Mein Leben als "Barbar" Knapp zwei Wochen lang treibt es mich nun durch die Rollenspielwelt Hyboria. Dank Early-Access-Zugang (nein ich lasse mich an dieser Stelle nicht ausschweifend über das Thema Marketing aus - nur so viel, dass hier auf jeden Fall eine kleine Wiedergutmachung seitens des Herstellers stattfinden sollte), levelte ich meinen ersten Charakter, einen Aquillonier-Schurken-Waldläufer namens Shant auf dem PvE-Server Mitra schnell und ohne Probleme auf Level 21 hoch. Das Startgebiet Tortage kannte ich seit der Betaphase schon sehr gut, daher waren die Quests schnell gelöst.
Der erste Eindruck
Gegenüber der Beta-Version fielen mir vor allem eine verbesserte Performance und das überarbeitete Interface auf. Schön ist wahrlich etwas anderes - das Inventar lädt nicht gerade dazu ein, sich die Ausrüstung seines Charakters anzuschauen, zu groß, zu klotzig und zu detailarm wirken die dortigen Icons. Überhaupt sorgt die graubraune Farbgebung der Schaltflächen für rechte Tristesse. Auch der Fertigkeiten-Baum ist nicht der Gipfel der Designkunst und wirkt recht "hingeschlampert", wie wir hier in Franken zu sagen pflegen.
Verbesserungsfähig Gruppenmanagement- und Chat sind in dieser Phase des Spiels noch sehr gewöhnungsbedürftig (das bleibt auch noch so die ersten Tage nach Release) und wirken irgendwie unausgereift. Die Freundesliste mit ihren dunkelorange-farbenen Schriftzügen auf dunklem Hintergrund erfreut vielleicht Augenoptiker, nicht aber den Spieler, der gern im schummrigen Ambiente vor der Kiste hockt. Das gehört auf jeden Fall schleunigst nachgebessert.
Ich bin ein Pirat! Zurück zum Gameplay der ersten Tage - auf normalem Schwierigkeitsgrad lassen sich die meisten Quests alleine gut lösen, sogar einen Tick zu leicht. Da kommt das Spielweltsystem mit den vielen Zonen im Prinzip gerade recht - wem die Gegner zu pipi-leicht sind, wählt eben "Episch" beim Betreten einer Zone aus. Anspruchsvollere Kämpfe und mehr Erfahrungspunkte sind die Folge. Die durch die Zonen bedingten Ladezeiten stören mich nicht, im Gegenteil, mir ist ein kurzer Ladebalken lieber, als ein auf Dauer nerviges Rumgefliege auf irgendwelchen Tierrücken.
Der storylastige und gut erzählte Einzelspieler-Nachtmodus gefällt mir sehr, im Tagesmodus von Tortage hingegen prügelt man sich mit anderen Spielern oft um die Quest-Mobs. Das führt mitunter zu langen Wartezeiten an den Spawnpunkten. Ich sage nur: "Bringt 40 Lederhäute von Salzwasserkrokodilen." - eine frühe Multiplayer-Quest auf Hellsand, die für Warteschlangen sorgt. Etwas seltsam mutet es an, dass man sich für solche Quests nicht zusammentut, oft lehnen es Spieler ab, eine Gruppe zu bilden!
Ob das am kahlköpfigen Aussehen meines Charakters liegt? Schließlich klappt es doch, nette Mitspieler zu finden, mit denen sich auch andere Aufgaben schnell erledigen lassen. Auch wenn ich Tortage bis dahin schon zum dritten Mal komplett erkunde (in der Betaversion tummelten sich dort schon ein Nekromant und ein Herold von Xotli), gefällt mir die stimmige Pirateninsel sehr gut.