Eins vorweg:
Portal ist kurz, sehr kurz sogar. Wachsame Spieler werden schon nach etwa zwei Stunden alle Rätsel gelöst haben, langsame Naturen sollten auch nicht mehr als vier Stunden in den Testlaboratorien benötigen.
In dieser Zeit werden Sie köstlich unterhalten.
Portal entwickelt sich im Spielverlauf vom gewöhnlichen Denkspiel zu einem unerwartet kreativen Zeitvertreib, der weniger Ihre grauen Zellen, dafür umso mehr Ihr Zwerchfell beansprucht. Grund dafür ist die anonyme Computerstimme, die Sie 19 Levels lang begleitet. Immer wieder stoßen Sie auf witzige Ideen der Entwickler, die erst bei Spielende Sinn ergeben. Spätestens wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert, werden Sie
Portal feiern. Mit Kuchen, versteht sich.
Alles dreht sich um Kuchen in den spaßigen Levels. Damit Sie die schwierigen Aufgaben meistern, verspricht Ihnen die monotone Computerstimme nämlich ein saftiges Stück Teiggebäck. In späteren Räumen bekommen Sie aber Hinweise von den armen Seelen, die vor Ihnen durch die Versuchsanordnungen getappt sind: "Der Kuchen ist eine Lüge!" steht in breiten Lettern an die Wand geschmiert.
Warum Sie in dem Labyrinth aus wirren Zimmern gefangen sind? Sie sind ein Versuchskaninchen der Aperture Laboratories, einer Konkurrenzfirma von Black Mesa aus Half-Life (dt). Immer wieder blitzen versteckte Hinweise darüber auf, in welchem Verhältnis die beiden Konzerne zueinander stehen. Aperture hat sogar in Episode Two einen Auftritt.
Wie Sie in die Fänge dieser skrupellosen Firma gelangt sind und was der Zweck der Experimente ist, bleibt unklar.
Wichtig ist nur: Sie müssen da lebend rauskommen. Dazu drückt Ihnen das Spiel eine Portalkanone in die Hand. Damit werfen Sie zwei Dimensionstore an eine beliebige Stelle, einen Ein- und den entsprechenden Ausgang. So werkeln Sie sich durch die 19 Levels von
Portal. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei moderat. Die ersten zehn Levels stellen kaum eine Herausforderung dar. Dienen sie doch dazu, Ihnen diverse Kniffe im Umgang mit der Portalkanone beizubringen. Ein Beispiel: Um eine Mauer zu überwinden, schießen Sie ein Portal an eine hohe Stelle und ein zweites auf den Boden. Springen Sie jetzt hindurch, katapultiert Sie die Fallgeschwindigkeit über die Mauer. Haben Sie solche Tricks verinnerlicht, kann kaum noch etwas schief gehen. Nur selten gelangen Sie an Stellen, die Ihnen Kopfschmerzen bereiten. Hier hätte
Portal um ein paar Längen kniffliger sein können!