In Europa tobt der Zweite Weltkrieg, die USA verhalten sich neutral. Erst ein überraschender Angriff der Japaner ändert alles - und Sie sind mittendrin!|
Nach dem japanischen Angriff auf den amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbor traten die USA 1941 offiziell in den Zweiten Weltkrieg ein. Zwar galt Hitler-Deutschland als primäres Ziel, aber auch die japanischen Streitkräfte mussten zurückgedrängt werden. Diese Aufgabe legt Battlestations: Midway, eine Mischung aus Strategie- und Actionspiel aus dem Hause Eidos, in Ihre Hände.
Innovative Mischung Die Kampagne des Spiels startet unvermittelt, ein Tutorial gibt es nur als Extrapunkt im Menü. Sie schlüpfen in die Rolle von Henry Walker, der als einfacher Rekrut in Pearl Harbor stationiert ist. Als der überraschende Angriff losbricht, verteidigen Sie den Stützpunkt so gut es geht, flüchten aber letztendlich auf einem Schlachtschiff der Navy vor der Übermacht. Von diesem Zeitpunkt an gilt es, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen japanische Flugzeuge, Schiffe und U-Boote vorzugehen. Am Ende des Spiels steht bei den Midwayinseln im Pazifik die große Trägerschlacht an (eine Seeschlacht, bei der nahezu allein die Kampfflugzeuge der Flugzeugträger die Gefechte austragen) - von den Entwicklern eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Das Besondere an Battlestations: Midway ist die Möglichkeit, jederzeit jede beliebige der insgesamt 60 Einheiten selbst zu steuern. Verlassen Sie eines Ihrer Gefährte wieder, steuert der PC es weiter. Auf diese Weise behalten Sie auch während großer Gefechte den Überblick und können schnell mit Befehlen auf Ihren Feind reagieren oder die Strategie umstellen. So springen Sie etwa in einen Flugzeugträger und schicken ihn per Mini-Map an eine bestimmte Stelle der Karte.
Von dort aus lassen Sie einige Jäger und Sturzbomber starten, um zum Beispiel eine feindliche Werft dem Erdboden gleichzumachen. Sobald sich die Flieger in der Luft befinden, steigen Sie per Tastendruck in einen der Bomber und greifen das Ziel selbst an. Der Wechsel in Flugzeuge gibt aber hin und wieder Rätsel auf: Es kann passieren, dass Sie in einen Flieger wechseln, sobald Sie jedoch im Cockpit sitzen, nur noch einen gegnerischen Jäger sehen, der direkt auf Sie zusteuert.
Eine Kollision und der Tod der von Ihnen gesteuerten Einheit sind unausweichlich, da keine Zeit bleibt, angemessen zu reagieren. Per Maus und Tastatur sind Hobby-Piloten aber auch ohne Kamikaze-Jets schnell vom Himmel geholt, da die Maschinen auf die Mausbewegungen nur träge reagieren. In den schnellen Luftschlachten haben Sie kaum Chancen, effektiv gegen die Japaner vorzugehen. Wir raten zum Joystick - damit nehmen Sie feindliche Jäger nach ein wenig Übung bedeutend schneller und präziser aufs Korn. Außerdem bietet das Spiel in den Optionen einige vorgefertigte Profile für die bekanntesten Steuerknüppel, was die Konfiguration vereinfacht.
Nicht viel Abwechslung Der Strategieteil, in dem Sie die verschiedenen Einheiten kommandieren, spielt sich auf einer selbsterklärenden Übersichtskarte ab. Hier befehlen Sie Ihren Leuten, an einen Punkt der Karte zu fahren, eine andere Einheit zu beschützen oder bestimmte Ziele anzugreifen. Mehr taktische Möglichkeiten haben Sie jedoch nicht. Während Sie auf der Karte arbeiten, steuert die künstliche Intelligenz Ihre Truppen und macht das auch gar nicht schlecht. Sie können weitestgehend sicher sein, dass die erteilten Befehle zu Ihrer Zufriedenheit ausgeführt werden.
Das macht das Spiel vor allem dann einfach, wenn sich mehrere Jungs unter Ihrem Kommando befinden. Brenzlige Situationen löst dann - falls von Ihnen gewünscht - der Computer. Battlestations: Midway bietet zwei Missionsarten. Es gibt Einsätze, bei denen Sie den Befehl erhalten, einen Stützpunkt zu verteidigen. Diese Aktivitäten gestalten sich simpel, da die japanischen Truppenverbände meist in mehreren Wellen angreifen.
