
Die feindlichen Roboter sprengen nach einigen Treffern ihren Oberkörper ab, der sich dann krabbelnd auf den Spieler stürzt.
Abgefuckt. So nannte Harvey Smith angeblich die Produktion von
Blacksite. Smith gilt als Branchengröße, drückte
Deus Ex und
Thief 3 seinen Stempel auf. Zu
Blacksite zog man ihn hinzu, als das Projekt kurz vor dem Scheitern stand. Doch zur Schadensbegrenzung blieb kaum Zeit: Der Shooter wirkt unfertig.
Blacksite ist kein Desaster. Aber eine Enttäuschung. Das Ballerspiel beginnt im Irak der heutigen Zeit. Ein kontroverses Szenario, nicht zufällig gewählt: Als eine Art politischer Kommentar war Blacksite gedacht, zum Krieg im Irak, zur US-Regierung und überhaupt allerlei Missständen. Gute Ansätze, von Hetze und Halbherzigkeit zunichte gemacht: Übrig blieben nur eine Handvoll pseudo-kritischer Dialoge, eine Anspielung hier und da. Das hat wenig Doppelbödiges, ist als Kritik nicht unbequem genug.

Erst spät erhält man mit der Plasmakanone eine gute Alternative zum standardmäßigen Maschinengewehr.
Anstelle ernster Töne erzeugt
Blacksite bestenfalls Lärm: Mit Gewehr und Pistole ballern Sie auf alles, was nicht in Deckung geht. Die Action ist schnell, effektvoll und nicht ganz unproblematisch: Trotz seiner Freigabe ab 16 Jahren schießen Sie anfangs eifrig auf irakische Soldaten - ein diffuses, arg unreflektiertes Feindbild. Stets mit dabei sind bis zu zwei Kameraden, gesteuert von zweifelhafter künstlicher Intelligenz. Sie kommentieren Tötungen mit dümmlichen Sprüchen und öffnen regelmäßig Türen, die man - warum auch immer - nicht selbst aufbekommt.
Die eigenen Leistungen bewertet angeblich ein Moralsystem: Trifft man ins Schwarze, steigert das die Kampfkraft Ihrer Kameraden. Kassieren die Kumpels dagegen zu viele Treffer, verschlechtert sich ihre Effizienz. So gut die Idee hinter diesem System klingen mag, auf den Spielablauf hat es praktisch keinen Einfluss.