Im PC-Games-Test: S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky - Endzeitstimmung in der Motivationskurve
Zwischen Meisterwerk und Super-GAU nistet sich das neue S.T.A.L.K.E.R. ein.
1. Schlecht bewaffnet stürmen wir mit einigen Clear-Sky-Soldaten die erste Stellung der Banditen. Das ist atmosphärisch dicht und sorgt für einen Motivationsschub, sobald man das Lager erobert hat. So weckt das Fraktionssystem hohe Erwartungen.
Endzeitstimmung, diesmal nicht im Spiel, sondern bezüglich der Motivationskurve. GSC Gameworld versuchte, für sein neues S.T.A.L.K.E.R.-Projekt aus den Fehlern des ersten Teils zu lernen. Und das ging schief.
2. Zum Durchdrehen: Wir erreichen den Kordon mitten in der Nacht. Es ist stockfinster und doch: Man erwartet von uns, an einer stark befestigten Militärstellung vorbeizuschleichen. Nach dem fünfzehnten Bildschirmtod geben wir den Versuch auf. Frust!
Schlechter als der Vorgänger präsentiert sich auch Clear Sky als ein atmosphärischer Survival- Shooter mit offener Spielwelt. Wieder ist man in der "Zone" unterwegs, jener fiktiven Einöde in der heutigen Ukraine, die einst aus der Tschernobyl-Katastrophe entstand. Die Handlung erzählt die Vorgeschichte zu S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl und führt den Spieler durch teils bekannte, teils neue Bereiche der radioaktiven Zone.
3. Es wird gruselig: Wir betreten einen unterirdischen Komplex, den wir für die Hauptquestreihe mit Wasser fluten sollen. Gefährliche Mutanten und ein paar fiese Fallen erschweren den Weg, machen den kurzen Abstieg aber halbwegs spannend.
Am Kern des Spiels ändert sich wenig: Zu Fuß streift man durch Wälder und Sümpfe, erforscht Müllhalden und Schrottplätze, kämpft sich durch verlassene Militäranlagen und verfallene Gebäudekomplexe. Den Weg zum nächsten Missionsziel sucht sich der Spieler selbst, die Welt ist so offen, wie man das sonst nur aus Rollenspielen kennt. Trotzdem zählt auch in Clear Sky vor allem eines: der flinke Abzugsfinger.
4. Je länger man spielt und je mehr man lernt frustrierende Situationen zu vermeiden, desto besser kann man sich auf die Spielwelt einlassen. Und dann genießt man diese fantastisch beklemmende Einöde mit ihren malerischen Sonnenuntergängen und ihrer beängstigend realistischen Levelarchitektur.
Wichtigste Neuerung ist das Fraktionssystem: Acht teils verfeindete Gruppierungen bevölkern die Zone; der Spieler entscheidet, welcher er sich anschließen will. Dazu muss er zunächst ein Lager besuchen und mit Nichtspielercharakteren (NPCs) sprechen, um Aufträge anzunehmen. Meist handelt es sich dabei um einfache Botengänge oder Vernichtungsmissionen, bei denen man die Stellung einer ver- feindeten Fraktion angreifen soll. Hat man damit Erfolg, rücken die Truppen der siegreichen Partei vor und beschlagnahmen den Außenposten. So verhilft man der eigenen Seite zum Vormarsch, was sich vor allem in günstigeren Konditionen bei Händlern niederschlägt.
Wer aber abwechslungsreiche Quests mit spannenden Nebenhandlungen erwartet, wird enttäuscht: Die lineare Story wird in öden, weil viel zu langen Textfenstern erzählt, ohne dem Spieler Entscheidungsmöglichkeiten anzubieten. Auch Clear Sky überschüttet den Spieler mit künstlich anmutenden Zufallsmissionen, die etwas Munition und Geld, zuweilen aber auch Frust einbringen: Kämpfe, so spannend sie auch sein mögen, sind nämlich nicht immer fair.