Hierbei glänzt der Gegner, wie im restlichen Spiel, nicht gerade mit überragender Intelligenz. Die computergesteuerten Feinde gewinnen nur, da sie präziser feuern und je nach Schwierigkeitsgrad mehr Schaden verursachen. Aber Sie haben zwischendurch immer wieder die Möglichkeit, dezimierte Geschwader aufzustocken oder heruntergeschossene Flieger durch neue zu ersetzen. Schiffe dagegen sind nicht komplett reparabel, was mehr Vorsicht verlangt, um die mächtigen Einheiten nicht vorzeitig zu verlieren.
Bei der zweiten Missionsart greifen Sie einen feindlichen Stützpunkt oder einen Flottenverband an. Hierbei stehen entweder Flugzeugträger, Zerstörer oder mehrere Geschwader unter Ihrem Kommando. Mehr bietet Battlestations: Midway allerdings in der Kampagne nicht. Entweder werden Sie angegriffen oder Sie attackieren, immer darauf bedacht, alle gegnerischen Einheiten oder Gebäude zu vernichten. Das ist trotz der actionreichen Schlachten auf Dauer ziemlich eintönig. Der Schwierigkeitsgrad der Einsätze ist unausgewogen.
Teilweise sind sie locker und leicht erledigt, da Sie nur von A nach B fahren und auf dem Weg einige Kanonenboote zerschießen. Daneben warten aber auch Levels auf Sie, die es in sich haben. Zum Beispiel sollen Sie japanische Frachter zerstören, die in einem Hafen liegen. An sich nicht schwer, wären da nicht die Geschütze an Land und die Kanonenboote und Kreuzer auf dem Wasser, die die Ziele bewachen.
Haben Sie es nach einiger Zeit geschafft, die Schiffe zu versenken, erscheinen weitere Kreuzer am Horizont, die mit Ihnen kurzen Prozess machen, da Sie von den vorherigen Kämpfen bereits stark geschädigt sind. Selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad gestaltet sich so ein Einsatz knackig und sorgt aufgrund der fehlenden Speicheroption schnell für Frust, denn verlorene Missionen beginnen Sie komplett von vorn. Obwohl Sie bei den meisten Einsätzen mehrere Ziele hintereinander abklappern, gibt es keine Checkpoints, an denen Sie wieder einsteigen können.
Langzeitmotivation Nach etwa zehn Stunden haben Sie die Schlacht um Midway geschlagen und die Japaner ziehen sich aufgrund herber Verluste zurück. Mehr Action-Futter bekommen Sie dank der zwölf Bonusmissionen, die sich in Flugzeug-, Schiffs- und U-Boot-Herausforderungen unterteilen und Kampagnen-Levels in klein sind, da sich Ihre Einheiten auf die ausgewählte Kategorie beschränken.
Als Kapitän eines japanischen Zerstörers ist es etwa Ihre Aufgabe, an einen Treffpunkt zu gelangen, was etliche amerikanische Kreuzer verhindern wollen. Die Herausforderungen sind nicht wesentlich kürzer als die Kampagnen-Einsätze und unterscheiden sich auch spielerisch nicht. Im gut gelungenen Multiplayer-Modus (siehe Kasten unten) macht Battlestations: Midway lang anhaltend Laune, da es hier sein volles Potenzial ausschöpft.
"Trotz guter Ansätze nicht ganz überzeugend. Taktischer Tiefflug trifft auf Action satt."
Als ich Battlestations: Midway das erste Mal sah, war das im Mehrspielermodus. Inzwischen weiß ich, dass es einen guten Grund gibt, warum der Einzelspieler nicht gezeigt wurde: Er funktioniert nicht richtig. Der Schwierigkeitsgrad ist zu unausgeglichen und die fehlende Speicheroption macht mir das Leben unnötig schwer. Nach fünf bis zehn Versuchen, ein und dieselbe Mission zu lösen, macht es keinen Spaß mehr, sondern nervt vielmehr. Auch die Mischung aus Action und Strategie klappt im Mehrspielerpart besser, da die Compu-tergegner immer nach der gleichen Strategie vorgehen und die KI-gesteuerten Einheiten, die ich befehlige, einfach besser sind als ich. So muss ich nicht an meiner Taktik feilen, um den Sieg zu erringen, sondern gehe immer gleich vor. Der Multiplayer-Modus hingegen fällt genauso aus, wie ich mir das fürs gesamte Spiel gewünscht hätte. Ein leicht zu bedienender Strategieteil trifft Kriegs-Action und macht dank Teamplay eine Menge Spaß. In erster Linie bietet das Spiel arcadelastige Action, welchen Modus Sie auch wählen.