Testbericht

22.12.2007 13:00 Uhr

Ankh: Kampf der Götter

Die Ankh-Trilogie erreicht ihr Finale - gewohnt charmant, aber auch nach bewährter Formel gestrickt.

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 01/2008)
80%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
- %

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Wie immer: Eine sympathische Auswahl schrulliger Charaktere Thara und Horus sind nicht gut gesprochen und schaden der Spielatmosphäre ein wenig
Meist sehr gute Synchronsprecher Einige Rätsel sind ohne stures Rumprobieren nicht zu lösen
Ein paar originelle Einfälle, darunter eine Rätselkammer, in der Assil die Schwerkraft manipuliert Das Skandinavien-Kapitel bietet gute Rätsel und nette Charaktere, trägt aber nichts zur Handlung bei

Mit Augenzwinkern und viel Sinn für Unsinn scheuchte uns Deck 13 (Jack Keane) bereits zwei Mal durch die Wüste. Da das Frankfurter Studio längst noch nicht genug hat, gibt‘s Nachschlag. Der schmeckt zwar fein, doch satt war man bereits vorher - Ankh 3 ist ein gutes, aber nicht "notwendiges" Adventure.

Erwarten Sie nichts grundlegend Neues von Kampf der Götter: Wieder geraten der tollpatschige Assil und seine Bauchfrei-Freundin Thara in ein haarsträubendes Abenteuer. Eines, dessen Handlung dem Spieletitel Rechnung trägt: Ägyptische Götter fechten einen Kampf um die Herrschaft aus, unter ihnen der brutale Seth. Zu Beginn des Spiels lässt er einen Meteoritenschauer über Kairo niederregnen; die Helden knobeln sich im Team aus dem flammenden Inferno. Es bleibt das einzige Kapitel, das die Kontrolle zweier Charaktere verlangt, denn Thara verkommt im Laufe der Handlung zur Statistin. Assil erhält dafür einen neuen Begleiter, der - es wundert nicht - mehr auf den Keks geht als zu helfen: Der frustrierte Gott Horus wurde einst in Assils Ankh gebannt und plappert von früh bis spät. Das ist meist weniger lustig als gedacht, da seine Synchronstimme zu gekünstelt wirkt. Auch Thara wurde neu besetzt - zum Schlechteren: Ihre wenigen Sätze könnten kaum gelangweilter klingen. Zum Glück beweist Deck 13 bei den anderen Sprechern ein besseres Händchen: Neue wie alte Charaktere sind meist gut, oft aber fabelhaft vertont; Dialoge stimulieren so die Lust am Schmunzeln.

Anders als Ankh 2 ist der dritte Teil praktisch frei von jeglicher Resteverwertung: Neue Locations, wohin man sieht, die altbekannten Gassen Kairos betreten Sie dafür nicht mehr. Nach der Flucht im ersten Kapitel trabt Assil etwa in die Stadt Luxor, deren historischer Tempel als Spielkasino herhalten muss. Dem Stilbruch nahe, überrascht Deck 13 hier mit einer Optik, die dem Film Ocean‘s Eleven entsprungen sein könnte.

Doch es wird noch ungewöhnlicher: Assil betritt zur Spielmitte die bunte Sphäre der Götter, womit sich die Grafiker endgültig von dem vertrauten ägyptischen Stil verabschieden: Es wartet dort eine Kammer, ein kunstvolles Konstrukt aus Treppen und Türen, in dem Assil sich die Eigenheiten der Schwerkraft zunutze macht - Spaziergänge an Wänden und Decke inklusive. So seltsam diese Passage auch ist, der Tapetenwechsel wirkt nicht allzu aufgesetzt und verleiht dem Spiel etwas Frisches. Etwas zu gut gemeint hat man es aber mit einem Kurztrip nach Skandinavien, wo man den (herrlich vertonten) Wikinger-Gott Thor konfrontiert: Das Kapitel trägt wenig zur Handlung bei und hat trotz schöner Knobeleien den Beigeschmack künstlicher Zeitstreckung - was bei knapp sieben Stunden Gesamtspieldauer verwundert.

