sicher, wie hoch dessen Stellenwert ist? Vielleicht spielt es gar keine sooo grosse Rolle. Horrorfilme und Heavy Metal waren schon mal dran, jetzt sind es halt Rapmusik und Computerspiele. Das gehört wohl zum Zeitgeist, dass es immer ein Feindbild geben muss.

* Ich möchte hierzu auf den wie immer grossartigen Kommentar von Jörg Luibl verweisen. Ich stimme ihm zwar nicht in allen Punkten zu, da ich finde, dass "stilvolle" Gewalt nicht zwangsläufig immer subtil sein muss, sondern ruhig auch mal in die Fresse sein darf. Aber im Grossen und Ganzen bringt es der Mann wie immer sehr gut auf den Punkt.

SSA
eX2tremiousU - 15.03.2009 13:01
Generell zur Klärung bzw. kompakten Präsentation meines Standpunktes:

a) Spieler von brutalsten Titeln sollten sich im Klaren darüber sein, dass dieser Teilaspekt des Hobbys „Gaming“ einfach aufgrund seiner gesellschaftlichen und moralischen Konfliktherde nicht vergleichbar mit sonstigen Freizeitbeschäftigungen ist. Diese Spieler sollten zwischen den einzelnen Spielinhalten im Actionbereich differenzieren, und zwischen taktischen / sozialen und einfach nur geschmacklosen Konzepten bewusst und eindringlich unterscheiden.

b) Um möglichst viele Kritiker / Zweifelnde zu erreichen, sollten sich erwachsene Spieler dieser Titel deutlich und mit Nachdruck von den „screaming Kiddies“ abkapseln und sich auch von der Klientel trennen bzw. distanzieren, die Spiele nur spielenswert finden, wenn groteske Mengen Blut spritzen oder Körper möglichst „anschaulich“ (SoF2) zerlegt werden können. Kindsköpfe und Freunde von Gewaltpornos sind Gift für Diskussionen, und deshalb sollte man diese auch „ausstoßen“, bzw. als nicht repräsentativ für die Meinung der erwachsenen Spieler darstellen - und zwar mit Nachdruck.

c) Es sollte unterstützt durch seriöse Fachmedien und Publisher eine öffentliche und ruhige Diskussion inszeniert werden, die auf bisherigen wissenschaftlichen Ergebnissen fußt, aber auch einräumt, dass brutale Spiele bei Personen mit einer gewissen psychologischen Vorgeschichte durchaus schädlich wirken, bzw. als Ideenlieferant für Gewaltphantasien herhalten könnten.

d) Die Friedfertigkeit der erwachsenen und differenzierenden Spieler sollte ausdrücklich betont werden. Gewalt ist abhängig vom spielerischen Inhalt (z.B. Counter-Strike) noch im virtuellen Raum ein annehmbares Mittel, im echten Leben aber ein absolutes No-Go. Dazu gehören auch Drohungen und Beleidigungen.

....

Wären diese Punkte im hypothetischen Planspiel-Universum „eX“ gegeben, dann hätte man immerhin eine halbwegs vielversprechend konstruierte Grundlage, um zweifelnde Außenstehende gesittet informieren zu können. Alle Kritiker bzw. die „Fundamentalisten“ wird man damit möglicherweise nicht erreichen (weil die nicht erreicht werden wollen), aber zumindest die normalen Bürger, die zwischen Ahnungslosigkeit und oberflächlicher Berichterstattung schwanken. DA muss man ansetzen - und zwar ruhig.

Regards, eX!
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small button News - 02.22 Uhr - Freitag 18.12.2009

Potsdamer Forscher: "Kein Zusammenhang zwischen Gewalttaten und Computerspielen"

Infinity Wards Modern Warfare 2 sei "Dank", steht das leidige Thema "Killerspiele" momentan wieder ganz oben auf der Agenda diverser, nicht nur branchenfremder Publikationen. So auch bei der in Potsdam ansässigen Märkischen Allgemeinen (MAZ), [url=http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11684384/64289/In-der-digitalen-Welt-gelten-andere-Gesetze-als.html]die in einem aktuellen Artikel zum Thema[/url] allerdings nicht nur die altbekannten, klischeebehafteten Argumente der Computerspiele-Kritiker wiederkäut, sondern eine wirkliche Kompetenz auf dem Gebiet zu Wort kommen lässt: Dr. Stephan Günzel vom [url=http://www.digarec.org/]Potsdamer Zentrum für Computerspielforschung[/url] (Digarec).[IMG=1231944]Der studierte Philosoph vertritt dann auch eine eher differenzierte Sicht der Dinge und sieht keinen Zusammenhang zwischen der Begehung von Gewalttaten und dem Spielen gewalthaltiger Computerspiele. Viel eher sei es sogar so, dass vorhandene Gewaltphantasien im Spiel ausgelebt werden könnten. [br] [br]Auch den sorglosen Umgang mit dem populistischen Begriff des "Killerspiels" sieht Günzel kritisch, da sinnlose Anwendung von Gewalt fast nie Inhalt von Computerspielen sei. Die Rahmenhandlung eines Spiels liefere in fast allen Fällen eine, wie auch immer geartete Legitimation, für das Geschehen auf dem Bildschirm. [br] [br]Befragt zum Thema Suchtgefahr von Computerspielen (laut einer Studie des [url=http://www.kfn.de/home.htm]Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen[/url] sind 3% der männlichen Neuntklässler betroffen), antwortet er, dass insbesondere Online-Rollenspielen wie World of Warcraft, durchaus eine solche bergen würden. Es existierten durchaus Fälle, in denen Spieler die virtuellen Welten bereits dem -neudeutsch- "Real Life" vorziehen würden. Grund sei, dass im Spiel, im Gegensatz zur Wirklichkeit, meist nur das Treffen von äußerst simplen Entscheidungen gefragt sei ("Schiessen? - Ja./Nein."). [br] [br][ivwgallery]

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