
Peter Molyneux
08. April 2008,
Munich Gaming Kongress. "Früher nannte man mich den 'Godfather of Games‘, heute gelte ich eher als 'Grandfather of Games‘." Wie recht er doch hat, Peter Molyneux, mittlerweile fast 50 Jahre alt.
Ein paar Tage später,
Interview mit Guardian.co.uk: "Für viele Dinge hat man mir jahrelang viel zu viel Anerkennung gegeben", sagt der Mann, der mit Spielen wie
Populous,
Syndicate und
Dungeon Keeper eine ganze Industrie maßgeblich beeinflusst hat. Woher der Sinneswandel, galt Molyneux doch früher als Quelle der Euphorie, ob berechtigt oder nicht. Wir haben uns der Vergangenheit des Entwicklers gewidmet, seine Höhen und Tiefen nachvollzogen und natürlich allerlei kontroverse Statements gesammelt.
Geboren wurde Molyneux am 5. Mai 1959 in Guildford, einer kleinen Stadt im Südosten von England. Um eines seiner ersten Videospiele zu bekommen, klaute er Geld von seiner Großmutter. Er zockte es durch, dreimal, dann baute er es auseinander, um zu sehen, wie es funktionierte. Mit 24 wusste er es so gut, dass er seine ersten Spiele entwickelte, auf Floppy Discs für Atari und Commodore 64. Er gründete die Firma Taurus - in seinem jugendlichen Leichtsinn übersah er, dass bereits eine Firma namens Tourus, mit "o" statt "a", existierte. Molyneux fand es heraus, als eine Computerfirma seine Software für ein Produkt von Tourus hielt. Er sagte nichts... und gab vor, der Manager von Tourus zu sein. Eine schlechte Entscheidung, die ihn kurze Zeit später in Schwierigkeiten brachte. Zwei Jahre darauf ging seine echte Firma bankrott.
Mit 25 Jahren, 1984, machte er sich selbstständig. Ein ungünstiger Zeitpunkt, wie sich herausstellen sollte. Er entwickelte
The Entrepreneur, eine Text-Wirtschaftssimulation, und veröffentlichte es noch im selben Jahr, dem Jahr, als schlechte Videospiele den Markt überfluteten. Seinem Postboten versicherte Molyneux, er würde nach dem Release des Spiels unzählige Fan-Briefe erhalten. Der Postbote brachte ihm zwei. Beide waren von seiner Mutter. In Anbetracht der Tatsache, dass sich
The Entrepreneur nur zweimal verkaufte, eine prozentual gesehen beachtliche Fan-Resonanz.