Die Rätsel sind überwiegend leicht, meist logisch - und manchmal absurd. Kurios ist‘s gleich im ersten Kapitel: Assil muss einen Schlangenkrug mit einer Melone verstopfen, jedoch gelingt nur Thara der Versuch. Wieso, weshalb, warum - wer nicht in die Lösung schaut, bleibt dumm. Noch ärgerlicher nur kurz darauf: Dass man dem Feuerwehrmann ein Vogelnest überreichen soll, ist nicht nachvollziehbar, konkrete Rätselhilfen fehlen. An anderer Stelle wundert man sich, warum Items unaufgefordert im Inventar landen. Oder warum nur ein Ball als Wurfgegenstand taugt, wo Assil doch so viel Zeug mit sich herumschleppt. Auch die Hotspots sind in der farbenfrohen 3D-Grafik manchmal gut versteckt. Zwar gibt‘s eine optionale Hotspot-Anzeige, doch die ist nicht immer vollständig und verwirrt zuweilen aufgrund wechselnder Kameraperspektiven. Da der gelungene Humor jedoch über so manche Rätselschwäche hinwegtröstet, bekommt auch Ankh 3 unsere Empfehlung.

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Felix Schütz

Ehrenrunde für Assil und Thara – ein schönes Abenteuer in Deck-13-Qualität.

Man merkt Ankh: Kampf der Götter schon an, dass es sich auf den Erfolg seiner Vorgänger stützt: Zwar wagt sich das Spiel munter an neue Locations, würzt hier und da mit frischen Charakteren und netten Rätseln nach, doch ändert das nichts am etwas abgenutzten Spielgefühl. Auch Grafik und Sound müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, seit dem ersten Teil keine nennenswerten Sprünge nach vorn geleistet zu haben. Mit Jack Keane hatte Deck 13 das schon deutlich besser hinbekommen. Gewundert habe ich mich auch über einige Rätsel, die dem sonst geschmeidigen Spielablauf auf die Zehen trampeln: Wenn ich Items wahl- und planlos mit teils gut versteckten Hotspots kombinieren muss, beginnen meine Augen unkontrolliert zu rollen. Ach, was meckere ich hier wieder vor mich hin – fast hätte ich vergessen, dass selbst ein leicht schwächelndes Ankh noch immer besser ist, als die meisten Adventures auf dem heutigen Markt.
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2 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
Kaliah - 26.12.2007 15:43
Prima Test! Entspricht ziemlich genau meiner Meinung!
Hatte mich schon ziemlich auf den 3. Teil gefreut aber bei der Demo hatte ich irgendwie das Gefühl, alles schonmal gesehen zu haben. Klar, die Dialoge sind wie immer witzig, aber der Funke springt einfach nicht mehr über. Man sollte wohl doch dann mit den Fortsetzungen aufhören, wenns am schönsten ist...
Und Tharas Stimme ist wirklich schlecht gewählt...
nasskalt - 22.12.2007 17:05
... und ich hatte mich so auf den dritten Teil gefreut. Bevor dieser bei mir eintraf, spielte ich die ersten beiden Teile noch einmal durch, um mich auf den "Kampf der Götter" einzustimmen. Ich wußte nichts von der neuen Stimme, da im Trailer noch die alte Thara zu hören war. Um so größer war der Schock, als ich das Spiel, diesmal wieder mit Kopierschutz, startete. Als das Ankh mit einer eher unangenehmen Stimme und einer Wortwahl, die ich aus den anderen Teilen nicht kannte, anfing zu sprechen, verzog sich meine anfänglich gute Laune. Daß sie Thara eine neue Stimme verpaßten, gab dem Spiel dann nach den ersten fünf Minuten den Rest. Es steht nun im Schrank und wird vielleicht dann gespielt, wenn ich die ersten beiden Teile nicht mehr so gut in Erinnerung habe und mir furchtbar langweilig ist.
System - 22.12.2007 17:05
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Allgemeine Infos

Name Ankh: Kampf der Götter
Genre Adventure
Webseite keine Angabe
Hersteller Deck 13
Anbieter Xider Games
VÖ-Termin 3. Quartal 2007 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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