Die Welt der Gesellschafts-Spiele
Spiele müssen Spaß machen, aber manche können mehr: Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie komplexe Systeme funktionieren, und thematisieren in einem zwanglosen Rahmen gesellschaftlich relevante Probleme. In Civilization 4 etwa lenkt und leitet der Spieler die Entwicklung eines Volkes. Er beschafft Rohstoffe, verwaltet Städte, bestimmt die politische und religiöse Ausrichtung seiner Zivilisation, betreibt Forschung und Diplomatie. Civilization erlaubt dem Spieler zudem, eine alternative Weltgeschichte zu durchleben, eine, wie sie vielleicht hätte sein können. Und es legt dadurch nahe: Die Geschichte, wie wir sie kennen, ist nur eine von vielen möglichen Geschichten.
Das Spiel als Medium der unbegrenzten Möglichkeiten lässt uns alle erdenklichen Freiheiten. Dennoch orientiert es sich an realen Begebenheiten - zumindest soweit diese ins Spielgeschehen passen. Ein gutes Computerspiel meistert den Spagat zwischen einer möglichst glaubwürdigen Abbildung realer Verhältnisse einerseits und einem abwechslungsreichen, unterhaltsamen Gameplay andererseits. Es will uns fordern, aber nicht überfordern.
Quelle: EA
Command & Conquer: Generäle
Auch wenn Computerspiele ernsthafte Themen aufgreifen, vermeiden sie tunlichst, uns mit unlösbaren Aufgaben zu konfrontieren. Sie stellen komplexe Sachverhalte immer vereinfacht dar, weil nichts mehr motiviert als Erfolgserlebnisse. Im Vordergrund steht der Spaß. Dass man diesen auch mit Spielen haben kann, die schwerwiegende Probleme unserer nicht immer heilen Welt aufgreifen, beweisen The Witcher, die Grand Theft Auto-Serie und diverse andere Beispiele aus fast allen Genres. Jedes Mal etwa, wenn wir in Call of Duty 4 oder C&C Generäle in den Krieg gegen den Terror ziehen, zeigt sich, dass der 11. September 2001 nicht nur reale politische Konsequenzen hat, sondern auch ganz konkrete Auswirkungen auf Computerspiele - denken Sie nur an das Anthrax in Generäle!. "Videospiele werden zunehmend ein erwachsenes Medium. Und ein erwachsenes Medium benötigt erwachsene Inhalte", sagt der Games-Forscher Dr. Ian Bogost vom Georgia Institute of Technology.
