Vorschau

28.12.2008 12:02 Uhr
PC Games Vorschau zu Haunted

Haunted-Vorschau: Neue Informationen zum Adventure der Ankh-Macher

Von wegen geistlose Unterhaltung: Richten Sie Ihr Oberstübchen und Ihre Lachmuskeln auf dieses Adventure ein.

Der Schaffner trinkt seinen Tee stilecht um fünf Uhr – das kann Mary ausnutzen.
Mary, hilf mir - sie tun mir weh!", hallt eine Stimme im Traum durch die Nacht, ehe Mary von dieser Botschaft hochschreckt. Ihre eigene Schwester, vor Jahren auf mysteriöse Weise verstorben, rief verzweifelt nach ihr, dem Londoner Straßenmädchen. Mary ist aufgewühlt, sucht nach Antworten - und gerät in die Fänge einer Pathologin, die unheilbar erkrankt ist. Ihr maladiebedingter Menschenhass zeigt sich jedoch weit weniger nutzbringend als bei einem gewissen Dr. House - sie versucht mit Experimenten an Leichen und Geistern, den Fängen von Gevatter Sensenmann zu entkommen. Mary landet auf ihrem Seziertisch ...

... und schreckt auf, als das kalte Metall des Skalpells ihren Hals berührt. "Wie, die ist noch nicht tot?", faucht die Professorin ihren Assistenten Ethan an, der für die Materialbeschaffung zuständig ist. Mary wird kurzerhand in einen Turm der weiblichen Dr. Frankenstein gesteckt, Ethan soll sich gleich darum kümmern, Marys Lebendigkeitsmalus zu beseitigen. Schnell versperrt sie die Tür mit einem Bett, um sich Zeit zum Fliehen zu verschaffen. Von außen pochen die Pathologin und der Grobian an die Tür. Jeden Moment könnten sie durchbrechen und dafür sorgen, dass Mary den Hilferuf ihrer Schwester mit "Mir doch auch!" erwidern muss. Jede Sekunde zählt ...

... und doch haben Sie als Adventure- Spieler natürlich alle Zeit der Welt. Genau wie im legendären Big-Ben-Intro von Jack Keane simuliert der Frankfurter Point-and-Click-Meister Deck 13 zwar Zeitdruck, weiß aber um die Tugenden des Genres. Kein Herumschleichen, keine Quicktime- Events - ein stilvoll gewürzter Abenteuer-Tee statt Gameplay- Energy-Drinks erwartet Sie in Haunted. Auf der Games Convention hatte das Team gerade mal ein paar Minuten Film, eine laminierte Folie und drei Screenshots dabei - nun präsentiert es Haunted zum ersten Mal überhaupt live.

Die Einstiegsfrage des Journalisten, so obligatorisch wie das Aufsammeln niet- und nagelloser Gegenstände in Adventures: "Was ist denn die große Lehre, die Deck 13 aus Jack Keane gezogen hat?" "Jack Keane ist ein sehr, sehr großes Spiel und schafft es aus unserer Sicht nur schwer, die Spannung zu halten", antwortet Dr. Florian Stadlbauer, Geschäftsführer von Deck 13. Viele Ideen des Spiels - die Rückblende zu Jacks Kindheit, die Kapitel mit Amanda als spielbarem Charakter - haben zwar für Abwechslung gesorgt, insgesamt war der Bogen des 13 Kapitel umfassenden Abenteuers aber zu lasch.
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Allgemeine Infos

Name Haunted
Genre Adventure
Webseite keine Angabe
Hersteller Deck 13
Anbieter HMH Hamburger Medien Haus Vertriebs GmbH
VÖ-Termin 29.10.2009 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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small button Vorschau - 10.11 Uhr - 14.08.2009

Haunted Vorschau: Das Adventure der Ankh-Macher provoziert Ihre Lachmuskeln



Schock, lass nach: Während sich das Frankfurter Studio Deck 13 bisher als Gute-Laune-Garant verdingte und mit Ankh und Jack Keane fröhlich-ausgelassene Urlaubsatmosphäre auf die Schirme brachte, kommt ihr neuer Titel Haunted überraschend finster daher. Die Hauptrolle übernimmt diesmal statt eines tollpatschigen Helden das vereinsamte Waisenmädchen Mary. Nach dem mysteriösen Tod ihrer Schwester führt sie ein trauriges Leben auf Londons Straßen im 19. Jahrhundert. Doch nicht mehr lange ...

