Die USK im PC Games-Interview: "Wir spielen die Spiele in der Regel durch." - Teil 1
Jürgen Hilse ist Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden.
Wir hatten die Gelegenheit mit Jürgen Hilse von der USK zu sprechen. Er ist ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK.
PC Games: Mancher Publisher scherzt hin und wieder, dass die Freigaben der USK Tagesformabhängig seien, man also nie genau wisse, welche Freigabe ein Spiel bekommt. Inwieweit trifft das zu oder wie fix und somit nicht interpretationsanfällig sind die Richtlinien?
Hilse: "Zunächst einmal will ich feststellen, dass es natürlich klare Kriterien für die Alterseinstufung von Computerspielen gibt. Aber sie müssen immer auf das konkrete Spiel angewendet und interpretiert werden, und das ist die Aufgabe der Gutachterinnen und Gutachter, dieses zu tun. Ich glaube, wir haben eine einheitliche Auslegung der Kriterien, aber es liegt in der Natur der Sache, dass es unterschiedliche Auffassungen über die Alterseinstufung eines Computerspieles geben kann."
PC Games: Es gibt ein paar aktuelle Beispiele, die Publisher und uns verwundern. Assassin's Creed etwa geizt nicht mit brutalen Szenen, bekommt aber eine Freigabe ab 16 Jahren. Clive Barker's Jericho wird im Vorfeld als klarer Indizierungskandidat gehandelt, steht aber nun mit der USK ab 18 Jahren im Handel. Wie schwer ist es, Spiele im Vorfeld richtig einzuschätzen und warum ist das so?
Hilse: Ich verweise dazu wieder auf die Frage 1 und darauf, dass die jeweiligen Prüfausschüsse nicht nur über einzelne Darstellungen, sondern auch über den Gesamtkontext, in dem das Spiel angesiedelt ist, diskutieren. Bei Assassin's Creed sind es beispielweise das historische Setting wie auch die Aufgabenvielfalt, die bei der Alterseinstufung zu berücksichtigen waren. Bei dem Spiel Clive Barker's Jericho haben die Beisitzer der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien entschieden, dass das Spiel die Indizierungskriterien (zum Beispiel sind die Gegner zum überwiegenden Teil nicht menschenähnlich etc.) nicht erfüllt, so dass es mit "Keine Jugendfreigabe" gekennzeichnet werden konnte.

Das steht auch nicht anders im Text. Herr Hilse schreibt dazu, dass es nicht indiziert wurde und daher "mit "Keine Jugendfreigabe" gekennzeichnet werden konnte." Die USK hat es also laut Hilse als möglicherweise zu indizieren gesehen und daher lieber erst einmal zur weiteren Prüfung gegeben. Das muss auch so sein, weil die USK sonst ggf. eine Indizierung verhindert hätte (was im Zweifelfall dann politisch wieder zu für die USK und alle PC-Spieler schlechten Reaktionen geführt haben könnte).
genau das is ja der mist an der ganzen geschichte, was ist das für ein bescheuertes kriterium?! was hat das mit der altereinstufung zu tun? genau nix xD
sag blos nur weil HGL in london und so nah an unserer zeit spielt isses ab 18 und geschnitten obwohl da NUR monster durch die gegend rennen oO
Nehmen wir die zwei Beispiele Oblivion und HGL mal durch:
HGL ist sicherlich fantasy und schwer mit der Wirklichkeit in Verbindung zu bringen. Aber die Darstellung ist so krass, dass die Realitätsfremde nicht darüber hinwegtäuschen kann. Außerdem spielt es in der Gegenwart, wodurch es für Kinderköpfe noch glaubhafter erscheint. Dazu kommen dann noch relativ gängige Waffen, die die Realitätskurve wieder ein weiteres Stück anheben.
Oblivion hingegen ist komplett frei von Realismus. Die Geschichte ist so fantastisch, wie sie nur sein kann. Die Welt ist erfunden, die Charaktere unwirklich. Die Waffen sind zwar an historische Vorbilder angelehnt aber absolut frei erfunden. Besonders ihre Bezeichnungen und "Sonderfähigkeiten" geben ihnen einen unrealistischen Touch. Hinzu kommen die Fähigkeiten des Charakters. Feuer und Eis aus den Händen zaubern, wie ein Jedi durch die gegend Springen...