Gegner schießen selbst des Nachts und auf Distanz verblüffend scharf oder werfen todbringende Granaten mit erbarmungsloser Präzision. Treffer verursachen ohne eine - sehr teure - Rüstung meist sofort einen nervigen Blutungsschaden, der fortwährend an den Lebenspunkten zehrt. Dagegen hilft nur der Einsatz von Verbänden und Heilpaketen, von denen man daher wahre Tonnen mit sich herumschleppen muss.
Noch mehr hat sich geändert: Artefakte - das sind seltene Power- ups - liegen nicht mehr frei in der Gegend herum. Sie stecken nun unsichtbar in Anomalien fest, tödlichen und schwer erkennbaren Kraftfeldern. Dort sind sie mit einem neuen Scanner aufzuspüren, der allerdings nur dann funktioniert, wenn man sein Gewehr zuvor einsteckt. Noch nerviger: Um das Artefakt aufzusammeln, muss man meistens dicht an die Anomalien heran und büßt dabei viele Lebenspunkte ein.

btw: ich konnte das spiel prima mit dem ersten patch durchspielen.
Wobei ich auch sagen muss, dass das Game im vergleich zum Vorgänger vom Design her etwas enttäuscht. Ich habe mir gleich recht am Anfang bei den Wächtern eine der teuren Rüstungen für 50000RU gekauft, und fang trotzdem bei dem kleinsten Treffer mit verbluten an. Auf dauer ist das wirklich sehr strapaziös und fördert den Spielspass nicht unbedingt. Dazu sind die Binden und Medikits einfach zu teuer und es gibt in der zweiten Hälfte des Spiels so gut wie keine Händler mehr wo man sich mit solchen Dingen versorgen kann.
Dazu kommt noch, dass mein Inventar mit teuren Waffen nur so überquillt, ich würde die Dinger ja gerne verkaufen, aber wie gesagt, Händler sind in der zweiten Hälfte des Spiels nicht mehr vorhanden.
Oder die KI, die selbst in der Nacht auf höchste Distanz zielgenau trifft und einem zum Dank dann auch noch Granaten direkt vor die Füsse wirft. Ich habe es bis jetzt nicht einmal erlebt, dass eine Granat zu weit/kurz geworfen wurde, die Dinger landen immer perfekt direkt vor den Füssen, selbst wenn man sich hinter etwas verschanzt.
man muss halt rüstungen und artefakte benutzen. die ausrüstung ist das wichtigste in diesem spiel.
Selbst mit dem Neusten Patch (1.5.08), ist Clear Sky so extrem verbugt, daß es bei mir unspielbar ist. Ich hab zwar einen alten Rechner, erfülle aber jedoch die Mindestanforderungen. Trotz minimaler Detailstufe, ist das Game an so manchen Stellen extrem zähflüssig.
Mal abgesehen, daß der Schwierigkeitsgrad mehr als extrem überzogen ist. Ohne Cheats, oder Trainer ist das Game, auch ohne die Bugs unspielbar meiner Meinung nach. Wie soll man sich denn bitte 20 Gegnern stellen, wenn man die ganze Zeit blutet wie eine abgestochene Sau? So viele Medikits und Verbände gibts in SoC und CS zusammen ja nicht einmal, das die ausreichen würden. Absolut überzogen! Ich habe stark das Gefühl, das GSC seine Games überhaupt nicht selber zockt. Die Coden anscheinend nur und lassen die Käufer dann für 40€ Betatester spielen. Das grenzt ja schon an Betrug, meiner Meinung nach.
SoC ist genau so eine Entäuschung und unspielbar, da es hier andauernd an bestimmten Stellen abstüzt, bzw. sogar meinen Ganzen Rechner neu starten lässt. Absolut schlampig kann ich dazu nur sagen. Ich hab schon alpha und beta mods gezockt, die ausgereifter waren als die Games von GSC.
Da brauch man sich auch nicht mehr auf das angekündigte 3. Stalker "Call of Pripyat" freuen. Das wird ganz sicher auch wieder verhunzt. Ist wohl so eine Art Tradition bei GSC. Schade eigentlich. Denn vom Ansatz ist die Stalker Reihe ja mehr als genial und auch grafisch und stimmungmäßig alles Top. Doch das nützt alles nichts, wenn die Games nicht laufen.