17.07.2007 12:30 Uhr
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Nicht immer sind es Terroristen, die den Amerikanern das Leben schwer machen: In Blacksite fallen Aliens über die USA her.
Die Liste stereotyper Bösewichter in Computerspielen ist nicht allzu groß. Da gibt es die allgegenwärtigen Terroristen, die im Großteil aller Shooter als Kanonenfutter herhalten. Oftmals tummeln sich auch schleimige Monster und furchteinflößende Dämonen diverser Parallelwelten vor den Schrotflinten der Spieler. Seltener dagegen sind aggressive Außerirdische mit Weltzerstörungsambitionen. In Midways neuestem Ego-Shooter Blacksite feiern die Aliens ein fulminantes Comeback als Superschurken. Ziel ihrer Attacke sind die Vereinigten Staaten. Als Teamleiter des Echo-Squad, einer knallharten Delta-Force-Einheit, liegt es an Ihnen, den ungebetenen Besuchern zu zeigen, wer auf dem Blauen Planeten das Sagen hat.
Eigentlich fängt alles ganz harmlos an für Aerin Pierce, den Sie in Blacksite verkörpern. Zu Beginn der Kampagne gibt es von den Aliens keine Spur: Die ersten Missionen verbringen Sie im Irak, Soldatenalltag. Was genau Sie da verloren haben, verraten uns die Entwickler bei der Präsentation in London nicht. Aber während der nervenaufreibenden Einsätze zwischen zertrümmerten Häusern lernen Sie die Steuerung Ihres Teams und das damit verbundene Moralsystem kennen.
Ähnlich wie im Taktik-Shooter Ghost Recon Advanced Warfighter 2 geben Sie Ihren KI-Kollegen Befehle. So schicken Sie die Soldaten entweder zu bestimmten Punkten, geben Ziele vor oder kommandieren Ihre Männer zum Türenaufbrechen. All das geschieht über einen einzigen Knopfdruck. Die Befehlskette ist absichtlich simpel und erreicht nicht die taktische Tiefe eines Rainbow Six: Vegas. Blacksite ist ein reinrassiger Ego-Shooter. Ihre Untergebenen agieren selbstständig, suchen Deckung oder feuern auf nahende Gegner. Dabei haben Ihre eigenen Handlungen aber Auswirkungen auf das Verhalten Ihrer Einheit. Auf dieses Moralsystem sind die Entwickler besonders stolz. Während der Präsentation sehen wir, was passiert, wenn Sie als Anführer versagen: Ein Teammitglied schreit panisch, als der Ansturm der Gegner zunimmt, und kauert sich ängstlich in Deckung. Anstatt gezielt auf die Feinde zu schießen, hält unser Mann lediglich seine Waffe aus der Deckung und gibt eine ungezielte Salve in Richtung der bösen Buben ab. Andersherum funktioniert das genauso. Je selbstbewusster Sie agieren und Ihre Männer per Befehl führen, desto aggressiver und selbstsicherer verhalten sich die Soldaten. Sterben können die KI-Kollegen allerdings nicht. Zwar reißen schwere Treffer die Burschen schon mal zu Boden, spätestens nach ein paar Sekunden rappeln sie sich aber wieder auf und kämpfen weiter.
Während die Irak-Mission nur eine Einführung in die Geschehnisse und die dunklen Machenschaften der US-Regierung darstellte, schickt Sie der Verlauf der Geschichte in die amerikanische Provinz. Dort treffen Sie auf diverse Außerirdische, die die ländlichen Kleinstädte in ein Schlachtfeld verwandeln. Dieser Schauplatz macht einen besonderen Reiz von Blacksite aus. Sie kämpfen sich durch Supermärkte, Tankstellen oder verlassene Vorgärten. Besitzer eine Xbox 360 erleben dieses Szenario übrigens in der kürzlich veröffentlichten Demo des Spiels, die PC-Demo soll demnächst folgen.
Projektleiter Harvey Smith führt uns während der Präsentation direkt in einen dieser Vororte: Rachel heißt das Städtchen, in das wir mit unserem Trupp ausrücken. Im Gegensatz zur Xbox-Demo ist es Tag, die Wüstensonne brennt vom Himmel. Als wir einen ausgestorbenen Trailer-Park (eine typische amerikanische Wohnwagensiedlung) erkunden, bricht plötzlich die Hölle los. Von allen Seiten stürzen käferartige Aliens auf uns zu. Mit purer Feuerkraft halten wir uns die Biester vom Leib und zerlegen dabei effektvoll die Umgebung: Autos zerplatzen in spektakulären Explosionen, Wände zerbröseln unter der Wucht unserer Geschosse. Eine verzweifelt geworfene Granate reißt mehrere Aliens in die Luft.