Ihr Gossendasein nimmt ein abruptes Ende, als Mary Stimmen in ihrem Kopf wahrnimmt. Nein, sie fiel nicht etwa dem Wahnsinn anheim, sondern vernimmt den verzweifelten Hilferuf ihrer verschollenen Schwester Emily. Als sie zu deren Rettung aufbricht, landet sie schließlich im Labor der durchtriebenen Professorin Lindsey Ashcroft. Die ehemalige Pathologin leidet unter einer unheilbaren Krankheit und versucht, durch zwielichtige Experimente ihren Geist in einen gesunden Körper zu transferieren. Als Ash­croft bemerkt, das Mary nicht wie erhofft tot, sondern quicklebendig ist, beauftragt die Dame ihren Handlanger Ethan, diesen Umstand schleunigst zu ändern.

Ab hier übernimmt der Spieler das Kommando und manövriert die Protagonistin in bester Point&Click-Manier durch das gruslige Anwesen. Zwar wirkt die Flucht hektisch und es lässt den Puls durchaus steigen, dass Ihre Häscher jeden Moment durch die Tür brechen und Mary schnappen könnten, doch Haunted gibt sich klassisch. So bleibt Ihnen alle Zeit der Welt, um in Ruhe darüber zu knobeln, wie Sie aus der bedrohlichen Lage entkommen.

Während der ersten Schritte fällt bereits auf: Im Vergleich zu früheren Adventures hat sich einiges getan! Haunted nutzt die aufgebohrte Engine des Action-RPGs Venetica und sieht dementsprechend gut aus. Blitze zucken und Regen tropft durch ein zerbrochenes Glasdach (das natürlich nicht ganz ohne Ihr Zutun zersplitterte), um auf dem Fußboden Pfützen zu bilden. Natürlich greifen hier vorgefertigte Skripte und derlei optische Schmankerl werden nicht etwa physikalisch korrekt berechnet. Das tut der Optik jedoch keinen Abbruch. Haunted gehört im Bereich der 3D-Adventures zur Crème de la Crème und lässt ein Tales of Monkey Island verdammt alt aussehen. Zumal die Entwickler auch großen Wert auf eine gute Steuerung legen und somit kleinsten Bedienungsmängeln den Garaus machen: Sie können Marys Reise komplett mit der Maus bestreiten, Hotspot-Anzeigen und das dreistufige Hilfesystem vermeiden Frust, und wenn Sie die linke Maustaste gedrückt halten, folgt Ihre Figur in bester Diablo-Manier dem Mauszeiger. Bravo, sehr komfortabel.


Doch zurück zu Mary, die mittlerweile auf eine höher gelegene Empore flüchten konnte. Dort stößt sie auf eine seltsame Maschine, aus deren Inneren sie schließlich den Geisterpiraten Oscar befreit. Durch einen alten Handschuh aus dem Besitz des Freibeuters bindet Mary die Seele des kleinen Frechdachses an sich - eine Mechanik, die auch bei den restlichen Geistern greift, die das Gespenster-Sextett im Spielverlauf komplettieren. Zusammen mit Oscar gelingt Mary die Flucht aus der unheilvollen Villa und sie bricht auf, um die Spur ihrer Schwester aufzunehmen.

Ihre übernatürlichen Begleiter besitzen allesamt individuelle Fähigkeiten die Sie in einem gesonderten Geist-Inventar anwählen. So ergeben sich neue Rätselmöglichkeiten, die das Abenteuer trotz seiner traditionellen Ausrichtung von der Masse abheben. Damit die dunklen Gemäuer Londons dem Spieler darüber hinaus nicht zu sehr aufs Gemüt schlagen, führen die Entwickler Sie zu weiteren Orten wie einem schottischen Gotteshaus und einem transsilvanischen Zigeunerlager.

Während Ersteres genauso finster und wenig einladend wirkt wie die Stadt an der Themse, sorgt Letzteres mit kräftigen Farben und idyllischer Flora für starke Kontraste. Doch auch hier verfolgt die fiese Lindsey Ashcroft ihre Spukparty.

Das besagte ektoplasmatische Kommando sorgt ganz nebenbei auch dafür, das Haunted eben doch ein typisches Deck-13-Adventure wird. So steht zwar noch die eine oder andere Gruselszene auf dem Plan, doch letzten Endes schweißen die Strapazen Mary und ihre gespenstischen Begleiter zusammen und der Titel strahlt eine liebenswürdige, witzige und ausgesprochen positive Grundhaltung aus.

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