Xpand Rally Xtreme
Jetzt wird's im wahrsten Sinne des Wortes holprig. Nie waren Schlaglöcher so realistisch wie in Techlands Rallye-Spiel.
Sie sind mit den über 20 - nicht-lizenzierten - Rennwagen an fünf Schauplätzen unterwegs - darunter Malaysia.
Mit wahnwitziger Geschwindigkeit rasen Sie über die Schotterstraße, Staub wirbelt hinter Ihnen auf, Zuschauer rennen über die Straße. Sie bremsen - jedoch zu spät. Der Baum, gegen den Sie fahren, gibt nicht nach, Sie verletzen sich schwer, Ihr Auto ist demoliert. Da hilft nur ein Neustart. So oder ähnlich könnte es Ihnen in Techlands neuestem Rallye-Streich ergehen, falls Sie den Simulationsmodus wählen und die Arcade-Variante links liegen lassen.
Zwischen diesen beiden Spielmodi wählen Sie eingangs und definieren dadurch den Realismusgrad. Während Sie in der Simulation mit jeder Kurve, jedem Schlagloch kämpfen und um Sekunden ringen, fahren Sie in der Arcade-Version wie ein Rowdy drauflos, ohne Rücksicht auf die Gesetze der Physik. Nennen Sie ein Force-Feedback-Lenkrad Ihr Eigen? Freuen Sie sich, denn nie wurden Schlaglöcher besser in einem Rennspiel realisiert, der Untergrund macht sich blind bemerkbar.
Rasen Sie über Schotter, vibriert Ihr Lenkrad dauerhaft, sind Sie hingegen auf Asphalt unterwegs, spüren Sie rein gar nichts. Durch schnelle Korrekturen lassen sich die - nicht lizenzierten - Vehikel schnell wieder unter Kontrolle bringen. Bis Sie jedoch soweit sind, vergehen einige Trainingsstunden, denn die Wagen sind alles andere als gutmütig. Da kommt es vor, dass die eine oder andere Streckenbegrenzung daran glauben muss oder Bäume zum Verhängnis werden.
Schon der Vorgänger Xpand Rally führte die Fahrerverletzungen ein, die auch bei dem grafisch aufgepeppten und spielerisch wesentlich agileren Xpand Rally Xtreme erneut Einzug halten. Fahren Sie mit überhöhter Geschwindigkeit gegen ein Hindernis, verzieht sich nicht nur die Karosserie, auch Ihr Fahrer nimmt Schaden, bricht sich die Beine oder erleidet eine Gehirnerschütterung.
Eine reelle Chance auf die vorderen Plätze haben Sie so freilich nicht mehr. Um zu gewinnen, reicht Ihr fahrerisches Können allein nicht aus, Sie müssen Ihre Wagen stetig optimieren und die richtigen Einstellungen finden. Ganz so detailliert wie zum Beispiel bei Richard Burns Rally fällt dieser Part jedoch nicht aus.

Lieber Herr Thöing, Sie haben einen solchen Quark verzapft, daß ich mich ernsthaft frage, was Sie hier als Spieletester machen?
Für alle die XRE nocht nicht gespielt haben, das ist ein mittelmässiges Arcade Rallye Spiel, dem die Lizenzen für echte Autos fehlen, das aber mit einer netten Grafik ausgestattet wurde.
Weder die Strecken selbst, noch Tuningmöglichkeiten sind besonders aufregend. Die Zielgruppe sind 8 - 14 jährige Kinder. Das Speil ist einfach zugänglich und gaukelt sogar ein Simulationsmodus vor, der nichts anderes als ein simples Fahrwerk simuliert. Ganz im Gegenteil, die Autos steuern sich so etwas von unrealistisch, jeder der den Führerschein hat, wird nach einiger Zeit darüber schmunzeln. Aber nachdem "Simulationsracer" und "realistisches Fahrgefühl" schon als verkaufsfördernd gelten, macht halt jeder damit Werbung. Warum allerdings ein Spieletester auf so etwas reinfällt, das ist allerdings fast schon peinlich.