Das beeindruckende Zerstörungssystem haben sich die Entwickler von Stranglehold gemopst, das ebenfalls im Hause Midway entwickelt wird. So lässt sich fast der gesamte Level in Einzelteile zerlegen, obwohl die Programmierer hier und da Abstriche zugunsten der Framerate machen mussten. Wie viel in der fertigen Version letztendlich zerstörbar sein wird, bleibt abzuwarten.
Während des aufreibenden Kampfes entdecken wir einen Zivilisten, der in eine Lagerhalle flieht. Als unser Trupp schließlich sein Versteck erreicht, erzählt eine Zwischensequenz die Geschichte weiter. Diese war zwar zum Zeitpunkt der Präsentation noch nicht zu sehen, soll aber laut Harvey Smith komplett in Spielegrafik ablaufen und interaktiv sein. Das bedeutet, dass Sie niemals die Ego-Sicht verlassen oder die Kontrolle über Ihren Charakter abgeben. Durch die einzelnen Abschnitte reisen Sie nicht nur zu Fuß. Die Entwickler wollen den Spielern eine breite Palette an actionreichen Einlagen bieten und haben deshalb diverse Militärgeräte eingebaut. So befinden Sie sich etwa an Bord eines Humvees oder eines Kampfhelikopters, um von dort aus riesige Aliens aufs Korn zu nehmen. Das demonstrierte Harvey gleich anhand einer beeindruckenden Szene:
Wir befinden uns an Bord eines Militärhubschraubers. Unter uns quält sich ein Konvoi aus Fahrzeugen durch den Wüstensand. Hinter einem schweren Maschinengewehr bilden wir den Geleitschutz der Karavane. An einer Straßensperre kommt der Tross plötzlich zum Stillstand, zerstörte Autos blockieren die Straße. Während unser Hubschrauber über der Szene kreist, brechen plötzlich riesige Würmer aus dem Boden und reißen mehrere Autos der Kolonne wie Papier in Stücke. Als wir das Feuer eröffnen, sprühen Funken von der gepanzerten Haut der Aliens. Erst als ein Apache-Helikopter eine Ladung Raketen in die Bäuche der Ungetüme feuert, sterben die Monster. Aber unser Fluggerät ist getroffen. Der Pilot hat Mühe, das Gefährt in der Luft zu halten. Wellen von Angreifern fallen über uns her. Wir schießen, bis die Rohre glühen. Dann der Schock: Auf einer gigantischen Autobahnbrücke hockt - widerlich tentakelbewehrt - das größte Alien, das wir je in einem Computerspiel gesehen haben! Wie Insekten umschwirren unsere Helikopter das Vieh, das mit seinen peitschenartigen Fängen Flieger um Flieger aus dem Himmel pflückt. Als wir es schließlich erledigen, stürzt es in einer dramatischen Sequenz in die Schlucht und reißt dabei die halbe Brücke mit sich. Wirklich beeindruckend, wie glaubhaft Midway solch gigantische Wesen darstellt.
Obwohl wir keinen Blick auf die PC-Fassung von Blacksite werfen konnten, haben wir Harvey Smith einige Aussagen darüber entlockt. So werden die Texturen für die mausschwingende Fraktion überarbeitet: "Die Leute werden geschockt sein, wenn sie die PC-Version sehen, so gut sieht sie aus", prahlt Harvey grinsend. Bis das Spiel erscheint, will Midway außerdem das Balancing noch etwas korrigieren. Ab September beginnt dann die Hatz durch amerikanische Vorgärten.
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Aktuelle Durchschnittswertung:
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Blacksite ist ein Shooter. Geradlinig, actionreich und ziemlich cool. Das Szenario ist unverbraucht und die riesigen Aliens sind beeindruckend. Durch das Zerstörungssystem kracht es an jeder Ecke. Da ist der Spieler auch nicht sauer, dass er Innovationen mit der Lupe suchen muss. Sollte die PC-Fassung tatsächlich noch besser aussehen als die Xbox-360-Version, kommen Action-Fans um dieses Spiel nicht herum.
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