Gut. Feuer und Eis kenntm an auch aus Bioshock, welches aber wieder ab 18 ist. Aber da hilft eben die phantasievolle Geschichte nicht über die Darstellung hinweg. Es ist nicht bizarr genug, um von der Grausamkeit abzulenken. Oder es ist zu grausam.
naja wahrscheinlich nicht, denn sie sind ja die guten, sie machen das richte, bla bla bla, von wem hab ich das schon alles gehört -.-
Blub
Dass AC ab16 ist, finde ich leicht überraschend aber sehr begrüßenswert. Die USK lockert vllt endlich etwas auf. Andererseits ist die Geschichte auch schon ziemlich abgedreht, sodass die Gewalt sehr unglasubwürdig rüber kommt. Besonders die genial inszenierten aber total überzogenen Finishingmoves sind schon sehr weit von der Realität entfernt.
Übrigens hat Hr. Hilse nicht auf die Zensurfrage geantwortet, sondern ist sehr intelligent darum herumgeschifft indem er im Gegenzug erst mal behauptete das die USK keine Schnittvorgaben macht....
Allerdings er entlarvt sich selbst in seiner Antwort als Lügner: Er schreibt das die Publisher eine Liste bekommen warum ein Titel nicht die gewünschte Einstufen (oder sogar gar keine Einstufung) bekommen hat.
Was anderes als Schnittvorgaben sind das denn?
Die USK sagt nicht, was geschnitten werden soll, sie sagt nur die Gründe warum welche Wertung zustande kam. Es ist immer der Publisher, der dann das zensiert, denn er könnte es ja auch z.B. ab 18 verkaufen. Weil er es dann nicht loswird, ist es auch die Nachfrage (=die Mehrzahl der Kunden) die für die Zensur selbst verantwortlich ist.
Auch stimmt die Geschichte mit Jericho so nicht: Die USK hatte dies als klaren Indizierungskandidaten gesehen und dies indirekt der BPfJM zugeschachert....diese hat dann völlig überrascht für die USK gesagt das es kein Indizierungskandidat ist.....nix von wegen Beisitzer und so.
(ich glaub BFBS, bin mir beim Namen jetzt aber nicht sicher).....
Den Filme sind zwar passiver, aber wesentlich realer vom Setting.
Übrigens hat Hr. Hilse nicht auf die Zensurfrage geantwortet, sondern ist sehr intelligent darum herumgeschifft indem er im Gegenzug erst mal behauptete das die USK keine Schnittvorgaben macht....
Allerdings er entlarvt sich selbst in seiner Antwort als Lügner: Er schreibt das die Publisher eine Liste bekommen warum ein Titel nicht die gewünschte Einstufen (oder sogar gar keine Einstufung) bekommen hat.
Was anderes als Schnittvorgaben sind das denn?
Klar, er wird jetzt sagen: Sie müssen diese ja nicht befolgen und ist so rechtlich aus dem Schneider, da aber die Publisher ein normales Wirtschaftsunternehmen sind, die Geld verdienen wollen, werden Sie die Liste natürlich "abarbeiten" und dann wieder einreichen.
D.h. auch wenn es de facto rein rechtlich keine "Vorgaben" sind, sind Sie es im Prinzip im Endeffekt doch.
Außerdem stimmt es nicht, das die USK nicht direkt "beratet" mit Publishern zusammenarbeitet....Sie tut dieses, dies wurde a.) schon öfters direkt von Publishern gesagt und b.) kenne ich einen Fall persönlich wo dieses geschehen ist.
Auch stimmt die Geschichte mit Jericho so nicht: Die USK hatte dies als klaren Indizierungskandidaten gesehen und dies indirekt der BPfJM zugeschachert....diese hat dann völlig überrascht für die USK gesagt das es kein Indizierungskandidat ist.....nix von wegen Beisitzer und so.
Die USK ist eine Zensurbehörde und Sie ist sich dessen auch völlig bewusst .....